Di., 12.09.2017

Positives Echo nach Auftakt-Gala – TuS 97 noch in der »Findungsphase« »Das Gesamtpaket TSG stimmt!«

Nebelschwaden, LED-Bandenwerbung, ein eigens ausgerollter Handballboden: Das alles trug zur TSG-Euphorie bei.

Nebelschwaden, LED-Bandenwerbung, ein eigens ausgerollter Handballboden: Das alles trug zur TSG-Euphorie bei. Foto: Bernhard Pierel

Von Jörg Manthey und Arndt Wienböker

Bielefeld (WB). Nach einem glorreichen 33:21-Sieg über einen direkten Mitkonkurrenten im Aufstiegskampf das Haar in der Suppe zu finden, ist die Aufgabe eines Trainers. So fahndete Michael Boy also nach Punkten, an denen seine TSG A-H Bielefeld im Training noch zu arbeiten hat.

»Ich weiß, das ist Jammern auf hohem Niveau. Aber so muss unser Niveau auch sein«, erklärt Boy, wenn er etwa an die ausgelassenen freien Möglichkeiten denkt. »Sowas kann in einem engen Spiel auch mal bestraft werden. Wenn wir gleich die erste Chance genommen haben, hat Gladbeck uns sofort einen Denkzettel verpasst.« Die Lektion: weiter geduldig spielen, dabei den Druck aufrecht erhalten. Auch die Seitwärtsbewegung der Abwehr Mitte der zweiten Hälfte habe nicht so gepasst; da müssten die Absprachen besser funktionieren.

»Wir haben vieles richtig gemacht und Gladbeck geschlossen überrannt. Das war ein Ausrufezeichen! Die Mannschaft hat geschlossen gebrannt, das hat den Gegner beeindruckt. Solche Emotionalität muss uns in jedem Spiel auszeichnen«, verlangt Boy, der ein Sonderlob an Nils Prüßner vergab. Der Linkshänder langte vorne wie hinten zu. »Es macht Spaß, ihm zuzugucken.«

Spaß im Handballtempel

Christian Sprdlik, der gewandte Geschäftsführer, sah allen Aufwand, die Arena in einen Handballtempel zu verwandeln, vergolten. »Das Gesamtpaket TSG stimmt!« Und das Echo der Spieler war eindeutig. »Wir waren total euphorisiert, auch durchs ganze Drum und Dran in der Halle. Beeindruckend, was da hingezaubert wurde«, schwärmte Tobias Fröbel. »In der zweiten Hälfte hatten wir Probleme mit der offenen Deckung. Da hat Gladbeck uns zu Fehlern gezwungen. Wir müssen vorne sicherer werden.« Torhüter Max Kroll ergänzte diese Bebachtung: »Mehr Bewegung vorne und hinten die Spannung halten. Wenn wir in der Saison immer so fokussiert spielen wie heute, wird es ganz schwer, uns zu schlagen.«

Spaßhandballer Julius Hinz ärgerte sich nur kurz über seinen verworfenen Siebenmeter. Dafür gelang dem Linksaußen ja ein wunderschönes Kempator zum 22:9, als er ein weites Kastening-Zuspiel direkt aus der Luft verwertete. »Top Abwehr, super Torwart«, strahlte der Blondschopf nach seiner Ligapremiere für die TSG. Er sah die Seidensticker Halle erst zum dritten Mal. »Die Stimmung war super.«

Am kommenden Sonntag führt die Reise zum TuS Ferndorf II. Der Aufsteiger hat in Mennighüffen eine 20:37-Klatsche kassiert. »Wir müssen diese Aufgabe noch ernster nehmen als Gladbeck. Das muss in die Köpfe«, verlangt Boy. »Die werden sich sicher richtig zusammenreißen und wollen diese Scharte zu Hause wettmachen.«

Daniel Meyer rätselt

TSG-Stadtrivale TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck trauert unterdessen der verpatzten Chance hinterher, im Auftaktspiel beim Mitaufsteiger TuS Möllbergen die ersten Punkte einzufahren. »Das war definitiv nicht nötig«, sagte Linksaußen Daniel Meyer mit Blick auf das 22:27. Der 7:1-Blitzstart des Gegners hätte die Jürmker noch nicht geschockt. »Damit hatten wir gerechnet.« Warum allerdings nach einer starken Aufholjagd und einer eigenen 17:14-Führung völlig der Faden riss, ist auch Meyer ein Rätsel: »Wir sind danach nicht mehr als Mannschaft aufgetreten. Warum, weiß ich auch nicht.« Möllbergen beantwortete die Jöllenbecker Schwächephase mit einem 9:0-Lauf und legte damit den Grundstein zum Sieg. Daniel Meyer: »Verdammt ärgerlich, denn wir hätten zwei Punkte mitnehmen können und die wären gegen einen Mitkonkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt natürlich enorm wichtig gewesen.«

Die noch fehlende Kontinuität führt Trainer Eric Husemann auch darauf zurück, dass die Automatismen nach einer »durchwachsenen Vorbereitung« noch nicht so da sind wie erhofft. »Wir müssen uns weiter einspielen.« Der Sportliche Leiter Thorsten Lehmeier bestätigt: »Wir sind noch in der Findungsphase.« Die sollte allerdings nicht zu lange dauern, denn sonst könnten die Jürmker schnell der Musik hinterherlaufen.

»Calli« Welge überragend

Am Samstag kommen die Sportfreunde Loxten in die Sporthalle Jöllenbeck. Eine alles andere als einfache Aufgabe, zumal die »Frösche« beim 28:23-Auftaktsieg gegen den HSV Hemer durchaus zu überzeugen wussten. Überragender Akteur auf dem Parkett war Pascal Welge zwischen den Pfosten. Der Ex-TSGer brachte es auf 22 Paraden. »Wir wissen, wie stark Calli halten kann. Dass er das im ersten Heimspiel sofort so bringt, ist natürlich eine tolle Sache«, lobte SFL-Trainer Thomas Lay den Matchwinner.

Ernüchterung in Spenge

Einen herben Dämpfer kassierte gleich zum Auftakt der TuS Spenge bei der 29:36-Heimschmach gegen den ASV Hamm II. Als »sehr ernüchternd« bezeichnete Trainer Heiko Holtmann den schwachen Auftritt seiner Mannschaft. Allein Neuzugang Phil Holland zeigte mit zwölf Toren und gekonnten Anspielen auf Kreisläufer Oliver Tesch seine Klasse. Der ebenfalls von der TSG nach Spenge gewechselte Leon Prüßner blieb ohne Torerfolg.

 

 

 

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