Mo., 13.03.2017

Konzern verzeichnet Schlachtrekord – Zukunft des Werkes in Paderborn bleibt weiter unklar Trotz Großbrand: Westfleisch wieder im Plus

Im Februar 2016 war es zum Großbrand bei Westfleisch in Paderborn gekommen. Ob der Standort eine Zukunft hat, ist noch unklar.

Im Februar 2016 war es zum Großbrand bei Westfleisch in Paderborn gekommen. Ob der Standort eine Zukunft hat, ist noch unklar. Foto: Jörn Hannemann

Von Oliver Horst

Münster/Paderborn/Lübbecke (WB). Der genossenschaftliche Schlachtkonzern Westfleisch ist zurück in der Gewinnzone: Trotz des Ausfalls des Standorts Paderborn nach einem Großbrand schlachtete das Unternehmen 2016 erstmals mehr als acht Millionen Schweine.

Unter dem Strich steht ein Überschuss von rund 12,7 Millionen Euro – nach einem Vorjahresverlust von 4,1 Millionen.Den Wegfall von rund 20 Prozent der Produktionskapazität durch den Brand im Paderborner Fleischcenter im Februar 2016 glich Westfleisch vor allem durch die Übernahme eines Schlachthofes in Gelsenkirchen aus.

Frage nach Wiederaufbau hängt vom Schaden ab

Über einen möglichen Wiederaufbau des Standortes Paderborn, der aktuell nur noch das Viehlogistikzentrum OWL beheimatet, will Westfleisch in den nächsten Wochen entscheiden. Wie es vom Konzern am Wochenende hieß, soll erst die Schadenshöhe beziehungsweise die Versicherungsentschädigung feststehen.

Früher wurden in Paderborn pro Woche 30.000 Schweine sowie 1300 Rinder geschlachtet und zerlegt. Endgültig zu klären ist mit den Versicherungen noch die Regulierung des Schadens im hohen zwei- oder sogar dreistelligen Millionenbereich.

Umsatz liegt bei 2,47 Milliarden Euro

Der Umsatz der Westfleisch-Gruppe wuchs den vorläufigen Zahlen zufolge um 2,2 Prozent auf 2,47 Milliarden Euro. Der Absatz von Schweinefleisch erhöhte sich um 8,1 Prozent auf 639 000 Tonnen, der von Rindfleisch um 2,8 Prozent auf 106 000 Tonnen. Die Marktanteile seien gehalten, teils sogar ausgebaut worden. Während die Zahl der geschlachteten Schweine um 200 000 auf den Rekordwert von rund acht Millionen stieg, waren es mit 433 300 Rindern 15.000 weniger als im Jahr zuvor.

Das Rindfleischgeschäft soll durch den Ausbau des Standortes Lübbecke »zum größten und modernsten Schlacht- und Zerlegebetrieb für Großvieh in Deutschland« vorangetrieben werden. Die Nutzfläche hat sich von 2700 auf 4800 Quadratmeter erhöht. Die frühere Rinderzerlegung soll in den kommenden Monaten noch zu einem Kühlhaus für große Teilstücke umgebaut werden. Angaben zur Investitionssumme machte Westfleisch nicht.

Kapazitäten für Schlachtung sollen wachsen

Auch die Kapazitäten für die Schweineschlachtung sollen weiter wachsen. Investitionen sind im laufenden Jahr an den Standorten Coesfeld und Oer-Erkenschwick geplant, kündigte Vorstand Johannes Steinhoff an. Die gemeinsam mit Danish Crown im Jointventure Westcrown geplante Sauenschlachtung in Dissen (Landkreis Osnabrück) wird dagegen 2017 noch nicht realisiert, erklärte ein Firmensprecher am Freitag.

Von der positiven Entwicklung sollen auch die 4000 Westfleisch-Mitglieder und -Vertragspartner profitieren. Sie könnten mit einer Dividende von 2,5 Prozent auf Einlagen rechnen sowie einem nach Tierart gestaffelten Sonderbonus, hieß es. Die Ausschüttungen beliefen sich auf insgesamt 2,2 Millionen Euro.

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