Mi., 22.04.2015

Lokführer lassen die Züge stehen Bahnstreik trifft Millionen

 Die Züge bleiben stehen - auch in Paderborn. Millionen Pendler sind vom siebten GDL-Streik betroffen.

Die Züge bleiben stehen - auch in Paderborn. Millionen Pendler sind vom siebten GDL-Streik betroffen. Foto: Harald Iding

Berlin (dpa). Pendler und Reisende müssen am Mittwoch und Donnerstag wegen eines Lokführerstreiks improvisieren. Mit dem siebten Arbeitskampf der laufenden Tarifrunde will die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer ab Mittwochmorgen 2 Uhr den Fern- und Regionalverkehr lahmlegen. Die meisten kommen jedoch diesmal mit anderen Möglichkeiten an ihr Ziel. Die Lage auf den Bahnhöfen ist entspannt - genau so wie auf der Straße.

Wieder hat ein Streik der Lokführer Pendler und andere Reisende am Mittwoch auch in Nordrhein-Westfalen getroffen. Ob auf dem Weg zur Arbeit oder zu ferneren Zielen - Hunderttausende mussten auf andere Möglichkeiten ausweichen und auch erhebliche Verspätungen in Kauf nehmen. Das große Chaos blieb jedoch aus.

Deutsche Bahn fährt nach Ersatzfahrplan durch NRW

Auf wichtigen Strecken fuhr die Deutsche Bahn nach einem Ersatzfahrplan durch Nordrhein-Westfalen. Im Regionalverkehr und bei den S-Bahnen ebenso wie im Fernverkehr sei etwa ein Drittel der Züge unterwegs, sagte eine Bahnsprecherin in Düsseldorf. Die Züge seien so getaktet worden, dass einerseits auf der Landkarte keine blinden Flecken entstünden und andererseits die Fahrgäste verlässlich reisen könnten. Teilweise müssten sie jedoch mit Verspätungen rechnen.

In Nordrhein-Westfalen soll etwa ein Drittel der Züge im Fern-, Nah- und S-Bahnverkehr fahren, wie ein Bahnsprecher am Dienstag in Düsseldorf sagte. Die Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) will den Personenverkehr von Mittwochfrüh um 2 Uhr bis Donnerstag um 21 Uhr bestreiken. Im Güterverkehr begann der Streik bereits am Dienstag um 15 Uhr.

Als Ersatz für die streikenden Lokführer der Gewerkschaft GDL sprangen beamtete Mitarbeiter der Bahn ein. Daneben seien jene Lokführer im Einsatz, die in anderen Gewerkschaften organisiert oder nicht dem Streikaufruf gefolgt sind, teilte das Unternehmen mit. Im Laufe des Nachmittags wollte die DB eine weitere Aktualisierung zu den betroffenen Verbindungen am Donnerstag ins Internet stellen. Die Änderungen würden sich auf den bestehenden Ersatzfahrplan jedoch nur geringfügig auswirken, sagte die Bahnsprecherin.

Es blieb ruhig - nicht nur auf den Gleisen

Vielerorts hatten sich die Fahrgäste rechtzeitig nach Alternativen erkundigt. Auf den meisten Bahnhöfen blieb es ungewöhnlich ruhig. Manche Reisende buchten einen Platz im Fernbus, andere nahmen das Auto. Auf den Straßen führte das jedoch nicht zu erheblich größeren Staus als sonst, wie das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste mitteilte.

Nach Angaben der GDL in Nordrhein-Westfalen hatten sich 90 Prozent der Lokführer und Zugbegleiter dem Streik angeschlossen. Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky sagte, rund 3000 Lokführer und Zugbegleiter hätten am Mittwoch bundesweit die Arbeit niedergelegt.

Weitere Informationen zu Abfahrten für einzelne Bahnhöfe.

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