Fr., 02.12.2016

HSG zum Siegen verdammt – Verl hat nur sechs gesunde Spieler – TSG-Faktor Dähne Kollenbergs heikle Mission

Max Kollenberg steht mit der HSG Gütersloh morgen Abend gehörig unter Druck. In Altenbeken muss ein Sieg her, sonst verliert der Handball-Verbandsligist den Anschluss.

Max Kollenberg steht mit der HSG Gütersloh morgen Abend gehörig unter Druck. In Altenbeken muss ein Sieg her, sonst verliert der Handball-Verbandsligist den Anschluss. Foto: Wolfgang Wotke

Von Dirk Heidemann

Kreis Gütersloh (WB). Spieler weg, Co-Trainer weg, Trainer weg, Tabellenletzter der Handball-Verbandsliga. Die HSG Gütersloh steckt in einer ihrer schlimmsten Krisen seit der Gründung im Jahr 1994. Bevor Anfang der kommenden Woche ein neuer Coach präsentiert werden soll, steht am morgigen Samstag (17 Uhr) der Sportliche Leiter Matthias Kollenberg in der Verantwortung.

Seine heikle Mission: Das Kellerduell bei der nur zwei Punkte besser platzierten HSG Altenbeken/Buke müssen die Gütersloher eigentlich schon gewinnen, um noch eine realistische Chance auf den Klassenerhalt zu besitzen. »Danach heißen unsere Gegner Hahlen, Möllbergen und Harsewinkel. Wenn wir in der Hinserie noch etwas holen wollen, dann wohl in Altenbeken«, sagt Kollenberg, der die Geschehnisse der vergangenen Wochen als »kontraproduktiv« bezeichnet: »Dass ich mich mit solchen Sachen ausein­andersetzen muss, hatte ich mir persönlich nicht so vorgestellt, als ich mein Amt angenommen habe.«

Jetzt gelte es, im Kampf um den Ligaverbleib über das Kollektiv zu kommen. Denn mit jedem verlorenen Spiel sinkt die prozentuale Wahrscheinlichkeit, dass es über diese Saison hinaus Verbandsligahandball in Gütersloh geben wird. Wunder wird aber auch Matthias Kollenberg nicht vollbringen können. »Ich heiße nicht Dagur Sigurdsson und ich kann auch nicht über das Wasser laufen«, sagt der 52-Jährige, der seine Kontakte in den Herforder und Bielefelder Raum hat spielen lassen, um personelle Verstärkungen für die HSG an Land zu ziehen – ohne Erfolg. »Ich traue der Mannschaft auch in dieser Konstellation den Klassenerhalt zu. Dazu bedarf es aber einer Leistungsexplosion«, sagt Matthias Kollenberg daher beinahe ein wenig trotzig.

Hoffnungsträger sind nun Niklas Schulze, der nach seiner Kreuzbandverletzung Mitte bis Ende Januar zur Verfügung stehen wird, sowie 1,95-Meter-Mann Jonas Maletzki aus der eigenen vierten Mannschaft. In Altenbeken muss die HSG noch auf beide verzichten, zudem sind die erkrankten Mirko Torbrügge, Fabian Diekmann und Jonas Wibbelt längst nicht zu 100 Prozent fit.

TV Verl

Das Topspiel des zehnten Spieltags steigt morgen Abend um 19 Uhr in Verl, der gastgebende Turnverein sowie der TSV Hahlen liegen als Dritter beziehungsweise Vierter nur zwei Zähler hinter Spitzenreiter TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck. »Wenn ich weiter jammere und trotzdem die Punkte hole, dann ist alles gut«, sagt TVV-Trainer Sören Hohelüchter mit Blick auf die erneut angespannte Personalsituation. Am Dienstag begann die Übungseinheit mit acht Spielern, nach dem Bänderriss von Niklas Fischedick beim Fußballspiel (!) waren es am Ende noch sieben. Am Mittwoch standen lediglich fünf Akteure zur Verfügung – Hohelüchter sagte das Training ab. Um sich überhaupt unter Wettkampfbedingungen auf Hahlen einstimmen zu können, bat der Coach gestern Abend fünf Feldspieler und zwei Torhüter aus der A-Jugend hinzu. Einige von ihnen werden morgen auch zum Verbandsligakader gehören.

»Mit Patrick Schmidt, Alexander Busche, Andre Hesse, Alexander Wiese, Thomas Fröbel und Thilo Vogler habe ich momentan gerade einmal sechs gesunde Spieler«, sagt Sören Hohelüchter. Ausgerechnet jetzt erscheint der von Ex-Nationalspieler Arne Niemeyer geführte TSV an der St. Anna-Straße. »Er bringt viel Struktur rein und macht nichts überhastet«, so Hohelüchter, der das bisher schwierigste Saisonspiel erwartet.

TSG Harsewinkel

Ähnlich betrachtet Manuel Mühlbrandt die Ausgangslage vor der Auswärtspartie seiner TSG Harsewinkel am morgigen Abend um 18 Uhr bei der HSG EK/TuS Spradow. »Ich sehe uns dort nicht als Favorit«, sagt »Mühle«, der ein letztes Mal gesperrt von der Tribüne aus zuschauen muss. Die Spitzenteams aus Jöllenbeck sowie Möllbergen geschlagen und jetzt Angst vor dem Tabellenletzten? »Es wird ein ganz anderes Handballspiel. Dabei geht es nicht um die große spielerische Qualität sondern um Abstiegskampf«, ist Mühlbrandt gespannt darauf, ob seine junge Mannschaft die erwartete Härte der Hausherren annehmen wird.

Im weiteren Saisonverlauf wollen die Harsewinkeler ihren eingeschlagenen Weg fortsetzen und unter Beweis stellen, dass die Siege über Jöllenbeck und Möllbergen keine Eintagsfliegen waren. »Wir wollen das Gebilde festigen«, so Manuel Mühlbrandt, der nicht verhehlt, dass die zuletzt eingefahrenen 7:1 Punkte eng mit der Rückkehr von Torhüter Johnny Dähne verbunden sind. »Er ist natürlich ein Faktor, nicht nur in den Spielen. Mit Johnny bekommen wir auch mehr Qualität ins Training, die hat uns während der Vorbereitung und zu Saisonbeginn eindeutig gefehlt«, sagt der Harsewinkeler Coach.

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