Di., 27.06.2017

1300 Euro Schulden für Trikot-Druck: ehemalige Firma klagt Vorstand und Verein an Mustangs schwänzen Gerichtstermin

Etwa 1300 Euro schulden die Westfalen Mustangs einer ehemaligen Firma aus Rheda-Wiedenbrück für Trikot-Beflockung.

Etwa 1300 Euro schulden die Westfalen Mustangs einer ehemaligen Firma aus Rheda-Wiedenbrück für Trikot-Beflockung. Foto: David Inderlied

Von Jan Gruhn

Rheda-Wiedenbrück (WB). Es dürften nicht die einzigen offenen Rechnungen des Basketball-Pleiteklubs sein: Axel und Melanie Münstermann wollen sich nach vier Jahren endlich das Geld für den Bedruck von Trikots der Westfalen Mustangs wiederholen. Doch beim Termin am Amtsgericht Rheda-Wiedenbrück ist vom Vorstand keine Spur.

Es geht um etwa 1300 Euro plus Zinsen und Prozesskosten. Die mittlerweile nicht mehr bestehende Firma Münstermann aus Rheda-Wiedenbrück hat für den Klubchef der Mustangs mehrfach Trikots beflockt. »Er hat immer versprochen, zu zahlen«, sagte Melanie Münstermann, die am Montag ihren Mann Axel beim Gerichtstermin vertrat.

Das Geld sei nie eingegangen

Aber das Geld sei nie eingegangen, die Rechnungen sind seit 2013 offen. Deshalb haben sich die Münstermanns dafür entschieden, vor Gericht gegen Verein und Vorstand vorzugehen.

Weil sich aber von den Mustangs-Machern niemand zur Verhandlung um 12 Uhr blicken lässt, fällt das Gericht ein Versäumnisurteil. Die Münstermanns hoffen so, dass Geld am Ende doch noch zu bekommen.

Besonders bitter: Beide waren laut Melanie Münstermann im Verein engagiert, haben den Basketball-Regionalligisten bei den Spielen unterstützt. Doch trotzdem habe der Vereinsboss, zu dem die Münstermanns eigenen Angaben zufolge einen engen Kontakt pflegten, sie immer wieder hingehalten und mit verschiedenen Ausreden vertröstet.

Im September gab es dann den Mahnbescheid

Im September 2016 wurde es dem Ehepaar dann allerdings zu viel – sie schickten dem Klub-Chef einen Mahnbescheid. Der brachte aber nichts ein. Damit blieb nur der Schritt vors Gericht. »Und wir sind nicht die Einzigen, die betroffen sind«, meinte Münstermann nach der Verhandlung.

Anfang Mai waren die Geldprobleme des Klubs öffentlich geworden. Ex-Sponsor Horst Pflüger hatte wenige Tage später über die unglückliche Finanz-Liaison mit den dauerklammen »Wildpferden« ausgepackt. Einen fünfstelligen Betrag pro Jahr hat der Unternehmer eigenen Angaben zufolge seit 2015 in den Verein gesteckt.

Ex-Sponsor wirft dem Vorstand vor, Geld zweckentfremdet zu haben

Auch Pflüger, der seine Engagement als Sponsor Anfang April schließlich beendet hatte, kündigte bereits eine Klage an. Teile der Mittel, die der mittelständische Betrieb zur Verfügung gestellt hat, sollen vom Initiator des 2010 gegründeten Vereins und seiner Mutter zweckentfremdet worden sein, so der Vorwurf.

Das Geld sollte für Spielergehälter und nicht für Altschulden verwendet werden, erklärte Pflüger damals im WESTFALEN-BLATT. Vier Spieler hatten sich in diesem Zusammenhang über ausbleibende Gehälter und schlechte Unterbringung beschwert.

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