Fr., 03.11.2017

CatsXplosion freuen sich auf Cheerleading-Weltmeisterschaft in Takasaki/Japan 65 Sekunden gegen den Rest der Welt

CatsXplosion, der Senior All Girl Groupstunt der Wildcats mit Fliegerin Luisa Cierpka, hat das Ticket zur WM in Japan gelöst. Nächste Woche geht’s los. Das Ziel: Takasaki.

CatsXplosion, der Senior All Girl Groupstunt der Wildcats mit Fliegerin Luisa Cierpka, hat das Ticket zur WM in Japan gelöst. Nächste Woche geht’s los. Das Ziel: Takasaki. Foto: André Zarnke

Von Jörg Manthey

Bielefeld (WB). Guten Tag heißt »Konnichiwa«, Danke »Arigato«. Und bloß nicht in der Öffentlichkeit die Nase schnauben. Die fünf Mitglieder der Cheerleader-Formation CatsXplosion haben längst Basiswissen aus dem Japan-Knigge gepaukt. Takasaki auf der Hauptinsel Honshu ist am 11./12. November Gastgeber für die 9. IFC Cheerleading-Weltmeisterschaft – und der Bielefelder Senior All Girl Groupstunt ist dabei!

Es wird allerdings bloß ein Kurztrip ins Land des Lächelns; für Sightseeing wird kaum Zeit bleiben. Los geht die Hechelei am Mittwoch, 8. November – und fünf Tage später schon wieder retour. Hannover, London, Tokio: Mehr als 15 Stunden dauert der Flug für Luisa Cierpka (17), Vanessa Kronshage (20), Nina Henkel (27), Julia Henkel (23) und Michelle Gehner (19). Es folgen 58 Minuten im Shinkansen, dem bis zu 320 km/h schnellen Hochgeschwindigkeitssuperzug von Tokio nach Takasaki. Als Delegationsleiter fungiert Bernd Henkel; der weilte geschäftlich schon dort und kennt die Japan-Gebrauchsanweisung.

Als DM-Dritte nachgerückt

Japan! Erst drei Tage vor Meldeschluss flatterte Julia Henkel die Mail mit der kostenintensiven WM-Einladung ins Postfach. »Ich war total perplex. Wir sind als DM-Dritte unserer Kategorie nachgerückt, weil die vor uns platzierten Blue Stars verzichtet haben.« Umgehend begann das Klinkenputzen, um die sportliche Exkursion auf die andere Seite des Globus in einem finanzierbaren Rahmen zu halten. »Wir haben bei vielen Firmen und Privatpersonen um Hilfe angefragt«, erklären Julia Henkel und Michelle Gehner. Die Firma Agfeo etwa bekommt für ihre Spende als Gegenleistung einen Cheerleader-Auftritt bei der Weihnachtsfeier.

65-Sekunden-Auftritt

Gegen den Rest der Welt: Nach zweimonatiger Trainingspause bereitet sich die Formation erst seit Anfang September auf das WM-Abenteuer vor. Nur 65 Sekunden dauert die Routine (Auftritt) mit bestimmten Pflichtelementen wie Basket, Liberty oder Tic Toc, die von Punktrichtern nach Schwierigkeitsgrad und Ausführung bewertet werden. »Unser Programm stand ja. Wir haben an der Choreographie nicht viel geändert.« Flyer ist Schülerin Luisa Cierpka, die Jüngste im Quintett. Sie vollführt auf dem Stunt verschiedene Motions (Armbewegungen) und Figuren, die das Herz der Übung bilden. CatsXplosion hoffen auf einen guten Tag in Takasaki – nicht so wie bei den offenen Meisterschaften in Bottrop, als gar nichts klappte.

Gut 100 aktive Cheerleader haben die Bulldogs – eine kleine Armee. »Wenn wir zu Meisterschaften anrücken, ist das schon ein ganz imposantes Bild, das durchaus einschüchternd auf andere wirken kann«, schmunzelt Julia Henkel, Industriekauffrau. »Wir sind der größte Verein in NRW.«

Cheerleader sind mehr als nur hübsches Beiwerk bei Footballspielen. Cheerleading, dieser attraktive Mix aus Turnen, Akrobatik, Tanz und Anfeuerungsrufen, ist mehr als glitzernde Kostüme und gute Laune und hat sich als Wettkampfsport längst emanzipiert. Bei der achten WM 2015 in der Berliner Max-Schmeling-Halle mit etwa 800 Teilnehmern aus 23 Nationen stellte das leistungsstarke Japan, seit 2001 zum dritten Mal WM-Gastgeber, mit vier Goldmedaillen und dreimal Silber die erfolgreichste Nation. Aber auch Deutschland braucht sich keineswegs zu verstecken. Bei der Europameisterschaft in Zagreb/Kroatien räumte Schwarz-Rot-Gold mit 18 Titeln und insgesamt 47 Podestplätzen am meisten ab.

Amtshilfe von den Royals

CatsXplosion bekommen vom Verband Trainingsanzüge gestellt. Die Zeit, um einheitliche und passende Germany-Kostüme zu bestellen, war angesichts des späten Nachrückens zu fortgeschritten. Amtshilfe erhielten sie aus Weinheim. Die Royals der Weinheim Longhorns hatten die Nation bei der Berlin-WM vertreten und zögerten bei der Anfrage nicht, den Bielefelderinnen ihren »heiligen« Germany-Dress von damals auszuleihen. »Echt nett, einfach so. Ein bisschen umnähen, Deutschland-Schleifen fürs Haar – und los geht’s«, grinst Julia Henkel.

Vorfreude wächst täglich

Vor kulinarischen Tretminen haben sie keine Angst. Die Vorfreude bei den »Gaijin« (Fremden) wächst täglich. Julia Henkel und Michelle Gehner unisono: »Wir freuen uns auf das Erlebnis, unabhängig vom Abschneiden. Bei einer WM in Fernost dabeigewesen zu sein, können später nicht viele von sich behaupten.«

Verlaufen sollte sich die Bielefelder Delegation nicht in Takasaki City. Die japanischen Bezeichnungen für Hotel (hoteru) – eingecheckt wird ins Park Inn – und Bahnhof (eki) haben sie sich eingeprägt. Michelle Gehner, die Sport und Geschichte auf Lehramt studiert, ist sehr an der fremden, mitunter rätselhaften und unergründlichen Kultur interessiert. »Aber keiner will mit mir ins Historische Museum.«

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