Mi., 13.09.2017

Neue Zentralstation an der Westernmauer kostet 3,3 Millionen Euro Plan B für Königsplatz-Parterre

An der Westernmauer soll die neue Bus-Zentralstation entstehen. 55 Parkplätze fallen weg, um drei Bussteiganlagen Platz zu machen. Der Umzug aus dem Untergeschoss der Königsplätze geht ins Geld: 3,3 Millionen Baukosten nennt die Verwaltung.

An der Westernmauer soll die neue Bus-Zentralstation entstehen. 55 Parkplätze fallen weg, um drei Bussteiganlagen Platz zu machen. Der Umzug aus dem Untergeschoss der Königsplätze geht ins Geld: 3,3 Millionen Baukosten nennt die Verwaltung. Foto: Besim Mazhiqi

Von Karl Pickhardt

Paderborn (WV). Eine Verlagerung der zentralen Omnibushaltestelle (ZOH) aus dem Parterre der Königsplätze zur Westernmauer in der Paderborner City kostet 3,3 Millionen Euro. Diese Baukosten hat Technische Beigeordnete Claudia Warnecke Politikern des Bau- und Planungsausschusses mitgeteilt, der am Donnerstag, 14. September, tagt.

Seit etwa acht Jahren ist eine neue Zentrale Omnibushaltestelle im Bereich Westernmauer in der Nähe des Verkehrsknotenpunktes Westerntor Thema in der Paderborner Politik. Unter Verlust von 55 Parkplätzen sollen an der neuen Zentralstation zwischen Westernmauer und Friedrichstraße und damit im Bereich der alten Stadtmauer drei Bussteiganlagen angelegt werden, die insgesamt neun Omnibussen Platz bieten.

Eine Verlagerung der Zentralstation, die im Übrigen vom Paderborner Umweltschutzverein »pro grün und der Fraktion der Bündnisgrünen kritisch beurteilt wird, soll unter anderem zur Attraktivitätssteigerung der zur Zeit sanierten Königsplätze (für 13 Millionen Euro) dienen. So wie einst Einzelhandelssprecher Ferdinand Klingenthal hat Technische Beigeordnete Claudia Warnecke jetzt in der Vorlage zum Bau- und Planungsausschusssitzung für Donnerstag (17 Uhr im Betriebsgebäude Padersprinter, Barkhäuser Straße) nochmals einer Ansiedlung eines großflächigen Lebensmittelmarktes das Wort geredet und Handelsflächen zur höchsten Priorität erhoben. Aber zum Thema »Busse raus, Einzelhandel rein« scheint noch immer keine Lösung für die 3500 Quadratmeter große Fläche der aktuellen Zentralstation vorzuliegen.

Acht Eigentümern, darunter der bekannte Imbissbetreiber Broer, gehört die derzeit wegen Bauarbeiten (Königsplätze) gesperrte Zentralstation. Broer möchte bekanntlich nach Monaten der Wanderschaft durch die Paderborner City im Zuge der Königsplätze-Sanierung wieder zurück zum Stammplatz in der Königstraße. Der Imbiss wäre dann Nachbar des gewünschten großflächigen Lebensmittelmarktes.

Platz für City-Logistik und Car-Sharing

Für die Sitzung am Donnerstag präsentiert die Stadtverwaltung einen Plan B, falls eine Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes im Untergeschoss der Königsplätze scheitert. In diesem Fall könnte die von Omnibussen geräumte Fläche für City-Logistik, Car-Sharing-Angebote, Fahrradabstellpätze oder E-Mobilität (Ladestation für Elektroautos?) genutzt werden. Eine City-Logistik soll dazu beitragen, den zuletzt öfter kritisierten Anliefererverkehr in der Fußgängerzone zu entschärfen. Kunden beschweren sich immer häufiger über Anlieferer auch zu Hauptgeschäftszeiten in den Einkaufsmeilen der Innenstadt. In einer City-Logistik werden anzuliefernde Waren gesammelt und zum Beispiel mit Elektrofahrzeugen zum Geschäft gebracht.

Mit Fortzug der Zentralstation zur Westernmauer verschwindet auch das Infolokal des Padersprinters. Es soll in einem Haus in der Westernmauer angesiedelt werden, also in unmittelbarer Nähe des neuen ZOH. Die Stadtverwaltung führt dazu Gespräche mit Immobilienbesitzern an der Westernmauer. Mit dem Eckgebäude am Bolton-Wall verschwinde auch die Toilettenanlage, teilt Warnecke mit. Ein neuer Standort werde gesucht.

Zwischenhaltestelle in der Marienstraße

In der Marienstraße neben der heutigen Zentralstation könnte künftig eine »Zwischenhaltestelle« (Warnecke) dafür sorgen, dass Fahrgäste kurze Wege zu den Geschäften haben. Das werde geprüft. Am Westerntor soll für die so genannte Uni-Linie die Haltestelle in der Bahnhofstraße in Höhe des Herz-Jesu-Kirchplatzes erweitert werden. Damit werde der Entwicklung an der Hochschule mit steigenden Studierendenzahlen Rechnung getragen. Ein Schlenker der Uni-Linie zur neuen ZOH an der Westernmauer sei nicht vorgesehen. Es soll bei einer schnellen Busverbindung Richtung Hauptbahnhof bleiben.

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