Do., 16.02.2017

Am Freitag trifft der SC Wiedenbrück um 19 Uhr auf den SC Verl Promi-Runde blickt auf das Regionalliga-Derby

Heribert Bruchhagen hat mal zwei Derby-Protagonisten unter seinen Fittichen gehabt. Er trainierte SCV-Präsident Raimund Bertels und SCW-Coach Alfons »Ali« Beckstedde.

Heribert Bruchhagen hat mal zwei Derby-Protagonisten unter seinen Fittichen gehabt. Er trainierte SCV-Präsident Raimund Bertels und SCW-Coach Alfons »Ali« Beckstedde. Foto: Carsten Borgmeier

Von Christian Bröder

Kreis Gütersloh (WB). Freitagabend, Flutlicht, Fußball: In der Regionalliga West startet der 21. Spieltag mit dem 14. Gütersloher Kreisderby. Der SC Wiedenbrück empfängt um 19 Uhr im Jahnstadion den SC Verl. Das WESTFALEN-BLATT hat ein namhaft besetztes Quartett gewinnen können: Zwei Bundesliga-Schwergewichte mit Bindung zur Region und zwei Sportreporter-Größen blicken auf das Prestigeduell sowie den Fußball hierzulande.

Heribert Bruchhagen (68), seit dem 14. Dezember Vorstandsboss beim Hamburger SV, bezeichnet sich zwar nicht mehr als ausgewiesener Fachmann des Fußballs im Kreis. Der Funktionär aus Harsewinkel ist aber dennoch immer up to date. »Ich verfolge jeden Montag die Geschehnisse der Vereine. Da ich 20 Jahre lang Spieler und Trainer in Gütersloh war, schlägt mein Herz natürlich für den FCG und den Heidewald. Die Entwicklung des SC Verl zum führenden Verein habe ich aber hautnah verfolgen dürfen.«

Bruchhagen hat Bertels ( Verl ) und Beckstedde ( Wiedenbrück ) trainiert

Zwischen 1988 und ‘89 war »Heri« für ein Jahr Trainer an der Poststraße. »Aus dieser Zeit rührt eine sportliche Freundschaft zu Manfred Niehaus, Hans-Hermann Vosshenrich, Wolfgang Beckhoff und Rudolf Fortkord, die mich noch heute mit dem SC Verl verbindet.« Auch zum heutigen Präsidenten Raimund Bertels hat er einen guten Draht: »Ihn habe ich als damaligen Nachwuchsspieler in die Mannschaft eingebaut.« Auch ein Wiedenbrücker ist schon in den Genuss von Übungseinheiten unter Bruchhagen gekommen. »Der Trainer Ali Beckstedde war mein Spieler und schon damals ein toller Junge«, erinnert sich der HSV-Boss. Gegen Wiedenbrück hätte früher aber immer nur die zweite Mannschaft des FCG gespielt: »In der Regel sogar erfolgreich.«

HSV-Boss wünscht sich drei Regionalligisten für den Kreis Gütersloh

Im Derby am Freitagabend tippt Bruchhagen auf ein 1:0 für den SC Verl, gleichwohl macht er beiden Klubs ein großes Kompliment: »Beide Vereine leisten doch sportlich Großartiges und haben eine entsprechende Kulisse verdient.« Generell wünscht sich Heribert Bruchhagen, dass »drei Vereine des Kreises in der Regionalliga spielen würden. Davon würden alle profitieren – dazu gehört die Rückkehr des FCG. Davon bin ich überzeugt, leider ist nur der Zeitpunkt nicht vorhersehbar.«

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Egal ob Schalke gegen Lüdenscheid Nord oder Wiedenbrück gegen Verl, solche Spiele bieten immer eine besondere Leidenschaft.

Clemens Tönnies

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Clemens Tönnies (60), Aufsichtsrats-Boss von Schalke 04 aus Rheda Wiedenbrück, weiß: »Ein Derby polarisiert jeden Fußballbegeisterten – natürlich auch mich. Egal ob Schalke gegen Lüdenscheid Nord oder Wiedenbrück gegen Verl, solche Spiele bieten immer eine besondere Leidenschaft.« Generell würde er sich für »unsere Heimat Ostwestfalen« natürlich ein Derby an der Tabellenspitze wünschen. »Aber ich weiß nur zu gut, dass Fußball nicht immer planbar ist«, erklärt der Fleischfabrikant der Emsstadt.

Beim gebürtig aus Gütersloh stammenden Sportkommentator Marco Hagemann (40), der jüngst in der Kategorie »Beste Sportsendung« für die Tennis-Liveübertragungen der Damenfinals bei den Australian und US Open mit dem deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde, ruft das Derby Erinnerungen an seine aktive Zeit beim VfB Schloß Holte hervor.

Fernsehpreisträger Hagemann erinnert sich an Ascheplatz und Ledernetze

»Sonntagmorgens, dritte Mannschaft, Ascheplatz – und gekickt haben wir auf Tore mit Ledernetzen. Wenn du getroffen hast, kam der Ball zurück wie von einem Katapult. Wir haben oft auch gegen Verl und Wiedenbrück gespielt«, so Hagemann. Zudem ist er in Verl zur Schule gegangen. Täglich fuhr der Bus an der Poststraße vorbei. Mitte der 90er Jahre habe er einige Spiele verfolgt, der SC Wiedenbrück sei da noch nicht der Verein gewesen, der er heute ist. Hagemann: »Beide Klubs halten sich beachtlich, denn es spielen ja Klubs mit anderen Möglichkeiten in der 4. Liga.« Sein Tipp? »2:2.«

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Bielefeld bringt Kilometergeld. Auch Gütersloh macht Journalisten froh.

Werner Hansch

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Ein altgedienter Kollege mit Kultstatus ist Werner Hansch (78). Die lebende Sportreporter-Legende könne sich zwar sportlich kein Urteil zum Gütersloher Kreisderby erlauben, eine kleine Schmonzette hätte er aber auf Lager. »Früher, zu meiner aktiven Zeit, gab es in unserer Reporter-Generation einen Spruch. Der ging so: Bielefeld bringt Kilometergeld. Auch Gütersloh macht Journalisten froh«, so Hansch. »In dem Sinne wünsche ich eigentlich beiden Klubs im Derby drei Punkte. In jedem Fall sollen sie aber danach noch viele Siege einfahren, damit sie in solche Ligen kommen, in die der Westdeutsche Rundfunk seine Ü-Wagen zu Spielen rausschickt.«

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