So., 29.10.2017

Sebastian Dietz spricht über seine Zeit im Libanon Paralympics-Sieger gibt Kindern neue Hoffnung

Mit dem Smartphone macht Sebastian Dietz ein Erinnerungsfoto mit drei jungen Frauen, die in den Libanon geflüchtet sind.

Mit dem Smartphone macht Sebastian Dietz ein Erinnerungsfoto mit drei jungen Frauen, die in den Libanon geflüchtet sind. Foto: Jannis Keil/Johanniter

Beirut (WB). Gemeinsam mit der Organisation »Johanniter Auslandshilfe« engagiert sich Paralympics-Sieger Sebastian Dietz derzeit im Libanon. Der Sportler der BSG Bad Oeynhausen spricht im Interview mit WESTFALEN-BLATT-Sportredakteur Florian Weyand über seine Eindrücke vom Land, was ihn im Nahen Osten bewegt hat und welche gesellschaftlichen und sportlichen Ziele er im kommenden Jahr hat.

Sebastian Dietz, Sie sind am Dienstag in den Libanon geflogen. Wie sind ihre Eindrücke vom Land?

Sebastian Dietz: »Der Libanon hat viele Probleme. Hier gibt es sehr viele Flüchtlinge, die nicht gewollt sind und dadurch unter sehr schwierigen Lebensbedingungen leben müssen.«

Sie sind mit Johanniter International unterwegs. Wie ist es zur Zusammenarbeit mit Ihnen und der Organisation gekommen?

Dietz: »Durch das Projekt UPS-Road-Code, das die Johanniter gemeinsam mit dem Unternehmen UPS durchführen. Dabei werden jungen Erwachsenen in Workshops beigebracht, welche Gefahren im Straßenverkehr herrschen.«

 

Was hat Sie während des Aufenthalts im Libanon emotional sehr bewegt?

Dietz: »Zu erleben, unter welchen Umständen die Flüchtlingen in den Lagern aktuell leben, das hat mich schon sehr berührt.«

 

Sie sind Athlet, haben zwei Goldmedaillen bei den Paralympics gewonnen. Wie konnten Sie sich als Sportler vor Ort einbringen?

Dietz: »Ich habe versucht, mit den Kindern über Sport zu sprechen und ihnen beizubringen, welche Bedeutung Sport hat. Bei einem gemeinsamen Fußballspiel war es mir hoffentlich möglich, den Kindern einen kleinen Moment ohne Probleme und Sorgen zu schenken.«

 

Nach vier Tagen ist ihr Aufenthalt im Libanon beendet. Können Sie sich vorstellen, dass Projekt von Deutschland aus weiter zu begleiten?

Dietz: »Das kann ich mir sogar sehr gut vorstellen. Ich finde es sehr wichtig, dass hier im Libanon etwas passiert. Nachdem ich das nun selbst gesehen und erlebt habe, kann ich die Sorgen und Nöte noch besser nachvollziehen.«

 

2017 war für Sie aus sportlicher und gesellschaftlicher Sicht sehr erfolgreich. Wie sehen Ihre Ziele für das Jahr 2018 aus?

Dietz: »Ich möchte die Menschen erreichen und meine Bekanntheit dafür nutzen, dass die Öffentlichkeit in Deutschland auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam gemacht wird. Aus sportlicher Sicht habe ich natürlich die Europameisterschaften in Berlin im Fokus. Dafür werde ich jetzt mit dem Training beginnen.«

Weitere Informationen zum Programm der Johanniter Auslandshilfe gibt es im Internet unter www.johanniter-auslandshilfe.de

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