Mi., 11.01.2017

Spieler des FC Kastrioti Stukenbrock reist freiwillig aus Der Abschiebung zuvorgekommen

Avdyl Haliti muss in den Kosovo zurück. In Deutschland hat er nur einen Pass, um Fußball zu spielen.

Avdyl Haliti muss in den Kosovo zurück. In Deutschland hat er nur einen Pass, um Fußball zu spielen. Foto: Hendrik Fahrenwald

Von Hendrik Fahrenwald

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Trauriger Heimkehrer: Avdyl Haliti, Stürmer des FC Kastrioti Stukenbrock, kommt in dieser Woche seiner Abschiebung zuvor und reist freiwillig in den Kosovo zurück. Dort steht er vor dem Nichts. Nur der Fußball gibt ihm Hoffnung.

Auf seine alte Heimat und seinen neuen Lebensabschnitt freut sich Haliti nicht. Es geht für ihn nach Ferizaj, die drittgrößte Stadt des Kosovo . Dort kommt er zunächst bei seinen Eltern unter.

Mehr weiß Haliti von seinem neuen Leben nicht. »Für mich bricht eine Welt zusammen, weil dort mein Leben von null anfängt und ich nicht weiß, wie ich das schaffen soll«, sagt Haliti.

Er hat sich lange vor dem Schritt gewehrt. »Ich habe zuletzt versucht mit der Hilfe von Anwälten meine Aufenthaltserlaubnis zu verlängern«, sagt Haliti. Doch es gab keinen Ausweg mehr.

Mit fünf Jahren erstmals nach Deutschland

Um der Abschiebung zuvorzukommen, tritt er nun die freiwillige Ausreise an. Für den 30-Jährigen geht es nicht zum ersten Mal zurück.

Im Alter von fünf Jahren ist er nach Deutschland gekommen. Mit 14 Jahren ging es in den Kosovo zurück, ehe es ihn mit 21 Jahren erneut nach Deutschland zog. »Seitdem bin ich, abgesehen von kurzen Unterbrechungen, neun Jahre hier, das ist meine Heimat«, sagt Haliti.

Am liebsten auf dem Fußballplatz

Am liebsten ist er in Deutschland auf dem Fußballplatz. Beim 1. FC Köln hat er schon mal ein Probetraining absolviert. Während er 2011 für den Landesligisten SV Höxter und den damaligen A-Ligisten FC Kastrioti Stukenbrock spielte, wurde er zum albanischen Sportler des Jahres 2011 in Deutschland gewählt.

Anschließend wechselte er zum VfB Fichte Bielefeld in die Landesliga. Nach einem Umzug nach Wiesbaden mit seiner damaligen Frau schaffte er den Schritt in die Verbandsliga.

Trainer lobt Qualitäten des Stürmers

Dann kam die Scheidung, und Haliti ging 2015 zurück zum FC Kastrioti Stukenbrock in die Kreisliga B. »Von der Kreisliga B bis in die Bezirksliga gibt es keinen besseren Stürmer als ihn«, lobte sein Trainer und Teamkollege Naim Pajaziti die Qualitäten des Stürmers vor seinem letzten fußballerischen Auftritt in Deutschland.

Beim Senne-Cup brachte er am Wochenende als torgefährlicher Torwart sein Team bis ins Viertelfinale.

Nicht nur die ungewisse Zukunft bereitet Haliti derzeit Sorgen. »Ich gehe mit Angst, denn ich fürchte, dass ich nicht mehr nach Deutschland zurückkommen kann.«

»Ich spreche Deutsch, ich habe gearbeitet.«

Warum er gehen muss, ist für ihn unerklärlich. »Ich spreche Deutsch, ich habe gearbeitet, und ich habe nie etwas verbrochen«, sagt Haliti. »Es ist traurig, dass ich trotzdem zurückgeschickt werde.«

Im Baugewerbe hatte er sich selbstständig gemacht. »Ich dachte, dass ich mich damit rette«, sagt er. »Dann musste ich Ende November aufgrund der drohenden Abschiebung mein Gewerbe abmelden.«

Starthilfe gibt es nicht

Eine Starthilfe im Kosovo gibt es für ihn nicht. Nur der Fußball gibt ihm derzeit Hoffnung. »Ich will dort wieder als Profi anfangen«, sagt Haliti.

Mit seinem alten Verein KF Ferizaj, der in der höchsten kosovarischen Spielklasse spielt, hat er bereits Kontakt. »Sie erwarten mich mit Sehnsucht«, sagt Haliti, der ebenso mit Sehnsucht von Kosovo nach Deutschland blicken wird. »Mein Traum ist es, längerfristig irgendwann wieder nach Deutschland kommen zu können.«

Kommentare

Wer ist Schuld?

Also ich bin AFD Wähler, sehe aber auch keinen Grund den Mann abzuschieben. Bei uns läuft es eben von vorne bis hinten schief. In Afrika steigt die Einwohnerzahl bis 2050 um über 1 Milliarde. Wir werden uns noch wundern was für Menschenmassen zu uns kommen möchten. Es wird Zeit für ein Gesetz die Leute die im Mittelmeer aufgefischt werden sofort wieder in Afrika abzusetzen. Das wird sich dann auch rumsprechen und Leben retten.

Die Linken und Grünen kämpfen aber für den Zuzug von Massen von Armutsflüchtlingen, auch mit Hilfe der linken Medien. Merkels Totalausfall irritiert ebenso, die bürokratisierte Gegenwehr fordert andererseits Oper. Es ist bedauerlich, jemand der unsere Sprache spricht rauszuwerfen und dafür andere reinzuholen, die viel Geld kosten und bei denen Integrationserfolg nicht sicher ist.


Hat schon mal jemand gegen Kastrioti Fußball gespielt?

Hat schon mal jemand von Euch gegen Kastrioti Fußball gespielt? Seit Jahren die einzige Mannschaft der Kreisliga B die Jahr für Jahr für Spielabbrüche sorgt.

Fassungslos

Ich kann es absolut nicht nachvollziehen, wieso die dafür zuständigen Behörden so handeln.
Da ist mal einer mit Köpfchen, der für seine Ziele arbeitet und kämpft und dann sowas.

Die dafür Verantwortlichen sollten sich ernsthaft schämen!
Es gibt genug Problemstifter und so einer muss raus aus dem Land, ich bin absolut fassungslos!

Grundlose Abschiebung.

Meine Frage ist, warum wird so ein super Typ abgeschoben? Er hat sich super integriert, war sportlich aktiv und stand mit beiden Beinen im Leben. So einen Typ anzuschieben ist doch traurig. Armes Deutschland!

Warum den Falschen?

Der junge Mann hat sich super integriert! Warum werden nicht die wirklich gefährlichen abgeschoben? Es leben hier Auländer, die kein Deutsch können, nicht arbeiten und das sehr viele Jahre!
Irgendetwas läuft hier falsch.

5 Kommentare

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