Di., 10.01.2017

13.400 Euro verlagern Insolvenz in den Februar – 217.000 Euro retten Oberliga-Saison Wer kauft dem FC Gütersloh Zeit?

Andre Niermann macht in der Vereinsgaststätte Roggenkamp reinen Tisch. Verbindlichkeiten in Höhe von 100 000 Euro drücken den FC Gütersloh, 150.000 Euro fehlen zusätzlich bis zum Ende der Saison. So droht spätestens im März die Insolvenz.

Andre Niermann macht in der Vereinsgaststätte Roggenkamp reinen Tisch. Verbindlichkeiten in Höhe von 100 000 Euro drücken den FC Gütersloh, 150.000 Euro fehlen zusätzlich bis zum Ende der Saison. So droht spätestens im März die Insolvenz. Foto: Carsten Borgmeier

Von Dirk Heidemann

Gütersloh (WB). Konkrete Lösungen gibt es (noch) nicht. Vielmehr sind es wieder nur Signale, die der am Abgrund taumelnde FC Gütersloh empfängt, wenn es um seine Rettung geht. Daher blieb es auf der mit Spannung erwarteten Pressekonferenz in der Vereinsgaststätte Roggenkamp auch nur bei einem weiteren Appell, dem von der Insolvenz bedrohten Klub finanziell unter die Arme zu greifen.

Als prominente Fürsprecher eines Fortbestandes des FCG hatten Hermann Korfmacher , Präsident des Westdeutschen Fußball-Verbandes (WDFV), sowie Heiner Kollmeyer (Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion) die Medienvertreter zu einer Zusammenkunft geladen, »um Klartext zu reden«. Beide bezeichneten sich als »Vereinsmitglieder in höchster Besorgnis.« Das Wort ergriff zunächst der nicht nur von einer Bronchitis schwer gezeichnete FCG-Präsident Andre Niermann (scherzend: »Vorab brauch ich erst einmal einen westfälischen Doppelkorn«) und klärte über den Stand der Verbindlichkeiten auf. Die bewegen sich bei rund 100.000 Euro, 67 000 davon seien nicht verhandelbar und müssten vom Verein sofort beglichen werden.

Dabei handele es sich um ausstehende Gehaltszahlungen sowie Abgaben an den Verband oder die Berufsgenossenschaft . »Der Rest verteilt sich auf die Frahmkes dieser Welt«, erzürnte sich Niermann noch einmal über den ehemaligen Marketingmann aus Driburg. Forderungen stellen aber auch der frühe Jugendleiter Dirk Konerding sowie Jugendtrainer Uli Laustroer, die von Niermann namentlich nicht genannt wurden. Um die Saison sauber zu Ende zu bringen, müssten zudem mindestens noch weitere 150.000 Euro aufgebracht werden, denn der Verein hat monatliche Fixkosten von 25.000 Euro. In der Summe benötigt der Klub also 217.000 Euro, um ein Insolvenzverfahren zu umgehen.

Das wird spätestens zum 1. Februar eröffnet – es sei denn, es findet sich jemand, der mit seinem privaten Geld die November-Gehälter der Oberliga-Mannschaft in Höhe von 13.400 Euro übernimmt. Dann würde das Insolvenzgeld, das drei Monate lang an die Spieler gezahlt wird, die Monate Dezember bis Februar umfassen. »Wenn in diesem Monat niemand bereit ist, die Liquidität zu sichern, wird Dr. Rainer Eckert das Insolvenzverfahren eröffnen«, sagte Hermann Korfmacher, der vom Insolvenzverwalter am Montagabend eine »klare Aussage« erhielt: Das Verfahren wird auf keinen Fall mangels Masse abgelehnt. Auf dem Vereinskonto hatten sich nach Angaben Niermanns Mitte der vergangenen Woche 15.000 Euro befunden. »Die Stoßrichtung ist relativ klar. Auch Dr. Eckert ist daran gelegen, dass der Traditionsklub FC Gütersloh weiter bestehen wird«, sagte Hermann Korfmacher.

Den ausführlichen Bericht lesen Sie am Mittwoch, 11. Januar, im WESTFALEN-BLATT, Lokalsport Gütersloh

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