Mi., 08.11.2017

Auf Bezirksliga-Rennstrecke fährt gelb-roter Bolide auf Rang sechs vor FC Nieheim gibt mächtig Gas

Von Jürgen Drüke

Nieheim (WB). Nach stotterndem Start läuft der Motor des FC Nieheim in der Fußball-Bezirksliga inzwischen auf Hochtouren. Dabei sind noch nicht alle PS ausgereizt und auf die Strecke gebracht worden. Zahlreiche Leistungsträger sind verletzt. Der qualitativ starke Kader befördert die Gelb-Roten wieder auf Kurs.

Der FC Nieheim hat im Vergleich zu Beginn der Saison hochgeschaltet: »Die Mannschaft hat eine sehr gute Qualität. Die Einstellung ist super. Das Thema Aufstieg ist bei uns angesichts von 14 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter SCV Neuenbeken kein Thema mehr. Wir wollen jedes Spiel gewinnen und nach Möglichkeit den gerade aktuellen Gegner überflügeln, wenn sich denn die Möglichkeit im direkten Vergleich bietet«, sagt Spielertrainer Raffaele Wiebusch. So wie am vergangenen Sonntag gegen die DJK Mastbruch. Vor dem Anpfiff waren beide Mannschaften noch punktgleich. Die Weberstädter spielten souverän auf und gewannen 3:1. Vorher gab es am Reformationstag ebenfalls einen 3:1-Erfolg beim vor Saisonbeginn auserkorenen Meisterschaftsfavoriten SV Heide Paderborn. »Wir treten sehr kompakt auf. Aus dem Spiel heraus gibt es für die Gegner kaum noch Torchancen«, macht Wiebusch große Fortschritte aus und sieht darin den Hauptgrund für die Aufholjagd der Weberstädter auf der Rennstrecke Bezirksliga. Das jeweilige Gegentor gegen Mastbruch und Heide Paderborn resultierte jeweils aus einem Standard.

Team steuert geradeaus

Der FCN steuert geradeaus und mit hoher Geschwindigkeit in die Spitzengruppe. Der FCN befindet sich auf der Überholspur. Das macht Spaß. Vor den Erfolgen gegen Mastbruch und Heide Paderborn standen ein 5:2 in Anreppen sowie ein 3:1-Heimerfolg gegen die Sportfreunde Warburg. Zwölf Punkte aus den vergangenen vier Spielen sind top.

Die Gründe für den Fehlstart werden beim Blick in den Rückspiegel deutlich. Sie begründen sich in der Umbruchsituation. Neun Abgängen standen zehn Neuzugänge gegenüber. »Es sind gute Akteure zu uns gestoßen. Die Neuen mussten sich akklimatisieren. Wir mussten uns kennenlernen«, blickt der FCN-Coach zurück. Nicht nur die abgestimmten Laufwege auf dem Spielfeld, sondern auch der Teamspirit sind die Voraussetzung für Erfolg.

Langzeitverletzte

 

Der FC Nieheim tat sich in der Vorbereitung zunächst schwer. So setzte sich der Bezirksligist beim Nachbarn und B-Ligisten SV Bredenborn im Krombacher-Kreispokalspiel erst in der Verlängerung durch. Hinzu gesellte sich großes Verletzungspech, das immer noch akut ist. »Wir haben zahlreiche Langzeitverletzte. Sie würden in jeder Bezirksligamannschaft in der Anfangsformation stehen«, ordnet Spielertrainer und Torjäger Wiebusch die personellen Verhältnisse ein.

»Gott sei Dank haben wir trotz der Ausfälle die Qualität. Der Kader ist gleichwertig und sehr gut besetzt«, betont der 36-Jährige. Deshalb hat er die deutliche Verletztenliste nie thematisiert und sie auch nicht als Grund für den holprigen Start angeführt.

Mit Mulansky noch nicht verloren

 

Die Liste der FCN-Ausfälle liest sich nicht nur wie ein »Who ist Who« des FC Nieheim, sondern des Bezirksligafußballs allgemein. Stürmer Patrick Grziwotz (Knieoperation), Defensivakteur Fahri Isik (Knöcheloperation) sowie Schlussmann Marcel Kickert (Schulterverletzung) werden erst in der Rückrunde wieder dabei sein. Abwehrspieler Julyano Igret laboriert seit Mitte Oktober und dem 5:2-Erfolg bei GW Anreppen an einem Muskelbündelriss. Mittelfeldstratege und Antreiber Roland Sitnikov musste in den beiden vergangenen Spielen aufgrund von Kniebeschwerden passen. Zudem fehlte Neuzugang Sefkan Kaynak, der vom Delbrücker SC gekommen war, zunächst verletzt in den Auftaktpartien. »Auf Stürmer Kaynak war fast unsere gesamte Vorbereitung ausgerichtet, er bringt Klasse mit«, hält Wiebusch große Stücke auf den Neuen. Zu allem Überfluss sah Abwehrchef Kenny Mulansky gleich im ersten Spiel gegen den VfR Borgentreich die rote Karte und fiel aus. »Mit Kenny haben wir in dieser Saison noch kein Spiel verloren«, hebt Wiebusch die Wichtigkeit des Neuzugangs vom BV Bad Lippspringe hervor.

Talente super eingeschlagen

Der FC Nieheim gibt Vollgas und hat gleichzeitig einen Trendwechsel vorgenommen. Mit Giovanni Ovenhausen-Martinez und Jonathan Kros befinden sich im Gegensatz zu den Vorjahren zwei Talente mit jeweils 19 Jahren im Kader. »Wir sind gut aufgestellt und wollen weiter überholen«, weiß Wiebusch um ein motiviertes Team. Ob es für den gelb-roten Boliden am Ende noch für einen Platz in der ersten Reihe reichen wird, spielt aktuell nur eine untergeordnete Rolle. Das nächste Rennen steigt bereits morgen ab 19.30 Uhr im Derby beim SV Dringenberg. »Da werden wir uns wieder mächtig in die Kurve legen«, verspricht Wiebusch.

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