Fr., 13.10.2017

Handball-Oberliga: TuS 97 geht als krasser Außenseiter ins Derby gegen die TSG Die Rollen sind klar verteilt

So war’s vor knapp zwei Jahren: Am 13. November 2015 verlor der TuS 97 in einer »Abwehrschlacht« das Derby gegen die TSG mit 14:19. Von den Spielern auf dem Foto ist heute nur Christian »Michel« Niehaus (TuS 97, Nr. 5) dabei. TSG-Kreisläufer »Calle« Wagner (Nr. 10) ist noch verletzt – alle anderen sind weg.

So war’s vor knapp zwei Jahren: Am 13. November 2015 verlor der TuS 97 in einer »Abwehrschlacht« das Derby gegen die TSG mit 14:19. Von den Spielern auf dem Foto ist heute nur Christian »Michel« Niehaus (TuS 97, Nr. 5) dabei. TSG-Kreisläufer »Calle« Wagner (Nr. 10) ist noch verletzt – alle anderen sind weg. Foto: Bernhard Pierel

Von Arndt Wienböker und Jörg Manthey

Bielefeld (WB). Es ist angerichtet am Freitag, dem 13.: Wenn am Abend (20 Uhr) das Stadtderby der Handball-Oberliga zwischen Aufsteiger TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck und Spitzenreiter TSG A-H Bielefeld angepfiffen wird, sind die Rollen klar verteilt!

Die Gäste aus dem Heeper Dom reisen als verlustpunktfreier Tabellenführer und klarer Favorit in die Sporthalle Jöllenbeck. Eine Ausgangsposition, mit der sich beide Trainer anfreunden können. TuS 97-Coach Erich Husemann fühlt sich in der Rolle des Underdogs nicht unwohl. »Die TSG hat in den ersten fünf Spielen gezeigt, zu was sie im Stande ist. Sie spielen bereits sehr konstant. Wir werden einen sehr guten Tag brauchen, um dagegenzuhalten, werden aber natürlich alles reinhauen. Und dann sehen wir, was dabei herauskommt.« Dabei setzt Husemann auch auf die bisherigen Heimauftritte gegen Loxten und Ferndorf II, die im Gegensatz zu den drei Auswärtsspielen beide gewonnen werden konnten. »Daran müssen wir  anknüpfen.« Wohlwissend, dass die TSG nochmal ein anderes Kaliber darstellt: »Wir müssen versuchen, die Abwehr zu knacken und dürfen den Gegner nichts ins Tempospiel kommen lassen.«

Genau das wünscht sich natürlich Michael Boy. »Wir müssen unsere Stärken durchbringen.« Der TSG-Trainer warnt zugleich vor Übermut: »90 Prozent werden nicht reichen.« Was Boy zudem positiv stimmt, ist die Erfahrung, die sein neu formiertes Team mitbringt. »Wir haben viele Spieler dabei, die so eine Kulisse gewohnt sind und die Atmosphäre positiv aufnehmen.«

Jöllenbecks Linksaußen Daniel Meyer – der einzige Spieler, der schon für beide Vereine am Ball gewesen ist – freut sich genauso wie seine Mitstreiter auf 60 Minuten Derby-Atmosphäre in einer rappelvollen Halle. »Wir haben alles dafür getan, dass es dieses Derby wieder gibt. Jetzt wollen wir versuchen, die TSG zu ärgern und ein paar Nadelstiche zu setzen. Mal sehen, was rauskommt.«

Verbale Scharmützel im Vorfeld des Derbys gibt es so gut wie keine, was auch darauf zurückzuführen ist, dass beide Mannschaften ihren eigenen Weg gehen und Berührungspunkte unter den Spielern rar gesät sind. »Die sportliche Rivalität ist aber natürlich da und ich brauche die Jungs fürs Derby nicht zusätzlich motivieren«, versichert Eric Husemann.

»Heimspiel« für Maximilian Kroll

Für Maximilian Kroll ist es ein »Heimspiel« – der TSG-Keeper wohnt schließlich in Jöllenbeck. Kroll ist Musikwart und wird seinem Team vorher musikalisch einheizen. Für sich pflegt der 24-Jährige ein Ritual. Vor jedem Match hört er zwei bestimmte Lieder. »Was Hartes, um mich zu pushen. Nicht jedermanns Geschmack«, grinst er. Deshalb ist er auch der Letzte, der aus der Kabine kommt.

Kroll, der sich das Wurfverhalten der Jürmker eingeprägt hat, hat eine recht illustre Vita vorzuweisen. Mit den Füchsen Berlin wurde er Deutscher A-Jugendmeister, bestritt acht Spiele für die Juniorennationalmannschaft und gehörte als dritter Torwart hinter Silvio Heinevetter und Petr Stochl zum Berliner Bundesligakader. Über die Stationen GSV Eintracht Baunatal (2. Liga) und Eintracht Hildesheim (3. Liga) fand er zur TSG – und fühlt sich hier wohl. »Ich bin supergut aufgenommen worden und freue mich auf jedes Training.« Kroll macht Steigerungspotenzial aus: »Unser Entscheidungsverhalten ist mitunter noch verbesserungswürdig. Ruhig mal den Ball runter nehmen, Tempo raus, neu aufbauen«, findet er. Sein Wunsch für heute Abend: »Eine konzentrierte Leistung, souverän auftreten – dann wird das schon.«

Die Vereinsfunktionäre Ralf Klusmann (TuS 97) und Christian Sprdlik (TSG) wünschen sich »ein schönes Event und Werbung für den Handball in Bielefeld«.

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