Di., 17.10.2017

Landesligist SV Eidinghausen-Werste zeigt beim 3:3 gegen Vlotho zwei Gesichter Wieder so ein »verrücktes« Ding

Cihat Konak (2. von links) zieht mit links ab, der Ball geht aber am Tor vorbei. Die SV Eidinghausen-Werste ließ gegen Vlotho viele Chancen liegen.

Cihat Konak (2. von links) zieht mit links ab, der Ball geht aber am Tor vorbei. Die SV Eidinghausen-Werste ließ gegen Vlotho viele Chancen liegen. Foto: Alexander Grohmann

Von Alexander Grohmann

Bad Oeynhausen (WB). Fast hätte Stefan Schönfelder ein Viereck in die Luft gemalt. »Aber den Video-Beweis gibt es ja bei uns ja nicht«, rief der Schiedsrichter grinsend. Und das war beim aufregenden 3:3 (3:0)-Remis gegen den SC Vlotho gut für die SV Eidinghausen-Werste.

Hätte Schönfelder nämlich eine Aufzeichnung des Fouls von SVEW-Stürmer Dimitrios Nemtsis gesehen, wäre er in der 89. Minute der Landesliga-Partie wohl zu dem Schluss gekommen, auf den Elfmeterpunkt zu zeigen. Weil ihm aber weder Video- noch Fotobeweis zur Verfügung standen, verhängte der Schiri nach Rücksprache mit seinem Assistenten beim Stand von 3:3 nur einen Freistoß für Vlotho. Dabei war Marcel Czinski (SCV) zuvor von Nemtsis im und nicht – wie angenommen – kurz vor dem Strafraum zu Fall gebracht worden.

Die Gäste wurden somit um den möglichen Siegtreffer gebracht und bei der SVEW musste es trotz einer in nur 15 Minuten aus den Händen gegebenen 3:0-Führung am Ende heißen: »Es hätte sogar noch schlimmer kommen können.« Von Erleichterung bei den Gastgebern war aber dennoch verständlicherweise keine Spur. Der Frust über den verschenkten Dreier überwog.

Lange ist nur die Frage, wie hoch die SVEW gewinnen wird

Zumal sich lange Zeit nur die Frage nach der Höhe des Werster Heimsieges gestellt hatte. 60 Minuten lang drückte die Elf von Christian Scheidies dem Keller-Duell gegen schwache Vlothoer ihren Stempel auf. Die Taktik, den Gegner aus einer verstärkten Defensive zu überrumpeln, ging auf. »Damit hatte Vlotho nicht gerechnet«, bilanzierte Scheidies.

Nach der 3:0-Führung und Treffern von Cihat Konak (4.), Danny Odoy (24.) und Nemtsis (40.) gab es auch nach dem Wechsel zunächst weiter Chancen im Überfluss für die Hausherren. »Wenn das Spiel 6:0 oder 7:0 ausgeht, kann Vlotho sich nicht beschweren«, bilanzierte Scheidies.

Vlothoer Anschlusstreffer lässt die Partie in der 72. Minute kippen

Weil seine Mannschaft den Sack aber nicht zumachte, fand der SCV mit großer Moral ins Spiel zurück. Der 3:1-Anschlusstreffer von Jannik Schling (72.) läutete ein Powerplay der Gäste ein, das es in sich hatte. So wurde Scheidies erneut Zeuge eines »verrückten« SVEW-Spiels, in dem seine im einen Moment noch gefestigt wirkende Mannschaft wenig später von einer Verlegenheit in die nächste stolperte. »Am Ende musst du hier glücklich sein, dass du nicht noch verlierst.«

Der Einbruch in der zweiten Halbzeit dürfte bei Scheidies auch zur Frage führen, ob die Ursache eher in den Beinen oder im Kopf zu suchen ist. Fakt ist: Nach dem Vlothoer Anschlusstreffer bekamen seine Spieler auf einmal ­wackelige Knie. Möglich ist, dass der seit Wochen personell gebeutelten Mannschaft in der Schlussphase aber auch die nötige Kraft fehlte, um dagegen zu halten.

 

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13 Mannschaften befinden sich in der Landesliga derzeit im Abstiegskampf.

SVEW-Coach Christian Scheidies

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Ein nicht geplanter Wechsel führte ebenfalls dazu, dass die Gäste besser ins Spiel fanden. Bei der SVEW blieb zur Pause Jan Eckert auf der Bank. »Ich war gelb-rot-gefährdet«, sagte der Stabilisator im defensiven Mittelfeld, ohne den sich im Zentrum allerdings große Löcher auftaten. Eckerts Zwangs-Auswechslung führte zudem zu Umstellungen in anderen Bereichen, die sich nicht positiv auswirkten.

Durch das Remis konnte die SVEW immerhin den Abstand auf den ersten Abstiegsplatz auf zwei Zähler erhöhen. Die Liga gibt derzeit ein verrücktes Bild ab: »13 Mannschaften befinden sich im Abstiegskampf«, verweist Scheidies auf die geringen Abstände. Gute Nerven werden auch in den nächsten Wochen gefragt sein.

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