Sa., 14.01.2017

Mittleres Paderquellgebiet: Stadt will 4,3 Millionen Euro investieren Nah ans Wasser und zurück zur Natur

Von Maike Stahl

Paderborn (WB). Das mittlere Paderquellgebiet zwischen Paderhalle und der Mühle Reineke soll zu einer naturnahen Wasserlandschaft weiterentwickelt werden. Wie das aussehen wird, sofern die Politik ihre Zustimmung zu dem Entwurf gibt, stellte die Stadt am Donnerstagabend vor.

»Überall dort, wo es möglich ist, wollen wir die Pader renaturieren und das Wasser besser zugänglich machen«, sagte Henrike Wehberg-Krafft, die für das mit der Planung beauftragte Büro WES-Landschaftsarchitektur ( Berlin ) Rede und Antwort stand. Das derzeitige Kulturamt der Stadt auf dem ehemaligen Gärtnereigelände und das Verwaltungsgebäude der Paderhalle sollen abgerissen werden.

Rund um die Paderhalle

Um seiner Bedeutung als Stadteingang gerecht zu werden, soll der Vorplatz der Paderhalle großzügig zu einem »erweiterten Foyer« umgestaltet werden, das zum Verweilen einlädt. Möglich wird dies, weil die Busparkparkplätze neu geordnet werden. Über die neue Pflasterung sollen Besucher optisch auf die neugestaltete Promenade sowie zu den Inselspitzen geleitet werden. Der hintere Bereich der Paderhalle soll als nördlicher Abschluss des Haxthausengartens ebenfalls aufgewertet werden. Die vorhandene Rasenböschung wird durch Sitzstufen zur Tribüne. Großkronige Bäume sollen die hohe Rückansicht optisch auffangen.

Haxthausengarten

Der Garten des ehemaligen Haxthausenhofs, die abgerissen wurde, nachdem die Musikschule 2005 ausgezogen ist, soll ein neues Gesicht erhalten. Die kleine Quelle ohne Namen und der Pader­arm zur Dielenpader werden renaturiert und in den Garten integriert. Die Mauer zur Promenade hin würde bis auf Sitzhöhe abgebrochen. Der Grundriss der Villa soll so modelliert werden, als seien die nicht mehr vorhandenen Grundmauern mit Rasen überwuchert und so sichtbar geworden.

Inselspitzenweg

Die Inselspitzen werden mit Ausnahme der Grüninsel am Kulturamt parkartig gestaltet. An verschiedenen Stellen werden direkte Zugänge zur Pader geschaffen. Die Ränder sollen zu weichen, natürlichen Uferbereichen gestaltet werden. Das Gelände am Kulturamt wird naturnah entwickelt. Dazu werden etwa 40 Zentimeter Bauschutt abgetragen. Ein kurzer, angehobener Steg soll es Besuchern ermöglichen, den natürlichen Quelltopf trockenen Fußes zu erleben. Zwischen den Pader­armen wird eine Verbindung geschaffen.

Der Zugang im Bereich des Brauhauses wird durch eine teilweise Überbauung der warmen Pader vergrößert, damit der Eingang einladender wirkt.

Zeitplan

Zunächst einmal muss der Bauausschuss am Donnerstag, 19. Januar, über den Entwurf entscheiden (17 Uhr, Technisches Rathaus ). Gibt der grünes Licht, muss, um mit den wasserbaulichen Maßnahmen beginnen zu können, erst die entsprechende Genehmigung der Bezirksregierung vorliegen. Klar ist, dass das Projekt laut Förderbedingungen bis Ende 2018 abgeschlossen sein muss. »Der Zeitplan ist sehr eng. Wenn wir das schaffen wollen, müssen wir in diesem Sommer anfangen«, sagt Dr. Frank Becker , Leiter des Umwelt- und Grünflächenamtes.

Finanzierung

Die Auszeichnung des mittleren Paderquellgebietes als Städtebau-Premiumprojekt des Bundes sichert der Stadt eine entsprechende Förderung. Von den für die Umsetzung veranschlagten 3,3 Millionen Euro, muss die Stadt einen Anteil von 1,1 Millionen tragen. Hinzu kommen etwa eine Million Euro für die Renaturierung der Pader im Sinne der Wasserrahmenrichtlinie, wobei der städtische Anteil 300 000 Euro beträgt.

Resonanz

Die Pläne für das mittlere Paderquellgebiet stießen bei den etwa 50 Zuhörern auf positive Resonanz. »Ich bin mit gemischten Gefühlen hergekommen, aber der Entwurf gefällt mir total gut, weil die Natur und die Paderquellen in diesem Bereich wieder erlebbar werden«, sagte Angelika Tuschhoff. Sie ist im Haus Schwarze-Kehl im Herzen des Plangebietes groß geworden und hat eine besondere Verbindung zum mittleren Paderquellgebiet.

Willy Ernst, der die Stümpelsche Mühle erworben hat, kündigte an, dass die Mühle bald wieder Strom mit dem Wasserrad erzeugen werde. Zudem wolle er im Sommer ein Café eröffnen, über das er auch die alte Mühlentechnik zugänglich machen will.

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