Do., 22.09.2016

Vom Laufsteg in die Buchhandlung: Lena Bröders erste Lesung Miss Germany und die Religion

Lena Bröder ist Miss Germany, Religionslehrerin und Buchautorin. Zu ihrer allerersten Lesung kam die 27-Jährige aus dem münsterländischen Nordwalde nach Paderborn. Mehr als 60 Interessierte hörten ihr zu.

Lena Bröder ist Miss Germany, Religionslehrerin und Buchautorin. Zu ihrer allerersten Lesung kam die 27-Jährige aus dem münsterländischen Nordwalde nach Paderborn. Mehr als 60 Interessierte hörten ihr zu. Foto: Besim Mazhiqi

Von Bernd Bexte

Paderborn(WB). Eine Lesung mit der amtierenden Miss Germany. Das hat es noch nicht gegeben. Lena Bröder ist halt eine etwas andere Schönheitskönigin. Die angehende Religionslehrerin aus dem Münsterland will Menschen für den Glauben begeistern. Darüber hat die 27-Jährige sogar ein Buch geschrieben.

Auch für Lena Bröder ist die Lesung eine Premiere. »So etwas habe ich noch nie gemacht«, sagt sie wenige Minuten vor ihrem ersten Auftritt als Autorin in der Buchhandlung Linnemann in Paderborn.

Siegerin bei 30 Miss-Wahlen

Obwohl sie in den vergangenen sechs Jahren bei 30 Miss-Wahlen 16 Mal als Siegerin auf dem Podest stand und das Rampenlicht auf großen Bühnen kennt – »ein bisschen aufgeregt bin ich schon«. Dann streift sie ihre Miss-Germany-Schärpe – die gehört bei jedem Auftritt dazu – über den figurbetonten Rock und die ärmellose Bluse und schreitet an der Seite von Buchhändler Antonius Linnemann auf das Podium.

Zuvor hat sie im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT erklärt, wie ihr Leben zwischen Glamour und Glaube aussieht. »Beides gehört zu mir. Die Schönheitswettbewerbe sind mein Hobby.« Ihr Glaube sei ihr seit der Kindheit Richtschnur und Fundament.

Katholisch erzogen

In Göttingen geboren, in Herzberg am Harz im Schatten einer Kirche aufgewachsen, sei die Sache Jesu immer gegenwärtig gewesen. »Ich bin katholisch erzogen worden, war bei den Sternsingern und den Pfadfindern.« Entscheidend seien auch ihre Religionslehrerinnen in der Schule gewesen. »Sie haben mir neue Wege eröffnet und mich ermutigt, diese selbst zu gehen.«

So studierte Lena Bröder Arbeitslehre und Katholische Theologie an der Universität Kassel und begann im vergangenen Jahr ein Lehramtsreferendariat für Hauswirtschaft und Katholische Religion an einer Gesamtschule in Havixbeck.

Für ein Jahr beurlaubt

»Nach meinem Erfolg bei der Miss-Germany-Wahl im Februar bin ich seit dem 1. März aber beurlaubt.« Denn als offiziell schönste Frau Deutschlands setzt sie zumindest für ein Jahr andere Prioritäten. Ihr Referendariat werde sie aber im nächsten Jahr »zu 100 Prozent« fortführen.

Überhaupt ist Bröder, die mit ihrem Freund Hendrik in Nordwalde bei Münster wohnt, ziemlich geerdet. Schönheit sei mehr als Oberfläche. »Es geht um Ausstrahlung, Selbstbewusstsein oder auch Verantwortungsbewusstsein. Eine Persönlichkeit kann schön sein«, will sie dem Klischee widersprechen, dass Miss-Wahl-Teilnehmerinnen mit den Attributen »blond, blöd und im Bikini« angemessen beschrieben sind.

Zu Besuch beim Papst

Ihre Gedanken hat sie in einem Buch festgehalten. »Das Schöne in mir – Mit Glaube zum Erfolg« heißt es. Erster Empfänger war Papst Franziskus. Auf Vermittlung ihres Verlages konnte sie es dem Oberhaupt aller Katholiken im Juni bei einer Audienz in Rom persönlich überreichen. Ein unvergesslicher Moment. »Damit ist ein großer Wunsch für mich in Erfüllung gegangen.«

In einem kurzen Gespräch – »er hat Deutsch mit mir gesprochen« – habe der Papst sie mehrmals aufgefordert: »Beten Sie für mich!« Zum Abschluss habe sie mit Franziskus sogar ein Selfie machen dürfen.

Vertrauen auf Gott

Das ist für sie mehr als Show, wie sie überhaupt ihr derzeitige Position nicht überbewerten will. Die Wahl zur Miss Germany sei nur eine Momentaufnahme. »Und ein Spiegel ist nicht nur dazu da, Äußerlichkeiten zu zeigen, sondern auch, ob ich mir noch ins Gesicht sehen kann.«

Bei der Lesung, in deren Verlauf sie sichtlich auftaut, berichtet sie von der Vorbereitung auf die Miss-Wahl, von Mädchenfreundschaften, von ihren zu dünnen Haaren – und von ihrer Lieblingsgeschichte in der Bibel. »Es ist die Geschichte von Hiob und der Theodizee«, also der Frage nach der Rechtfertigung eines liebenden Gottes angesichts des Leids in der Welt. Ihre Antwort habe sie gefunden. Es sei das Vertrauen auf Gott. Bei aller vergänglicher Schönheit: »Das bleibt.«

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