Do., 23.04.2015

Bahnausfall sorgt erneut für volle Autobahnen in NRW Lokführerstreik setzt sich fort

Der Lokführerstreik setzt sich am Donnerstag fort. Viele Pendler nutzen das Auto.

Der Lokführerstreik setzt sich am Donnerstag fort. Viele Pendler nutzen das Auto. Foto: Harald Iding

Paderborn (WB). Erneut fahren in Nordrhein-Westfalen nur rund ein Drittel aller S-Bahnen und Regionalzüge. Rund 90 Prozent Streikbeteiligung meldet die Gewerkschaft GDL. Deshalb müssen sich die Pendler auch am Donnerstag auf volle Straßen einstellen.

Der Lokführerstreik im Personenverkehr stellt in NRW auch am zweiten Tag viele Pendler vor eine Geduldsprobe. Noch bis Donnerstagabend um 21 Uhr wollen die Lokführer die Arbeit niederlegen. Bei Regionalzügen und S-Bahnen kann die Bahn deshalb nur ein eingeschränktes Angebot aufrechterhalten.

Am frühen Morgen fielen an den Hauptbahnhöfen in Köln, Düsseldorf und Essen laut Internetseite der Deutschen Bahn rund 70 Prozent der S-Bahnen und Regionalzüge aus. Private Bahnanbieter werden nicht bestreikt, ihre Züge fahren.

Mit einem Ersatzfahrplan will die Bahn erreichen, dass die Züge in Nordrhein-Westfalen in einem ähnlichen Umfang fahren wie am Mittwoch, wie eine Sprecherin der Bahn in Berlin sagte. Am ersten Streiktag war in NRW nur ein Drittel aller Züge unterwegs. Der Landesvorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, Sven Schmitte, sagte am Donnerstagmorgen, der materielle Schaden, den die Deutsche Bahn bislang hingenommen habe, übertreffe inzwischen die Höhe der Tarifforderungen seiner Gewerkschaft. 

Autobahnen voller als sonst

Aber nicht nur an den Bahnsteigen, sondern auch im Berufsverkehr ist wieder Geduld gefragt. »Bereits gestern war deutlich spürbar, dass viele Menschen auf das Auto umgestiegen sind. Die klassischen Strecken wie die A3, A52, A40 oder A57 waren voller als sonst«, sagte ein Sprecher von Straßen NRW. »Damit rechnen wir auch heute wieder.« Größere Staus blieben jedoch zunächst wie schon am Vortag aus.

Im Güterverkehr ist das Ende des Streiks erst für Freitagmorgen (9 Uhr) nach 66 Stunden geplant. Mit dem Streik will die Gewerkschaft weiteren Druck auf die Deutsche Bahn machen. Sie hatte die Tarifverhandlungen am vergangenen Freitag ein weiteres Mal für gescheitert erklärt.

Der bundesweite Ausstand ist die bereits siebte Warnstreik- oder Streikaktion seit Beginn des Tarifkonflikts.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3210716?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198401%2F2512560%2F