Mo., 28.08.2017

43. Mindener Volkslauf: Neidiger startet nicht, Hagemeyer verpasst wichtige Sieg Saison-Aus für Schröder

In Minden machten sich wieder wahre Menschenmassen auf den Weg der drei angebotenen Strecken.

In Minden machten sich wieder wahre Menschenmassen auf den Weg der drei angebotenen Strecken. Foto: Volker Krusche

Von Volker Krusche

Minden (WB). Paukenschlag in der Mühlenkreisserie: Abonnementsieger Alexander Schröder, der mit Abstand beste Langstreckler im MInden-Lübbecker Land, wird seinen Titel auf der Mittelstrecke nicht verteidigen können: Der Espelkamper ist seit Wochen verletzt. Nun steht fest: Der ATSV-Athlet hat sich eine Schambeinentzündung zugezogen, fällt mindestens zwei, drei Monate aus. Somit ist in der Serie 1 der Weg frei für einen neuen Gesamtsieger.

Auf dem Weg dorthin hätte Oliver Neidiger vom SV 1860 Minden beim fünften Serienlauf, dem 43. Mindener Volkslauf, einen Riesenschritt machen können. Zwei Läufe hatte der Organisationschef schon für sich entscheiden können. Mit einem dritten Sieg wäre es angesichts der Platzierungen der Widersacher sogar schon durch gewesen. Doch Neidiger agierte bei seinem Heimrennen als Streckenposten, verzichtete aber auch mit Blick auf die am Wochenende stattfindende Deutschen Meisterschaft im 10km-Straßenlauf, bei der in der Altersklassen-Mannschaft den Titel anpeilt, auf einen Start. Das öffnete die Tür für Altmeister Achim Hagemeyer, der den Sieg aber verpasste. Hinter dem nicht in der Serie startenden Henry Brauns vom Mindener Bessel Ruder-Club und dem Werster Arne Holtmann kam der Espelkamper »nur« als Gesamtdritter beziehungsweise Serienzweiter ins Ziel. »Mehr war aber nicht drin. Ich habe einfach was riskiert und etwas Neues ausprobiert«, so Hagemeyer. »Ich bin aber wohl doch etwas zu forsch angegangen.« Daher hatte er anfänglich auch die Führung inne. »Den 3:40er-Schnitt konnte ich aber nicht halten und so zogen die beiden anderen noch an mir vorbei. Der Gesamtsieg wäre wohl nur mit einem Erfolg in Minden noch in Reichweite gewesen. Aufgeben werde ich aber nicht.«

Neidiger oder Hagemeyer?

Einer, der es ihm – aber auch Oliver Neidiger gönnen würde – ist »Zuschauer« Alexander Schröder. »Es ist tatsächlich so, wie ich seit Tagen vermutete. Der Grund für die Schmerzen in den Beinen liegt nicht an eingeklemmten Nerven im Rücken. Der Arzt hat mich noch mal komplett auf den Kopf gestellt und eine starke Entzündung der Beckensymphyse sowie auf beiden Seiten Knochenödeme festgestellt. Das Ganze heilt zwar von selbst aus, dauert aber halt zwei bis drei Monate.« Schröder versucht jetzt mit unterschiedlichen Therapieansätzen (Tabletten, Spritzen, Neurostimulation) den Heilungsprozess zu beschleunigen. »Aber es bleibt bei definitiv zwei, drei Monaten kein Lauftraining«, so das heimische Lauf-Ass.

Schon im Höhentrainingslager in der spanischen Sierra Nevada, bei dem er optimale Rahmenbedingungen vorfand, sei es schwer gewesen, »sich jeden Tag zu motivieren, um sechs Stunden alternativ zu trainieren und darauf verzichten zu müssen, weshalb man ursprünglich angereist war.« Durch die lange Zwangspause wird Alexander Schröders Planung auf den Sommer ausgerichtet sein. »Mein Ziel wird es sein, die Quali für die Deutschen Meisterschaften über 5000 Meter zu schaffen.« Hochgesteckte Erwartungen, die am Einsatz des ehrgeizigen Langläufers nicht scheitern sollten. Da nimmt er das Aus in der Mühlenkreisserie gelassen hin. »Dann probiere ich es eben in 2018 erneut.«

Minden verzeichnet neuen Rekord

Minden verzeichnet am Samstag mit 1334 Meldungen nicht nur ein neues Rekordergebnis, sondern auch eine weitere, die zweite Gesamtsiegerin in dieser MKS-Saison: Yvonne Zierenberg erreichte sieben Sekunden hinter der bislang unbekannten Mindenerin Johanna Krüger zwar nur als Zweite das Ziel im Weserstadion, feierte damit aber ihren vierten Saisonsieg und verteidigte damit vorzeitig ihren Titel auf der Mittelstrecke der Mühlenkreisserie.

»Ich bin überglücklich, vor allen Dingen, weil meine Eltern extra aus Bielefeld gekommen sind, um mir zuzujubeln.« Sie habe sich die zehn Kilometer gut eingeteilt und die Mitstreiterinnen nach etwa zwei Dritteln abgehängt. Einzig Krüger sei nicht zu packen gewesen. »Sie lief unglaublich konstant. Da war kein Rankommen.« Gefeiert wird der neuerliche Gesamtsieg nur ein wenig. »Morgen stehen 32 Kilometer auf dem Plan, denn mein Hauptaugenmerk gilt dem Berlin-Marathon, wo ich eine Zeit von 3:30 Stunden anpeile.«

Rösener will 2018 in der Serie 1 starten

2018 könnte die Mindenerin größere Konkurrenz bekommen, denn Silke Rösener, der immer lächelnde Lauf-Floh, »is back«. Nach einjähriger Zwangspause aufgrund einer starken Sprunggelenkverletzung begann die mehrfache Seriengewinnerin im Juni wieder mit dem Laufen. Und gewann in Minden auf Anhieb die Kurzstrecke. »Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Ich hatte mir im Vorfeld nur gesagt: die 5,6 Kilometer wirst Du schon hinbekommen.«

Tat sie auch und will, wenn alles gut läuft, im nächsten Jahr wieder an der Serie teilnehmen. »Dann aber über die zehn Kilometer.« Yvonne Zierenberg nahm’s gelassen hin. »Ich freue mich riesig, dass Silke wieder dabei ist. Wenn sie fit ist, wird sie 2018 nicht zu schlagen sein.«

Vierte auf der Kurzstrecke wurde übrigens Anke Kemmener, die gut eineinhalb Minuten hinter Zierenberg ins Ziel kam. Die Lübbecker Berglöwin lässt es nach ihrem Wiedereinstieg locker angehen. »Die Serie werde ich allerdings nicht laufen, ich mache das nur für mich.«

 

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