Fr., 02.12.2016

DFB-Pokal-Achtelfinale: »Spiel des Jahres« für Arminia-Frauen »Wir haben schon gewonnen«

Stürmerin Sarah Grünheid (links) hat keine Angst vor den Stars des VfL Wolfsburg. »Die kochen auch nur mit Wasser.«

Stürmerin Sarah Grünheid (links) hat keine Angst vor den Stars des VfL Wolfsburg. »Die kochen auch nur mit Wasser.« Foto: Thomas F. Starke

Von Jörg Manthey

Bielefeld  (WB). »Das Flair wird passen. Wir wollen dem VfL Wolfsburg ein würdiger Gegner sein«, sagt Arminias Trainer Markus Wuckel am Tag vor dem DFB-Pokal-Achtelfinale. Und versucht seinen Frauen eine gewisse Souveränität einzuhauchen. »Wir sind doch jetzt schon der Gewinner des Spiels. Dass wir einen zweimaligen Champions League-Sieger herausfordern, ist sensationell und eine Auszeichnung für uns. Die Krönung der Arbeit der zurückliegenden Jahre.«

Die Vorfreude auf den Kampf zweier Fußballwelten (Anpfiff: heute, 19 Uhr) steigt. Dass der professionell arbeitende Pokalverteidiger Wolfsburg, gespickt mit Olympiasiegerinnen und Weltmeisterinnen, den Gastgeber mehrfach beobachtet und Videoaufzeichnungen analysiert hat, löst bei Markus Wuckel Heiterkeit aus. »So wie wir Freitagabend spielen, hat uns noch niemand gesehen.« Arminia werde demnach »nicht versuchen, mitzuspielen. Dann kegeln die uns aus.« Vielmehr werde es die Hauptaufgabe sein, die Räume eng zu machen. »Schon vor der Ballannahme müssen wir am Gegner dran sein, uns in jeden Zweikampf und in jeden Torschuss werfen.« Wuckel verlangt von seinem Team, »doppelt so viel zu laufen wie der Gegner.«

Der Ex-Profi bleibt dabei: »Ich weiß, dass alles möglich ist! Am Dienstag haben mit Schult, Blässe, Kerschowski, Peter, Mittag und Popp sechs Wolfsburgerinnen in der Nationalmannschaft gestanden, die 1:1 gegen Norwegen gespielt hat. Womöglich denken schon welche an die Königsklasse, an das Champions League-Viertelfinale gegen den französischen Serienmeister Olympique Lyon. Und da grätscht plötzlich eine Arminia dazwischen, die wie wahnsinnig um ihr Leben rennt. Da wirst du nöcklig; und es ist schwierig, dann den Hebel umzulegen. Wollen doch mal sehen, wozu Wahnsinn in der Lage ist.«

Gestern war der DSC-Trainer noch ungewohnt unschlüssig, mit welchem Personal er die erste Elf bestückt, die möglichst lange hinten die »Null« halten soll. Es ist indes davon auszugehen, dass Maxi Birker in einer tief stehenden Formation, die ab der Mittellinie aggressiv attackiert, als einzige Spitze Nadelstiche setzen soll. In der Hoffnung, dass vielleicht ein Konter durchkommt.

Torwarttrainer Platins

Der Torwarttrainer der Wolfsburger Frauen ist ein guter Bekannter in der Schüco-Arena. Ex-Armine Patrick Platins hat im Sommer seine aktive Laufbahn beendet. »Ich habe die Zeit in Bielefeld in sehr guter Erinnerung und freue mich auf die Rückkehr. Das Stadion und die Fans dort sind einmalig. Sportlich hatte ich in meiner Profikarriere nirgends so viele Einsätze wie bei der Arminia. Der Aufstieg in die zweite Liga war eine tolle Sache. Aber am Freitag sitze ich auf der Gästebank. Auch wenn Arminia Bielefeld ein toller Verein ist, will ich mit den VfL-Frauen in die nächste Pokalrunde!« Im VfL-Kader fehlen die in Bielefeld geborene Lena Goeßling und Julia Simic.

Grünheid stürmt mit »Poppi«

Arminias Sarah Grünheid freut sich auf ihre frühere Mannschaftskollegin Alexandra Popp. Mit Deutschlands Fußballerin des Jahres (2014, 2016) stürmte sie gemeinsam für den 1. FFC Recklinghausen. »Wir haben witzige Sachen zusammen erlebt.« Angst vor Wolfsburgs Starensemble hat sie nicht. »Die kochen auch nur mit Wasser«, sagt Grünheid ganz cool, wissend: »Wir haben nichts zu verlieren. Um aber das Unmögliche möglich machen zu können, brauchen wir einen absoluten Sahnetag. Erwischt auch Wolfsburg einen guten Tag, wird’s natürlich schwer. Wenn wir alles gegeben haben, brauchen wir uns auch nichts vorzuwerfen.«

Abteilungschef Werner Jöstingmeyer ist froh, wenn alles vorbei ist. »Der organisatorische Aufwand für solch ein Spiel ist enorm. Unsere Sparte ist dafür zu klein.« Hinterher beenden Mannschaft, Trainer und Vorstand im Presseraum des Stadions den Tag, wollen Pizza bestellen und »gemeinsam runterkommen.« Jöstingmeyers Wunsch: »Nicht zweistellig verlieren. Der Unterschied wird gravierend sein.«

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