Mo., 06.11.2017

2. Frauen-Bundesliga: Arminia bleibt nach 1:0-Derbysieg auf Platz zwei Annabel Jäger trifft Gütersloh ins Mark

Annabel Jäger, von Trainer Markus Wuckel bei der vierten Ecke in der 64. Minute nach vorne beordert, stand am zweiten Pfosten goldrichtig und traf zum 1:0. »Ich freue mich so sehr für die Mannschaft. Wir haben einen guten Lauf«, strahlte sie.

Annabel Jäger, von Trainer Markus Wuckel bei der vierten Ecke in der 64. Minute nach vorne beordert, stand am zweiten Pfosten goldrichtig und traf zum 1:0. »Ich freue mich so sehr für die Mannschaft. Wir haben einen guten Lauf«, strahlte sie. Foto: Hans-Werner Büscher

Von Jörg Manthey

Bielefeld  (WB). »Derbysieger, Derbysieger, hey, hey...« Derweil der blaue Arminia-Reigen triumphierend tanzte, verdrückte Josephine Giard, leer ausgegangene Torjägerin des FSV Gütersloh, so manche Träne. 1:0 (0:0) hieß es nach 90 intensiven, kampfbetonten Minuten auf dem tiefen Grün des Queller Waldstadions – der DSC festigte Tabellenplatz zwei in der 2. Frauen-Bundesliga!

Das Tor des Tages erzielte die Ex-Gütersloherin Annabel Jäger, bei der vierten Ecke Maxi Birkers von Trainer Markus Wuckel nach vorne beordert. »Eigentlich bleibe ich ja sonst immer hinten.«

 

Diesmal lauerte sie am zweiten Pfosten. Genau dort senkte sich in der 64. Minute Birkers präzise getretener Eckball, und mit entschlossenem Körpereinsatz rammte Jäger den Ball zum Sieg ins Netz. »Das war eine wichtige Reaktion nach der Niederlage gegen Cloppenburg«, fand Abwehrchefin Sandra Hausberger.

Nach diesem versöhnlichen Ende der Kräfte zehrenden Englischen Woche mit den Punkten vier, fünf und sechs (und ein bisschen OWL-Prestige dazu) umarmte Markus Wuckel jede einzelne Spielerin. »Wir wollten den Sieg mehr als Gütersloh. Das ist Fußball. Das muss man leben. Ganz stark!«, brüllte er heiser. Aufgrund der deutlichen Steigerung nach dem Wechsel war der Dreier sicher nicht unverdient.

Gütersloh in der ersten Halbzeit stärker

Doch vor dem Wechsel dominierte der FSV. Die Roten, die hoch verteidigten, waren überwiegend im Vorwärtsgang, ohne aus ihrer optischen Überlegenheit Kapital schlagen zu können. Die Ex-Arminin Kamila Kmiecik zielte aus der Distanz knapp über die Latte (13.), Josi Giard wurde von Vivien Brandt gestoppt (18.), und nach einer halben Stunde »brannte« es im Bielefelder Strafraum. Letztlich lenkte Brandt einen Wolf-Schuss noch soeben an den Pfosten, ehe die vielbeinige Abwehr den Ball vor Giard klären konnte.

In der Kabine »Gas gegeben«

Arminia brachte nach vorne nur wenig Konstruktives zustande. Die langen Bälle waren einfach zu lang für Stürmerin Sarah Grünheid, oder Referee Anja Klimm entschied auf Abseits. Die beste Gelegenheit bot sich noch Oliwia Wos, die im Anschluss an die erste Ecke im Nachschuss an Sarah Rolle scheiterte (28.).

Mit »viel Glück«, so DSC-Abteilungsleiter Werner Jöstingmeyer, ging es nach einem nicht immer schön anzusehenden Kraftakt torlos in die Kabine. »Wir waren nicht immer Herr der Lage. Gütersloh war bärenstark und uns oft einen Schritt voraus.« Dass der Gastgeber dermaßen verhalten agierte, war aber wohl auch ein bisschen Strategie.

»In der ersten Halbzeit waren wir zu passiv. Es war das dritte Spiel in sieben Tagen. Wir wollten nicht überpacen, sonst wären wir nach 70 Minuten weggekippt«, meinte Wuckel. Und grinsend: »In der Kabine haben wir Gas gegeben und danach nichts mehr zugelassen.«

FSV-Trainerin Britta Hainke rätselt

Wie verwandelt startete die gepushte Arminia in den zweiten Durchgang und kämpfte sich in die Partie. Das gesteigerte Engagement wurde binnen kurzer Zeit mit einer ganzen Reihe von gefährlichen Ecken belohnt. Bei der zweiten köpfte Laura Liedmeier überweg (62.), und die vierte ging wie beschrieben über Torfrau Rolle – und saß!

Fernschüsse waren hüben wie drüben ein gern gewähltes Mittel, doch Kmiecik (71.) und Jäger (74.) zielten über die Latte. Nachdem die frühere Gütersloherin Vivien Brandt zweimal nicht von Melanie Ott bezwungen werden konnte (76., 77.), konnte Markus Wuckel endlich seine Erleichterung rausschreien. »Jaaaaaaaaaaa!«

Untermalt von Bielefelder Fangesängen (»Die Nummer eins in OWL«), rätselte FSV-Trainerin Britta Hainke (»Vielleicht habe ich die falschen Worte gewählt«), warum ihr Team die Courage des ersten Durchgangs in der Kabine gelassen hatte, und trauerte zumindest einem Remis nach. »Wir hatten das Spiel doch im Griff. Aber plötzlich hatten wir keinen Zugriff mehr, sind nicht mehr so in die Zweikämpfe gegangen; nicht mehr dahin, wo es weh tut.«

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