Do., 12.01.2017

Fußball: Der Haller Felix Vobejda hofft auf einen Profi-Vertrag in der Major League Soccer »Die beste Entscheidung meines Lebens«

Felix Vobejda bei einem Spiel seiner Uni-Mannschaft UCLA. Mit guten Leistungen hat sich der Haller in den USA für höhere Aufgaben empfohlen.

Felix Vobejda bei einem Spiel seiner Uni-Mannschaft UCLA. Mit guten Leistungen hat sich der Haller in den USA für höhere Aufgaben empfohlen.

Von Jens Horstmann

Halle/Los Angeles (WB). Während seine Familie in Deutschland wohl tief und fest schlafen wird, könnte sich für den Haller Felix Vobejda das Leben verändern. Der 24-jährige Fußballer gehört nämlich zu einem Kreis von 260 Spielern, die bei dem Draft der US-Profiliga MLS (Major League Soccer) in Los Angeles von den Vereinen gewählt werden können.

Und für Vobejda könnte dies die Chance auf eine Profikarriere sein. Wenn er in einer der vier Draft­runden, in der jeder der 22 Vereine einen Spieler wählen darf, von einem Klub »gepickt« wird. Aktuell hat er gute Chancen auf die dritte Runde: »Meine Berater führen viele Gespräche im Hintergrund. So kann man seine Chancen etwas abwägen.

Die dritte Runde scheint realistisch.« Allerdings werden zunächst die ersten zwei Runden gezogen. Die dritte und vierte Runde folgen am 17. Januar: »Daher bin ich auch total entspannt. Ich genieße jetzt die letzten Tage in L.A. mit Freunden und meiner Freundin.«

Die UCLA ein gefühlter Lottogewinn

Auch Weltmeister Mario Götze hat Felix Vobejdas Uni UCLA besucht.

Vor vier Jahren begann Vobejda mit seinem Psychologie-Studium an der University of California in Los Angeles (UCLA), einer der renommiertesten Unis im Land. Möglich wurde dies durch ein Sportstipendium. »Eigentlich kostet das Studium hier 60.000 Euro im Jahr. Ohne das Stipendium wäre das für mich also nicht finanzierbar gewesen«, sagt der Haller. Zuvor war er in Deutschland über die Stationen VfR Wellensiek (Jugend) und SC Verl II zur U21 des VfL Osnabrück gewechselt. Eine Profikarriere schien damals nicht wirklich realistisch.

Aber nicht nur deshalb war die Entscheidung für die UCLA ein gefühlter Lottogewinn für den damals 20-Jährigen: »Der Wechsel in die USA war die beste Entscheidung meines Lebens. Akademisch wie sportlich hat die Uni ein Top-Niveau. Und Los Angeles ist natürlich eine richtige coole Stadt. Auch habe ich Freunde fürs Leben gewonnen.«

Zunächst unterschätzt

Dabei wurde er als eher kleiner (177 Zentimeter) und schmächtiger Spieler zunächst unterschätzt. Denn wie in den anderen Hauptsportarten ist den Amerikaner auch im Fußball nichts wichtiger als Physis und Athletik. »Aber nach ein paar Spielen wussten die Trainer mich besser einzuschätzen.«

Zu Hause fieberte Papa Christian, der auch als Stützpunktrainer in Steinhagen arbeitete, vor dem PC mit. »Ich glaube, er hat 97 Prozent aller Spiele gesehen, egal ob um ein Uhr oder vier Uhr nachts. Wir haben dann über mein Spiel gesprochen. Das Feedback war mir eine große Hilfe.«

In der abgelaufenen Saison absolvierte Vobejda 20 Spiele, davon 18 als Starter. Fünf Tore und zwei Vorlagen sprangen dabei heraus. »Eine super Quote, schließlich bin ich als Linksverteidiger aufgelaufen. Ich bin hier so etwas wie ein Allrounder, habe vorne wie hinten jede Flügelposition gespielt. Am liebsten spiele ich aber immer noch den Linksaußen«, gibt er zu.

Plan B

Vobejda wurde anschließend zur »Combine« eingeladen. Dort können sich ausgewählte Spieler den Vereinen präsentieren »Laut der Trainer ist es eine absolute Ehre, dabei zu sein. Denn man kann sich nicht anmelden, sondern man wird nur eingeladen.« Neben Athletiktests duellieren sich die »Combine«-Spieler in vier Teams auch auf dem Platz.

»In der zweiten Partie habe ich mich leider etwas verletzt, daher wird das dritte für mich nochmal wichtig. Aber nach meinen ersten Eindrücken würde ich schon sagen, dass ich zu den besten 25 Spielern gehöre«, so Vobejda. Entscheidend sei, wie man in das System der Vereine passe. »Und da ich viele Positionen spiele, schätzen mich die Vereine vielleicht nicht richtig ein.«

Sollte es nicht klappen, hat er schon einen Plan B: »Dann mache ich ein Praktikum in Hamburg. Außerdem haben ein, zwei Regionalligisten Interesse. Das wäre natürlich auch eine super Konstellation für mich.« Doch zunächst heißt es heute: Daumen drücken.

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