Fr., 23.09.2016

Wie in alten Tagen: Handball-Klassiker gegen Spenge im Heeper Dom Das große Prickeln

TSG-Mittelmann Til Kirsch, gerade erst 19 geworden, kann sich auf einen heißen Derbytanz einstellen.

TSG-Mittelmann Til Kirsch, gerade erst 19 geworden, kann sich auf einen heißen Derbytanz einstellen. Foto: Thomas F. Starke

Von Jörg Manthey

Bielefeld (WB). Es kann viel philosophiert werden über kurze Deckungen, geduldige Angriffe, über den außerordentlichen Wert der Torwartleistung oder irgendwelche strategische Finessen. Letztlich wird es sowieso die verflixte Tagesform sein, die den Handball-Klassiker zwischen der TSG A-H Bielefeld und TuS Spenge entscheidet.

Auch Youngster Til Kirsch (19), der seine Feuertaufe schon bestanden und sich so mit einem guten Gefühl beschenkt hat, bekommt das große Prickeln mit, dass seine erfahrenen Nebenleute längst erfasst hat. »Alle sind viel heißer. Die Halle wird kochen. Jeder muss mehr geben als 100 Prozent«, hat der Mittelmann erfahren. Nichts Neues für den Lemgoer, gestählt aus Jugendderbys gegen GWD Minden. »Ich kenne solche Situationen, auch wenn es im Seniorenbereich sicher etwas anderes ist. Es geht viel härter zur Sache. Wir haben einen guten Teamspirit. Ich denke, unsere Fans haben gemerkt, dass wir die Siege wollen.«

Michael Boy glaubt an ein »Spiel mit offenem Visier«

Michael Boy hört sowas gerne. Kein alltäglicher Abend steht der TSG bevor. »Das wird richtig heiß. Es wird eng, es wird laut, jede Entscheidung der Schiedsrichter wird kommentiert werden«, orakelt der Trainer; angespannt, aber voller Vorfreude. Er hatte den Nachbarn vor der Saison als Titelspirant Nummer eins aufs Schild gehievt. »Die Emotionen und der Kampf werden nochmal eine ganz andere Kategorie. Das müssen wir in positive Stimmung ummünzen.« Die Mannschaft, die mit den Verhältnissen besser zurechtkommt, hat einen Vorteil. Boy glaubt an ein »Spiel mit offenem Visier. Beide Teams kennen sich in- und auswendig.« Im Training hat die TSG Spenges »Lieblingsspielzüge« seziert und defensive Gegenmaßnahmen entwickelt. Die eigenen Angriffe auf den Kasten der Ex-TSG-er Bastian Räber und Kevin Becker sollen druckvoll erfolgen. »Die erste Aktion muss immer Richtung gehen«, verlangt Michael Boy. »Die Torgefahr muss immer präsent sein.« Ohne sich dabei auf überhastete Abschlüsse einzulassen.

»4:0 Punkte haben die Brust schon ein bisschen breiter gemacht. Wir müssen Spenge jetzt zeigen, dass das unsere Halle ist. Alles geben, was wir haben«, ergänzt Teammnager Matthias Geukes. Sollte der Gegner es irgendwie schaffen, die TSG vor Probleme zu stellen, »müssen wir halt spielerisch nach Lösungen suchen. Da sind wir weiter als in der Vorsaison.«

Mit Phil Holland ist wieder zu rechnen

Da hatte die TSG eigens (im Paket mit dem folgenden OWL-Derby, das nun am 1. Oktober in Augustdorf angepfiffen wird) das Heimrecht getauscht. Der Klassiker sollte traditionell in die Seidensticker Halle verlagert werden. Die Renovierungsarbeiten im Bielefelder Sporttempel haben dieses Ansinnen durchkreuzt. »Aus Erzählungen der alten TSG-er weiß ich, dass ein voller Heeper Dom ein besonderes Erlebnis ist«, stellt Matthias Geukes den »Charme einer Schulsporthalle« heraus. Es werden oben bei den Stehplätzen Zusatztribünen installiert, um auch der zweiten Runde gut gucken zu können. Die stressigste Anreise hat fraglos Dragan Ljakic gehabt: 32 Stunden im Bus aus dem serbischen Kragujevac.

Mit Phil Holland ist wieder zu rechnen. Aber wohl nicht von Beginn an. Auch zwei Meter mehr für die Abwehr stehen »Gewehr bei Fuß«: Moritz Schneider wird nach seiner Schambeinentzündung erstmals wieder auf dem Spielbericht stehen. »Es gibt Schlimmeres, als in so einem Spiel in die Saison zu kommen«, schmunzelt der Hüne, der einräumt, dass es ihm an Praxis fehle und er »nicht bei 100 Prozent« sei. Boy ist jedenfalls »froh, dass wir ihn wieder im Kader haben.« Moritz Schneider hat im Vorfeld mit seinem langjährigen Kumpel Sebastian Cuhlmann (»Die alte Schildske-Fraktion«) gefrozzelt, verkneift sich aber freche Sprüche. »Spenge hat sich die ersten Ergebnisse anders vorgestellt. Die haben mit sich zu tun und knabbern noch an der Niederlage bei Sundwig-Westig. Wenn es uns gelingt, Spenge nicht ins Spiel kommen zu lassen und wir weiter an unsere Leistungen anknüpfen können, gerade an die kämpferische, ist mir nicht bange.» Und weiter: »Dass wir so auftrumpfen, war nach der Vorbereitung nicht unbedingt zu erwarten. Das Fundament ist da. Jetzt gilt es, Konstanz zu entwickeln.«

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