So., 16.10.2016

Universal Transport ist täglich mit 300 XXL-Frachten unterwegs Giganten der Nacht

36 Meter lang und 56 Tonnen schwer ist das Betonelement, das Thomas Apel in dieser Nacht transportiert.

36 Meter lang und 56 Tonnen schwer ist das Betonelement, das Thomas Apel in dieser Nacht transportiert. Foto: Jörn Hannemann

Paderborn (WB/per). Immer wenn es eng wird, dann ist Thomas Apel in seinem Element. Der 39-Jährige ist Berufskraftfahrer beim Paderborner Logistiker Universal Transport und befördert Schwertransporte um (fast) jede noch so schmale Ecke. Das WESTFALEN-BLATT hat ihn auf einem seiner nächtlichen Einsätze begleitet.

Eigentlich sollte Apel schon seit gut einer halben Stunde unterwegs sein. Noch aber ist Stillstand für die sechs mit jeweils 36 Meter langen und 56 Tonnen schweren Bremer-Betonteilen beladenen Auflieger angesagt. »Wir müssen auf die Polizei warten, die uns bis zur Autobahn leitet. Ohne deren Begleitung dürfen wir nicht losfahren«, erklärt Thomas Apel, der seit gut sechs Jahren bei Universal Transporte arbeitet – mit 600, Mitarbeitern, 400 Fahrzeugen und durchschnittlich 300 Fahrten pro Nacht der Branchen-Marktführer in Deutschland.

Apel und seine Kollegen dürfen mit ihren tonnenschweren Ladungen nur unterwegs sein, wenn ihre Fahrt zuvor bei den Behörden angemeldet worden ist. Zudem sind Schwertransporte ausschließlich in der Zeit zwischen 22 und 6 Uhr zulässig, da dann weniger los ist auf den Straßen.

Ziel des Konvois ist die Ortschaft Biebelsheim bei Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Das liegt keine 300 Kilometer entfernt, doch planen die Disponenten von Universal Transport mit einer Strecke von 520 Kilometern. »Das liegt an den vielen maroden Brücken, die für derartige Gewichte gesperrt sind. Entsprechend müssen wir uns Umwege suchen«, erklärt Claudia Sahan, die in dem Unternehmen im Bereich Vertrieb und Marketing arbeitet.

Mit den 36 Meter langen Dachbindern von Bremer ist die Grenze des Machbaren, was auf der Straße transportiert werden kann, noch längst nicht erreichet. »Ich habe auch schon 63 Meter lange Betonteile, noch längere Rotoren von Windrädern und auch schon zehn Meter hohe Leitwerke von Airbus befördert«, zählt der 39-Jährige auf.

Für seine Zugmaschine sind die Mega-Lasten ein Kinderspiel. 580 Pferdestärken setzen die Fracht, die auf insgesamt zwölf Achen lastet, spielerisch in Bewegung. Und auch die Strecke selbst stellt in dieser Nacht keine allzu hohen Herausforderungen für Apel und seine Kollegen dar. Von Frankfurter Weg aus sind es gerade einmal 500 Meter bis zur A33 - und erst einmal auf der Autobahn, nähern sich die Konvois zunächst mit 80 Stundenkilometern ihrem Ziel. Ihnen folgen Begleitfahrzeuge, die ausgestattet mit großen Leuchttafeln, andere Verkehrsteilnehmer auf die Schwertransporte aufmerksam machen.

Nach viereinhalb Stunden Fahrt steuert der Konvoi einen Rastplatz an, um die gesetzlich vorgeschrieben Pause von mindestens 45 Minuten einzulegen. Thomas Apel gönnt sich in der Regel dann einen Kaffee, den er in der »bordeigenen« Maschine zubereitet – übrigens nicht die einzige Annehmlichkeit an Thomas Apels Arbeitsplatz: Auch ein Flachbildfernseher und Tablet-PC sorgen für Kurzweil während der Ruhezeiten.

Die Etappe endet nach sechs Stunden Fahrt schließlich in der Nähe von Koblenz. Erst am nächsten Tag oder vielmehr nach Einbruch der Dunkelheit geht es weiter Richtung Biebelsheim. Nach 30 Minuten Abladen wartet dann bereits das nächste Schwergewicht auf seinen Weitertransport: Ebenfalls Dachbinder sollen von Marktzeuln (Oberfranken) nach Regensburg befördert werden.

 

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