Mo., 17.07.2017

Paderborner CDU-Abgeordneter will Inhalte aus Österreichs Islamgesetz übernehmen Linnemann fordert Moscheeregister

Gebet in der Sehitlik-Moschee am Berliner Columbiadamm: Sollen die Imame in deutscher Sprache predigen müssen?

Gebet in der Sehitlik-Moschee am Berliner Columbiadamm: Sollen die Imame in deutscher Sprache predigen müssen? Foto: dpa

Von Andreas Schnadwinkel

Paderborn (WB). Der Paderborner CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Linnemann will in seinem Wahlkampf auch den Umgang des Staates mit dem Islam zum Thema machen. »Wir müssen die Ausbreitung des radikalen Islams stoppen«, sagte Linnemann dem WESTFALEN-BLATT.

Was er fordert: Ein Moscheeregister soll Auskunft darüber geben, wer eine Moschee trägt und finanziert. Alle Imame sollen sich der Sprache und Lebenswirklichkeit in Deutschland anpassen. Moscheen dürfen nicht mehr zu 100 Prozent von fremden Staaten wie der Türkei und Saudi-Arabien finanziert werden.

Carsten Linnemann

Als Vorbild nennt Linnemann Österreichs Islamgesetz, das aber nicht eins zu eins auf Deutschland zu übertragen sei. »Bei uns sind nur 25 Prozent der Muslime in Verbänden organisiert, in Österreich dagegen praktisch 100 Prozent. Dort sind die Verbände Körperschaften öffentlichen Rechts. Das macht manches einfacher«, sagt Linnemann. Daher könne Österreichs Islamgesetz zwar nicht komplett übernommen werden, aber »die Inhalte können und müssen auch bei uns umgesetzt werden«.

Islam als Wahlkampfthema?

In der CDU sind nicht alle der Ansicht, dass mit dem Thema Islam Wahlkampf gemacht werden sollte. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte dem Magazin »Der Spiegel«: »In den katholischen, konservativen Landesteilen leben und arbeiten unsere Stammwähler, die AfD liegt dort unter fünf Prozent.« Mit der Forderung nach einem Islamgesetz erreiche man Protestwähler, die der AfD zuneigten, ohnehin nicht. »Sie verschrecken aber die bürgerlichen, christlich engagierten Menschen«, sagte Laschet.

Unterstützung erhält Laschet von Mike Mohring, dem CDU-Fraktionschef im thüringischen Landtag. »Wir haben ein ausgezeichnetes Programm. Themen wie ein Islamgesetz brauchen wir dafür zuvörderst nicht«, erklärte Mike Mohring.

Unterstützung von Spahn und Klöckner

Carsten Linnemann hat in der CDU prominente Unterstützer, wie CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn und die Parteivize Julia Klöckner. »Ein Islamgesetz kann die Rechte und Pflichten der Muslime in Deutschland auf eine neue rechtliche Basis stellen«, sagt Klöckner im »Focus«.

Dass in Sachen Islam Bedarf an mehr Regeln und Kontrolle besteht, macht der Besuch des Hasspredigers Abu Bilal Ismail deutlich, der am vorigen Freitag in der Afrikanischen Moschee in Berlin-Neukölln auftreten durfte. Der Imam aus Dänemark ist wegen Volksverhetzung verurteilt.

Kommentare

Genau!

Und die Muslime sollen sich auch alle persönlich registrieren! Mit einer Liste all ihrer Besitztümer, damit wir wissen was die so treiben! Am Besten weisen wir ihnen auch allen neue Wohnungen zu, im gleichen Viertel, damit wir sie alle besser beobachten können!

Jemand außer dem Linnemann nicht mitbekommen was ich meine?

1 Kommentare

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