Do., 22.09.2016

Stahlsparte aber mit Halbjahresverlust – Mitarbeiterzahl steigt leicht Benteler macht mehr Gewinn

Benteler in Paderborn.

Benteler in Paderborn. Foto: Jörn Hannemann

Von Oliver Horst

Paderborn (WB). Der Benteler-Konzern mit Hauptstandort Paderborn hat seinen Überschuss im ersten Halbjahr deutlich gesteigert. Die Aktiengesellschaft mit den drei Sparten Automobiltechnik, Stahl/Rohr sowie Stahlhandel verbuchte einen Gewinnsprung gegenüber dem Vorjahr um fast 44 Prozent auf 44,1 Millionen Euro. Im Stahl/Rohr-Geschäft fiel aber ein operativer Verlust an.

Der Umsatz der Benteler AG, die ihren Sitz im österreichischen Salzburg hat, verringerte sich von Januar bis Ende Juni um 3,5 Prozent auf 3,792 Milliarden Euro. Benteler führt den Rückgang auf Währungseffekte zurück. Darum bereinigt hätten sich die Erlöse auf Vorjahresniveau bewegt, teilte das Unternehmen gestern mit. Die Herstellungskosten verringerten sich um 4,5 Prozent auf 3,416 Milliarden Euro. Die Materialkosten sanken sogar um 6,1 Prozent.

Automobiltechnik größte Sparte

Der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg derweil um 15,5 Prozent auf 85,5 Millionen. Als Motor erwies sich dabei die Automobiltechnik als mit Abstand wichtigster Zweig. Sie trug 2,93 Milliarden zum Umsatz bei und mit 77,7 Millionen den Großteil des operativen Gewinns. Ihr Vorjahres-Ebit verbesserte die Sparte damit um ein Drittel.

Der Bereich Stahl/Rohr litt indes weiterhin unter der schwierigen Marktlage mit Überkapazitäten und niedrigen Preisen. Der Umsatz reduzierte sich im Jahresvergleich von 512 auf 408 Millionen. Nach einem Ebit-Gewinn von 13,7 Millionen im Vorjahr fiel nun ein Verlust von 1,4 Millionen an. Benteler erwartet eine Besserung der Lage erst 2017. »Wir arbeiten intensiv daran, der Marktschwäche durch wirksame Vertriebsaktivitäten und konsequentes Kostenmanagement entgegenzuwirken«, erklärte Co-Vorstandschef und Finanzvorstand Boris Gleißner. Er soll im Frühjahr 2017 Hubertus Benteler an der Spitze nachfolgen.

Werk in den USA noch auf niedrigem Niveau

Beim vor Jahresfrist in Betrieb genommenen Warmrohrwerk in den USA laufe weiter die Anlaufphase sowie Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern. Derzeit werde der Ausstoß auf »noch niedrigem Niveau« gesteigert. Wenn der Markt anziehe, wolle Benteler bestmöglich vorbereitet sein, hieß es.

Im Stahlhandel gelang ein Umsatzplus von rund neun Prozent auf 532 Millionen Euro. Das Ebit verbesserte sich auf 5,0 Millionen – nach einem Verlust im Vorjahr von 600 000 Euro.

27.957 Mitarbeiter

Die Mitarbeiterzahl im Konzern erhöhte sich um 188 auf 27.957. Die Personalkosten reduzierten sich trotzdem um 2,9 Millionen. Dazu trugen auch die im »Zukunftsdialog« in der Autosparte getroffenen Einschnitte bei.

An die Eigentümer wurden insgesamt 15 Millionen Euro als Dividende ausgeschüttet.

Bis 2020 will Benteler im Gesamtjahr die Umsatzmarke von zehn Milliarden Euro erreichen.

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