Di., 12.01.2016

Polizisten finden gestohlene Telefone in Paderborn, Minden und Gütersloh Drei Handys aus Köln aufgetaucht

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Von Christian Althoff

Paderborn (WB). Polizisten haben bei Asylbewerbern in Paderborn, Minden und Gütersloh drei Handys sichergestellt, die in der Silvesternacht bei den Ausschreitungen in Köln gestohlen oder geraubt wurden. Entsprechende Informationen des WESTFALEN-BLATTS bestätigten die Behörden am Montag.

In Minden wurde in der vergangenen Woche ein Marokkaner (26) in einem Supermarkt bei einem Diebstahl erwischt. Als Polizisten den Mann durchsuchten, fanden sie zwei Handys. »Eines stand auf der Liste der Smartphones, die Silvester in Köln weggekommen waren«, sagte Polizeisprecher Ralf Steinmeyer. Polizisten nahmen Fingerabdrücke des Verdächtigen und gaben den Vorgang an die Kölner Sonderkommission »Neujahr« weiter, die inzwischen mehr als 100 Beamte umfasst. Der Asylbewerber ist in Porta Westfalica gemeldet, wo er im Ortsteil Möllbergen in einer Notunterkunft lebt. Er blieb auf freiem Fuß und tauchte wenig später wieder bei der Kripo Minden auf, wo er die Herausgabe des Telefons verlangte.

Ein weiteres Handy stellten Beamte der Bundespolizei am Bahnhof Paderborn sicher. Dort kontrollierten sie einen Mann, der zunächst einen falschen Namen angab und behauptete, Marokkaner zu sein. Über seine Fingerabdrücke wurde dann aber festgestellt, dass es sich wahrscheinlich um einen 24 Jahre alten Libyer handelt. Gegen ihn lag ein Haftbefehl vor, weil er eine Strafe wegen Diebstahls nicht bezahlt hatte. Bei der Durchsuchung des Verdächtigen fanden die Bundespolizisten ein Smartphone, das aus einer Silvester-Straftat in Köln stammte. Rainer Kerstiens, Sprecher der Bundespolizei: »Der Mann bestritt, Silvester in Köln gewesen zu sein, und behauptete, er habe in Düsseldorf gefeiert.« Er entging seiner Verhaftung, weil er die offenstehende Geldstrafe von 377 Euro sofort bezahlen konnte. Unabhängig davon wird aber wegen des Handys von der Soko »Neujahr« gegen ihn ermittelt.

Das dritte Handy fanden Beamte der Sonderkommission, wie berichtet, am Samstagabend bei einem Marokkaner am Bahnhof in Gütersloh. Der 19-Jährige, der bereits seit Jahren polizeibekannt ist und auch schon im Gefängnis saß, wurde festgenommen.

Identifiziert über IMEI-Nummer

Die Polizei konnte die geraubten oder gestohlenen Handys so schnell identifizieren, weil die Besitzer die IMEI-Nummer kannten, die unveränderbare »Fahrgestellnummer« eines Telefons. Sie steht in der Regel auf der Verpackung der Geräte, sie kann aber auch jederzeit durch Eingabe der Kombination *#06# sichtbar gemacht werden. Über die IMEI-Nummer kann ein Handy geortet werden – unabhängig von der SIM-Karte. Allerdings wird dafür ein richterlicher Beschluss benötigt. Für einen Diebstahl gibt es den nicht, bei Bandendiebstählen und erst recht bei Sexualdelikten kann die Erlaubnis aber erteilt werden. Alle Straftaten, bei denen eine Überwachung des Telekommunikationsverkehrs und auch die Ortung eines Telefons genehmigt werden kann, sind im Paragraphen 100a der Strafprozessordnung aufgeführt.

Kommentare

Wie kann man Arbeit besser untergraben

Wie drepremierend ist dieses doch alles für die Polizeibeamten. Ermittelt, gefasst aber Strafe bezahlt oder
unter einer Adresse gemeldet und schon ist man wieder auf freiem Fuß. Das ist unsere Rechtssprechung.
Genauso schlimm der NSU Prozess, ich weiß nicht was das alles soll. Der Obdachlose der sich etwas aus einem Container eines Lebensmittelmarktes nimmt und erwischt wird, kommt sofort in U-Haft.
Deutsches Recht es graut mir vor Dir!!

IMEI

Warum ich als Bestohlener nicht die Erlaubnis zum Orten meines Eigentums erteilen darf ,ist mir unverständlich.
§ 100a StPO befasst sich mit der Telekommunikationsüberwachung , in meinem Verständnis also dem Belauschen von Gesprächsinhalten, was hier garnichr erforderlich wäre,
Ist der Staat der Geschädigte (Steuerhinterziehung,Subventionsbetrug oder Geldwäsche ist natürlich alles möglich.

Er entging seiner Verhaftung, weil er die offenstehende Geldstrafe von 377 Euro sofort bezahlen konnte :D :D :D :D Er hat wohl vorher schon ein paar Handys verkauft.
Was hier abgeht ist so traurig, dass man nur noch versuchen kann drüber zu lachen.

3 Kommentare

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