Fr., 02.12.2016

TuS-Handballer macht auch eine Ausbildung – Reise nach Hirschberg Genz hat eine Doppelrolle

Wird von Teammanager Zlatko Feric als »Vorbild für andere« bezeichnet: Jo Gerrit Genz. Der Linkshänder macht neben seiner Handball-Karriere auch noch eine Ausbildung.

Wird von Teammanager Zlatko Feric als »Vorbild für andere« bezeichnet: Jo Gerrit Genz. Der Linkshänder macht neben seiner Handball-Karriere auch noch eine Ausbildung. Foto: Jens Göbel

Von Marc Schmedtlevin

Lübbecke (WB). Auf die Zielgeraden in Richtung Winterpause biegt der TuS N-Lübbecke ein. Der Handball-Zweitligist hat noch vier Partien bis dahin zu absolvieren – drei davon auswärts. Teil eins steht am Samstag (20 Uhr) bei der SG Leutershausen an.

Die Spielvorbereitung sieht bei den Lübbecker wie gewohnt aus, bevor sie die Reise in den Rhein-Neckar-Kreis antreten. Auch Spieler Jo Gerrit Genz richtet den Fokus ganz gezielt auf die nächste Partie. Doch im Vorfeld ist Handball nur einer von mehreren Lebensmittelpunkten. Der 21-Jährige absolviert neben seiner sportlichen Karriere eine Ausbildung zum Bürokaufmann. Eine hohe Belastung, dazu ein neues Umfeld nach seinem Sommer-Wechsel nach Lübbecke. Doch mittlerweile hat sich der Linkshänder sehr gut eingelebt. »Ich bin mittendrin in der Ausbildung, das hat sich alles eingependelt«, sagt Genz.

Wie ernst er sein zweites berufliches Standbein nimmt, macht sein Verhalten rund um das Auswärtsspiel bei der TSG Ludwigshafen-Friesenheim deutlich. Dort waren die Lübbecker an einem Mittwoch Anfang November zu Gast. Die Rückkehr erfolgte erst am frühen Morgen. Für Genz stand nur wenige Stunden später der Dienst am Ausbildungsplatz an. »Ich habe Jo gesagt, dass er sich wenigstens noch ein bisschen hinlegen soll«, berichtet Teammanager Zlatko Feric. Der Spieler entschied sich allerdings anders. »Da hätte ich Angst gehabt, zu verschlafen. Ich war nur noch kurz beim Bäcker und bin dann arbeiten gegangen«, sagt Genz.

Lob vom Teammanager

Nicht nur für dieses Verhalten, sondern für seine gesamte Einstellung lobt Feric den Spieler: »Er handelt als Vorbild für viele andere. Jo ist sowieso in allen Bereichen eine positive Erscheinung.«

Darin eingeschlossen ist auch das Sportliche. Dabei ist die Situation für Genz nicht so leicht. Auf seiner Position im rechten Rückraum hat er den bisher so stark aufspielenden Pontus Zetterman vor sich. So etwas wie Neid kommt bei Genz deswegen aber nicht auf, die Leistungen des Kollegen werden anerkannt. »Pontus ist der erste Mann. Bei ihm kann ich mir sicherlich noch abschauen, wie man manchmal etwas gelassener oder abgeklärter agiert«, sagt der Linkshänder, der zuletzt auch einige Male im Abwehr-Innenblock aufgeboten wurde. »Ich versuche, mich in allen Bereichen zu steigern und freue mich natürlich über jede Einsatzzeit.«

Diese Motivation kommt auch bei Trainer Aaron Ziercke an. Mit dem Joker auf Halbrechts ist auch er zufrieden: »Jo nimmt seine Rolle sehr gut an, setzt die Tipps der Trainer um.« Dass sich der Coach auf Genz bei Bedarf verlassen kann, machte dieser zuletzt in Essen deutlich. Als es bei Zetterman nicht rund lief, kam Genz hinein und erzielte gleich vier Tore.

Aufsteiger gegen Absteiger

Eine ähnliche Quote wünscht sich der 1,94-Meter-Mann natürlich auch für Samstag in Hirschberg. Geht es erst einmal nur nach den Zahlen, reisen die Lübbecker als klarer Favorit zur SG Leutershausen. Aufsteiger gegen Absteiger, Zehnter gegen Zweiter. Doch ganz so leicht sind Bewertungen in dieser Liga nicht. Belege dafür gab es genügend. Daher wird beim TuS die Aufgabe konzentriert angegangen. »Es handelt sich um eine schwere Aufgabe, aber wir dürfen mit viel Selbstvertrauen auftreten«, sagt Ziercke, der mit seinem Team das letzte Auswärtsspiel in Essen verlor. Sorgen macht er sich deswegen nicht: »Wir haben gegen Neuhausen eine gute Reaktion gezeigt, vor allem offensiv sehr gut gespielt.«

So sieht es auch Genz und will dementsprechend auftreten: »Wir dürfen den Gegner gar nicht ins Spiel kommen lassen.« Treffen wird er auf einen Freund. Mit Mattis Pestinger spielte er bei Bayer Dormagen. So könnte es für Genz einer rundum gelungener Abend werden – mit einem Wiedersehen und zwei Punkten.

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