Mi., 08.02.2017

Stahlsparte: Flächentarif ausgesetzt Einschnitte bei Benteler

In schwieriger Lage: die Stahlrohrsparte von Benteler.

In schwieriger Lage: die Stahlrohrsparte von Benteler.

Von Oliver Horst

Paderborn (WB). Die schwierige Branchenlage hat Auswirkungen auf die Mitarbeiter der Stahlrohrsparte des Benteler-Konzerns mit Hauptstandort Paderborn. Unternehmen und IG Metall haben einen Beschäftigungssicherungsvertrag geschlossen. Er sieht bis 2021 Abstriche beim Lohn vor, im Gegenzug aber auch Standortgarantien und Investitionen.

Rund 200 Millionen Euro werde Benteler in die fünf deutschen Standorte seiner Sparte Steel/Tube investieren, erklärte gestern Carmelo Zanghi , 1. Bevollmächtigter der IG Metall Paderborn .

In den zwei Werken in Paderborn sind 2500 der hierzulande 3700 Mitarbeiter der Sparte beschäftigt. Für sie gilt Zanghi zufolge die Zusage, dass bis zum Auslaufen des Tarifvertrags Ende 2021 betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen sind.

Lohnerhöhung wird ausgesetzt

Im Gegenzug werde die eigentlich im Mai anstehende Lohnerhöhung von zwei Prozent bis Ende 2021 ausgesetzt. Zudem gebe es bis dahin auch Abstriche beim Urlaubsgeld. Das Gesamtvolumen oder Auswirkungen auf die einzelnen Beschäftigten will Zanghi nicht beziffern. »Wichtig ist zu betonen, dass von 2022 an wieder der Flächentarif gilt«, sagt er. Es seien aber auch Regelungen getroffen worden, mit denen die Einbußen teilweise kompensiert werden könnten.

»Auch wenn es für jeden einzelnen schon eine Belastung ist, bei der es uns schwer gefallen ist zuzustimmen, ist es ein guter Vertrag«, sagt Zanghi.

Anlauf in den USA schwierig

Die Stahlsparte von Benteler leidet unter der allgemeinen Marktschwäche mit gesunkenen Preisen, Überkapazitäten und Billigimporten aus China. Der Anlauf des Stahlwerks in den USA gestaltet sich im aktuellen Umfeld schwierig. »Die Vereinbarungen sind vor diesem Hintergrund zu sehen«, erklärt Zanghi.

Im Bereich Steel/Tube musste Benteler im ersten Halbjahr 2016 einen Umsatzrückgang von rund 20 Prozent auf 408 Millionen und einen operativen Verlust von 1,4 Millionen verbuchen. Weltweit sind 3900 Mitarbeiter in dem Bereich tätig.

Ein ähnliches Paket hatten Benteler und IG Metall vor Jahresfrist auch für die Automobilsparte des Konzerns geschnürt.

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