Fr., 15.01.2016

Polizei spricht von bis zu 800 Anhängern der Alternative für Deutschland 3000 Paderborner demonstrieren gegen AfD-Kundgebung

Gegendemonstranten der AfD-Kundgebung versammeln sich an der Herz-Jesu-Kirche.

Gegendemonstranten der AfD-Kundgebung versammeln sich an der Herz-Jesu-Kirche. Foto: Jörn Hannemann

Paderborn (WB). In Paderborn haben laut Polizei 3000 Menschen gegen eine Kundgebung der Partei »Alternative für Deutschland« (AfD) demonstriert. Auf der Gegenseite haben sich bis zu 800* Anhänger der AfD versammelt. Ende Februar will die AfD erneut in Paderborn demonstrieren.

Reinhard Menne, Sprecher der »Initiative Paderbunt«, wertete die starke Präsenz der Gegendemonstranten als großartiges Zeichen der Paderborner.

Menne war es auch, der das Grußwort des Landrates Manfred Müller vorlas. Der konnte aus terminlichen Gründen nicht teilnehmen. Zeitgleich fand auf der Wewelsburg der Neujahrsempfang des Kreises statt, bei dem Müller anwesend sein musste.

»Paderborn passt auf!«, lobte der stellvertretende Paderborner Bürgermeister Martin Pantke (SPD) das Paderbunt-Engagement.

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Sigrid Beer freute sich, trotz des »traurigen Anlasses«, dass so viele Menschen gekommen sind, um Flagge zu zeigen gegen »die Biedermänner und Brandstifter, die mit neuen Logos, aber alten Parolen antreten, um unsere Demokrat zu gefährden«.

Auch Flüchtlinge haben sich unter die Gegendemonstranten gemischt. Foto: Jörn Hannemann

Auch Flüchtlinge hatten sich unter die Gegendemonstranten gemischt. »Danke Deutschland« oder »Danke Paderborn« war auf ihren Plakaten zu lesen.

Die Kundgebung der AfD fand derweil auf dem Platz vor der Herz-Jesu-Kirche unter dem Motto »Merkel die Rote Karte zeigen« gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung statt. Bis zu 800* waren laut Polizei in der Spitze gekommen.

»Merkel muss weg« war das Motto der AfD. Deutschlandfahnen wurden geschwungen.

Der Sprecher des AfD-Kreisverbandes, Günter Koch, machte in seiner Rede deutlich, dass seine Partei zum Recht auf Asyl stehe – allerdings handele es sich bei den derzeitigen Flüchtlingen in der Mehrzahl um Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland kommen.

Dass es  bald zu einem erneuten Aufeinandertreffen kommen könnte, deutete der letzte AfD-Redner an, der eine Überraschung für Ende Februar ankündigt. »Wir kommen wieder.«

Mit Plakaten haben die Anhänger der AfD demonstriert. Foto: Jörn Hannemann

Die Polizei zeigte starke Präsenz an der Kirche und in der Florianstraße, mehrere Mannschaftwagen waren aufgefahren.

Einige Menschen versuchten an der Ecke Riemekestraße/Ferdinandstraße, den AfD-Zug mit einer Sitzblockade zu stören.

Am Freitagabend kam es laut Polizei zu drei Festnahmen wegen kleinerer Delikte, unter anderem dem Verstoß gegen das Vermummungsverbot. Außerdem explodierten innerhalb der AfD-Menge zwei Böller, deren Herkunft noch ungeklärt ist.

Die Polizei hatte der AfD zudem untersagt, ihren Protestzug über die Bahnhofstraße fortzusetzen.

Noch vor Beginn der Demonstration der AfD am Freitagabend in Paderborn hatten Gegendemonstranten mit Aktionen auf sich aufmerksam gemacht.

Vor der Herz-Jesu-Kirche haben Gemeindemitglieder ein Transparent mit der Aufschrift »Der Fremde soll Euch wie ein Einheimischer gelten...«.

Pastor Roland Schmitz (von links), Arnold Drewe vom Kolpingverein und Norbert Vossebein vom Kirchenvorstand der Herz-Jesu-Kirche. Foto: Jörn Hannemann

Mitglieder der Grünen im Kreis Paderborn haben unterdessen eine Sprayaktion gestartet. Mehr als 20 Graffitis mit der Passage des Artikels 1 aus dem Grundgesetz »Die Würde des Menschen ist unantastbar« zieren auf der Demonstrationsstrecke der AfD den Boden. Nach eigenen Angaben wollen die Grünen im Kreis Paderborn so ein deutliches Zeichen setzen.

* Die Polizei sprach um 21 Uhr von bis zu 800 Teilnehmern, zuvor war von 400 die Rede gewesen.

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