Do., 07.09.2017

Paderborns Politiker besorgt: Was passiert bei ausverkauftem Stadion und vollen Märkten? Baumarkt schluckt 500 Arena-Parkplätze

Die Parkplätze am Stadion (P 1) bleiben. Die (rötlich eingefärbten) Stellplätze (P 2) im linken oberen Bildrand gehen an den neuen Baumarkt Hornbach.

Die Parkplätze am Stadion (P 1) bleiben. Die (rötlich eingefärbten) Stellplätze (P 2) im linken oberen Bildrand gehen an den neuen Baumarkt Hornbach. Foto: Jörn Hannemann

Von Karl Pickhardt

Paderborn (WB). Der geplante Neubau eines Bau- und Gartenmarktes kostet in der Nähe des Fußballstadions 500 Parkplätze. Die Stadion-Parkplätze P 2 bis P 4 und wohl auch P 5 und P 6 gehen verloren. Das wurde jetzt in den Bezirksausschüssen Elsen und Schloß Neuhaus bekannt.

Hornbach will in Stadionnähe in Nachbarschaft zum Einrichtungshaus Finke einen neuen Baumarkt mit Gartencenter und einen so genannten »Drive-in-Bereich« mit einer maximalen Gesamtverkaufsfläche von 18.600 Quadratmeter bauen und den heutigen Standort in Schloß Neuhaus aufgeben. Es wäre mit etwa 100 Mitarbeitern der größte Bau- und Gartenmarkt in Paderborn.

Bezirksausschüsse stimmen einstimmig zu

Der Bezirksausschuss Elsen und Mittwochnachmittag Schloß Neuhaus haben einstimmig diesen Plänen zugestimmt, allerdings auch erhebliche Sorgen über künftige Verkehrsbelastungen vor allem für Elsen und für die Verbindung Quinhagen nach Schloß Neuhaus geäußert.

Für den neuen Bau- und Gartenmarkt Hornbach sollen die Parkplatz P 2 bis P 4 und auf Vorschlag eines Verkehrsgutachters auch P 5 und P 6 mit 500 Stellplätzen geopfert werden, die an Spieltagen für die Arena zur Verfügung stehen. Gleichzeitig schafft Hornbach für seinen Markt 440 neue Parkplätze, sagte Stadtplanerin Renate Ahrens. Geplant ist ein bis zu 20 Meter hoher Werbeturm.

Sorgen wegen erhöhter Verkehrsbelastung

Ahrens verwies auf ein Verkehrsgutachten der Ingenieurgemeinschaft Schnüll Haller und Partner (SHP) Hannover, wonach das Straßennetz auch bei einem ausverkauften Stadion (15.000 Plätze), bis zu 3100 Kunden (freitags) im Hornbach Bau- und Gartenmarkt sowie der Kundschaft des Einrichtungshauses Finke (plant seit Jahren deutliche Erweiterungen und neue Möbelhäuser am Standort Paderborner Straße) den Fahrzeugverkehr selbst zu Spitzenzeiten aufnehmen könne.

Allein für den neuen Baumarkt müsse mit stündlich 259 Fahrzeugen gerechnet werden. Die Straßen und Knotenpunkte seien aber ausreichend leistungsfähig, wenn die neue Straße »Stadionallee« gebaut werde.

Elsener Politiker wie der ehemalige Bauausschussvorsitzende Raimund Bredenbals (CDU) oder Ratsherr Rainer Lummer (Für Paderborn) sorgen sich gleichwohl um eine erhöhte Verkehrsbelastung sowohl für Elsen als auch Schloß Neuhaus, wenn Autofahrer auch den Wirtschaftsweg Quinhagen als Schleichweg benutzten.

Sie äußerten auch Zweifel, ob mit Wegfall von 500 Stadion-Parkplätzen genügend Stellplätze bei einem ausverkauften Stadion und vollem Baumarkt- und Möbelhaus-Betrieb vorhanden seien. Das möge für die Dritte Liga reichen. Aber Drittligist SC Paderborn (derzeit Tabellenführer in seiner Liga) wolle ja aufsteigen. Und wenn die Parkplätze von Hornbach überbaut würden, seien sie für immer weg.

Elsens Bauausschussvorsitzender Bredenbals fordert kritische Überprüfung

Raimund Bredenbals (»habe Bauchgrummeln«) ist misstrauisch, ob Hornbach ausreichend Parkplätze plane. Mit Blick auf die nahen Stadion-Parkplätze »könnten die ja auf andere Gedanken kommen.« Er fordert eine kritische Überprüfung der Gutachten. »Wir befinden uns jetzt in der Planungsphase und müssen das rechtzeitig bedenken«, sagte Bredenbals.

Stadtplanerin Renate Ahrens erinnerte im Bezirksausschuss Elsen daran, dass südlich der Paderborner Straße im Almepark-Nord in der Nähe des SCP-Trainings- und Nachwuchsleistungszentrums Platz für mehr als 1500 Parkplätze vorgehalten werde. Zudem stünden bei ausverkauften SCP-Spielen mit einer voll besetzten Benteler-Arena 1900 Parkplätze in der Riemekestraße auf dem Nixdorf-Gelände zur Verfügung.

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