So., 29.10.2017

Fußball-Landesliga: TuS Tengern dreht 0:1 gegen Schloß Holte in einen 4:1-Sieg »Mentalitäts-Monster«

Wieder bleibt eine dicke Chance ungenutzt: Magnus Giersdorff scheitert am starken VfB-Torhüter Marcel Rogalla

Wieder bleibt eine dicke Chance ungenutzt: Magnus Giersdorff scheitert am starken VfB-Torhüter Marcel Rogalla Foto: Volker Krusche

Von Volker Krusche

Tengern (WB). Zur Pause hätte wohl niemand mit einem klaren Heimsieg des TuS Tengern gerechnet, denn das 0:1 beim Seitenwechsel gegen den VfB Schloß Holte schmeichelte den Hausherren sogar noch mächtig. Beim Abpfiff hieß es dann aber 4:1 für den heimischen Fußball-Landesligisten.

»Das war die schwächste Halbzeit in dieser Saison«, gestand Trainer Holm Hebestreit nach Spielende ein. Entsprechend deutlich war auch seine Ansage in der Pause, denn das, was seine Kicker auf dem schwer zu bespielenden Rasen gezeigt hatten, war eines Landesligisten unwürdig. Nicht wenige Anhänger fragte sich beim Pausen-Bier, wer denn hier das Kellerkind sei. Tengern ließ alles vermissen, was man gerade in einem Heimspiel vom TuS erwartet. Hebestreit: »Es hat uns irgendwie gar nicht gegeben.«

Tengerns Spiel auf Zufall ausgerichtet

Aggressivität und Spielplan waren in der Kabine geblieben. Das Spiel der Hausherren, wenn es den Begriff überhaupt verdiente, war durchgängig auf Zufall ausgerichtet. Nach Ballgewinnen wurde das Leder einfach planlos nach vorne gedroschen, ohne das häufig weit und breit ein Mitspieler zu sehen war. Oder aber der zweite – wenn nicht gleich der erste – Ball landete sofort wieder beim Gegner. So jedenfalls lud man die hoffnungsvoll und mit viel Einsatz startenden Schloß-Herren förmlich ein, Selbstvertrauen zu tanken und die Partie an sich zu reißen. Dabei wäre das Duell für die Hebestreit-Mannen sogar fast nach Wunsch gestartet, denn nur einem tollen Reflex des bärenstarken Gästekeepers Marcel Rogalla war es zu verdanken, dass es nicht schon nach zehn Minuten 1:0 für die Kleeblätter stand. Er entschärfte mit einer spektakulärer Fußabwehr einen Schuss aus kurzer Distanz von Magnus Giersdorff.

Mit dem 0:1 zur Halbzeit noch sehr gut bedient

Es war aber auch schon das einzige Highlight aus Tengerner Sicht im ersten Abschnitt. Der VfB hingegen gewann immer mehr Oberwasser und belohnte sich in der 21. Minute, als Maximilian Ulrich den Ball an TuS-Torhüter Alexander Fischer vorbeilegte, Felix Budde ihn ans Knie bekam und ihn dadurch ins eigene Tor bugsierte.

In der Folge zirkelte Henrik Bredenbals die Kugel am langen Eck vorbei, scheiterte Marco Weigmann frei an Fischer, von dem aus das Leder dennoch ins Tor zu rollen schien, soeben aber noch auf der Linie zur Ecke gerettet werden konnte. Schloß Holte hätte also durchaus höher als nur mit einem 1:0 in die Halbzeit gehen können.

Wie verwandelt aus der Pause gekommen

Aus der kam Tengern wie verwandelt. Holm Hebestreit brachte mit Lukasz Grzegorczyk und Pawel Zieba mit Wiederanpfiff zwei frische Spieler. Tengern wirkte nun sehr viel entschlossener, aggressiver, ging frühzeitig auf Ball und Gegner – und hatte schon nach 30 Sekunden den Ausgleich auf dem Fuß, als Waldemar Jurez frei an Rogalla scheiterte. Eine Minute später fand Alex Knicker im VfB-Keeper freistehend seinen Meister. Tengern war nun aber endlich da, war hellwach und drückte auf das 1:1. Dafür bedurfte es eines Freistoßes, den Richard Urban in der 57. Minute in den gegnerischen Strafraum zirkelte, wo ihn Knicker mit einem wuchtigen Kopfball zum umjubelten Ausgleich in die Maschen bugsierte. Sehr zum Ärgernis des Gastes. »Der Freistoß hätte nach einem Stürmerfoul für uns sein müssen«, so Trainer André Koslowski. Eine knappe Viertelstunde später dann sogar die Führung für die Hausherren. Und wieder war es eine Standardsituation, die dem Tor vorausging. Diesmal gab »Macke« Giersdorff einen Freistoß herein, Jurez war per Kopf zur Stelle und es hieß 2:1. Der hatte danach bei einem indirekten Freistoß (83.) nach einer Rückgabe eines VfBlers zum eigenen Torhüter Pech, als sein Schuss auf der Linie geklärt wurde. Als die Gäste dann alles nach vorn warfen – ohne aber gefährlich zu werden –, setzte Tengern zwei weitere Nadelstiche. Erst eroberte Knicker den Ball, legte ihn auf Zieba, der uneigennützig auf Torschütze Calvin König weitergab (90.), dann war Zieba auf und davon, gab den Ball auf König weiter, der den freistehenden Knicker zum 4:1 (90+1) bediente. Hebestreit: »Wir haben uns nach dem Rückstand als Mentalitäts-Monster erwiesen!«

TuS Tengern : Fischer; Albert (46. Grzegorczyk), Gerfen, Giersdorff, Bley, Schwier, Knicker, Budde, Jurez, Urban (65. König), Köse (46. Zieba)

Tore : 0:1 (21.) Budde, Eigentor; 1:1 (57.) Knicker, 2:1 (70.) Jurze; 3:1 (90.) König, 4:1 (90+1) Knicker

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