Fr., 30.12.2016

Investoren geben Baumhotel-Projekt zur Landesgartenschau endgültig auf Doch kein »Träumen unter Bäumen«

Im Mai herrschte noch Optimismus bei den Beteiligten (von links): Dieter Paschke vom Bad LIppspringer Bauamt, Investor Fritz Farke, Bürgermeister Andreas Bee und Investor Jörg Weihrauch

Im Mai herrschte noch Optimismus bei den Beteiligten (von links): Dieter Paschke vom Bad LIppspringer Bauamt, Investor Fritz Farke, Bürgermeister Andreas Bee und Investor Jörg Weihrauch Foto: Jörn Hannemann

Bad Lippspringe (WB/bel). Das  »Träumen unter Bäumen« im Bad Lippspringer Kurwald ist ausgeträumt. Die Investoren eines Baumhotels zur Landesgartenschau 2017 in Bad Lippspringe haben ihr Projekt angesichts einer Klagedrohung durch einen Anwohner aufgegeben. Dies bestätigte am Donnerstag auf Anfrage Jörg Weihrauch, mit Fritz Farke einer der beiden Hauptinvestoren für das Vorhaben.

»Wir wollen einfach nicht mehr, der Zug ist abgefahren« sagte Weihrauch zu dem Projekt, das kurz vor Baubeginn stand, nachdem nicht nur die politischen Gremien der Stadt, sondern auch der Regierungspräsident in Detmold und der Kreis Paderborn die Zustimmung gegeben hatten. Danach wären im Bereich Cecilienallee und Düsternsiek Richtung Strothe sechs Baumhauswohnungen in einer Höhe von etwa vier Metern entstanden.

Noch im November hatte der Bauausschuss der Stadt das Projekt auch nach einer Ortsbesichtigung befürwortet, doch angesichts einer Klagedrohung sehen die Investoren nach jahrelanger Vorarbeit und angesichts der knappen Zeit keine Chance mehr auf Realisierung. Zwar habe sich die Stadt mit Bürgermeister Andreas Bee an der Spitze wiederholt für das Vorhaben eingesetzt, doch hätte man kurz vor Weihnachten in Gesprächen das Projekt mit einem Investitionsvolumen von mehr als 600.000 Euro aufgegeben, bedauert Weihrauch.

Schon mehrmals umgeplant

Ein dritter Investor hätte sogar noch bereitgestanden und dann die Investitionssumme auf 800.000 Euro aufgestockt, doch sehe man jetzt keine Möglichkeit mehr, das Hotel zur Landesgartenschau noch umzusetzen, so Weihrauch. Als vor zwei Jahren das Hotel noch im Bereich des Kurwalds im eingezäunten Bereich der Landesgartenschau angesiedelt war, habe man schon fünfmal umgeplant. Auch im jetzigen Bereich hätten sie als Planer beim Standort zweimal umgedacht, doch jetzt gebe man endgültig auf.

Angedacht war ein Hotel mit sechs Baumhäusern. Die Wohnungen sollten auf einem festen Bodenfundament errichtet werden. Jede Wohnung hätte auf einer Fläche von rund 35 Quadratmetern einen Wohnraum mit Kochmöglichkeit, ein oder zwei Schlafzimmer, WC und Dusche sowie Terrasse erhalten. Die Wohnungen wären über Stege von einem zentralen Treppenzugang erreichbar gewesen. Die Versorgungsleitungen für Strom und Wasser wären kein Problem gewesen, da das ins Auge gefasste Areal nur knapp 100 Meter von der Fischerhütte entfernt gewesen wäre, wo bereits alle Versorgungsleitungen liegen.

Bereits im Februar fast aufgegeben

Bereits im Februar hatten die Investoren beinahe aufgegeben, als der Standort bei der Adlerwiese aufgrund der Auflagen und Einschränkungen nicht in Frage kam. Danach suchte die Stadt nochmals das Gespräch mit den Investoren und schließlich wurde man im östlichen Bereich des Kurwaldes fündig, immer noch nahe am Areal der LGS. Angesichts einer drohenden juristischen Auseinandersetzung habe man auch einen Standort noch weiter weg in Richtung B 1 untersucht, so Weihrauch. Lärmmessungen hätten hier jedoch eine zu hohe Belastung ergeben.

Das Baumhotel, das zwar kein Projekt der Landesgartenschau selbst war, war immer eng damit verbunden ebenso wie das Vorhaben eines Walderlebnispfades. Hier hatte sich ebenfalls im Februar die Erlebnis-Akademie entschieden, das Vorhaben nicht in Bad Lippspringe, sondern an der Saar umzusetzen. Das Baumhotel-Projekt war bereits vor drei Jahren kurz nach dem Zuschlag des Landes für die Ausrichtung der Landesgartenschau konkret angefasst worden.

In einem Wettbewerb hatten sich 25 Architektur-Studenten der Fachhochschule Detmold mit dem Vorhaben beschäftigt und zwölf Entwürfe erarbeitet. Das Projekt eines Baumhotels für die Landesgartenschau ist zwar erledigt, ob es in der Region aber doch noch gebaut wird, lässt Weihrauch offen. Bereits in der Planungsphase habe es Anfragen von anderen Kommunen gegeben und auch erfolgversprechende Gespräche vor Ort.

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