Di., 18.07.2017

Fall Mustangs: Verbandsanfrage beim Finanzamt – Auflagen gemacht WBV-Boss fordert Aufklärung

Kristoffer Douse (rechts) hat die Westfalen Mustangs, wie viele andere Akteure, verlassen. Er spielt fortan für Herford.

Kristoffer Douse (rechts) hat die Westfalen Mustangs, wie viele andere Akteure, verlassen. Er spielt fortan für Herford. Foto: David Inderlied

Von Christian Bröder

Kreis Gütersloh (WB). Nach dem vorläufigen, noch inoffiziellen Spielplan des Westdeutschen Basketball-Verbandes (WBV) würde die neue Saison in der 1. Regionalliga für die Westfalen Mustangs am 16. September um 19.30 Uhr mit einem Heimspiel gegen Pro B-Absteiger Citybaskets Recklinghausen starten. Dass die Partie tatsächlich ausgetragen wird, erscheint aber mehr als fraglich.

Aktuell schreibt der Verein aus Rheda-Wiedenbrück weiter negative Schlagzeilen. Der Klubvorsitzende ist zuletzt zu drei Gerichtsterminen nicht erschienen. Beim jüngsten vor dem Arbeitsgericht in Bielefeld sprach die zuständige Richterin am vergangenen Freitag ein Versäumnisurteil in Höhe von 9055 Euro aus.

Gerüchten zufolge soll der 2010 gegründete Verein wegen Verbandsschulden jetzt auch noch beim WBV gesperrt werden. »Das kann ich so nicht bestätigen«, relativiert WBV-Präsident Uwe Plonka (Hagen) zwar gestern im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Auch gelte bis auf weiteres Neutralität »genauso wie für die restlichen 450 Vereine«. Gleichwohl würde der Fall Mustangs den ohnehin schon »heißen Sommer noch mehr aufheizen«, so der 61-Jährige, dem die Wiedenbrücker »Wildpferde« gehöriges Kopfzerbrechen bereiten.

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Sicher kann man von einem Reputationsschaden für den Basketball in OWL und darüber hinaus sprechen. Einfach ausschließen können wir den Verein aber nicht.

Uwe Plonka

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Die finanziellen Probleme und Gerichtstermine wegen ausstehender Gehaltszahlungen und unbezahlter Rechnungen sind auch den Offiziellen in Duisburg nicht verborgen geblieben. Darf ein Klub unter solchen Voraussetzungen überhaupt starten? »Sicher kann man von einem Reputationsschaden für den Basketball in OWL und darüber hinaus sprechen. Einfach ausschließen können wir den Verein aber nicht. Rein juristisch bin ich derzeit vorsichtig mit Aussagen«, erklärt Plonka. Zu viel sei in der Schwebe.

Anfrage beim Finanzamt blieb ohne Ergebnis

Der WBV versucht zwar, sich Auskünfte zur gegenwärtigen Situation zu verschaffen. So hat er sich als Beispiel beim Finanzamt Rheda-Wiedenbrück zur Körperschaftssteuerfreistellung des Vereins und somit zu dessen Gemeinnützigkeit (die Voraussetzung für eine Mitgliedschaft im WBV) erkundigt. Aufgrund des Finanzgeheimnisses blieb die Anfrage aber ergebnislos.

Anwältin legt Mandate nieder, kein Kontakt mehr zwischen WBV und Klub

Der Verein, auch seine Facebook-Seite ist mittlerweile gelöscht, trägt nicht zur Klärung bei. Nachdem in der vergangenen Woche die bisherige Anwältin alle Mandate niedergelegt hat, ist der Kontakt vom Verband zum Klub quasi abgerissen. Plonka, selbst langjähriger Vereinsfunktionär, sagt: »Ich habe das Gefühl, das er auch gar nicht gewollt ist. Das ist schade, denn ich wünsche mir Aufklärung. Durch das Ausscheiden der Anwältin haben wir aber eine neue Ausgangssituation, die wir in unserer Präsidiumssitzung nach den Ferien besprechen. Wir alle, auch die anderen Klubs, erwarten eine Stellungnahme und werden überlegen müssen, wie wir mit den Mustangs verfahren.«

Den ausführlichen Artikel, alles über die Auflagen des Verbandes und die Folgen eines Rückzugs, lesen Sie am Mittwoch, 19. Juli, im WESTFALEN-BLATT, Lokalsport Gütersloh.

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