Mi., 14.06.2017

2. Handball-Bundesliga: Lübbecker wehren sich gegen Mallorca-Vorwürfe aus Rimpar Wölfe bringen TuS N-L auf die Palme

So könnte eine Mannschaftsfahrt nach Mallorca aussehen. Der TuS N-Lübbecke versichert allerdings, keine gemacht zu haben.

So könnte eine Mannschaftsfahrt nach Mallorca aussehen. Der TuS N-Lübbecke versichert allerdings, keine gemacht zu haben. Foto: dpa

Von Marc Schmedtlevin

Lübbecke (WB). Spieler und Trainer haben sich in den Urlaub verabschiedet, doch die Saison der 2. Handball-Bundesliga hat noch ein Nachspiel. Der TuS N-Lübbecke wird von den Rimpar Wölfen beschuldigt, Anteil an deren Nicht-Aufstieg zu haben. Ein Vorwurf, der die TuS-Verantwortlichen auf die Palme bringt.

Der Frust saß tief bei den Rimpar Wölfen nach dem finalen Spieltag. Durch eine 29:31-Niederlage beim VfL Bad Schwartau und die gleichzeitigen Erfolge der Konkurrenten TV Hüttenberg (gewann mit 25:19 gegen den TuS N-Lübbecke) und TSG Ludwigshafen-Friesenheim (gewann mit 32:27 gegen Empor Rostock) rutschte das Team aus dem Landkreis Würzburg noch vom zweiten auf den vierten Tabellenplatz ab und wird eine weitere Saison in der 2. Liga verbringen müssen. »Wir müssen erst mit uns ins Gericht gehen. Wir sind für unser Schicksal selbst verantwortlich«, kommentierte Rimpars Trainer Matthias Obinger nach der letzten Partie.

Wölfe erzählen von Mallorca-Fahrt

Mit dieser Aussage spielte er aber gleichzeitig auf weitere Schuldige an. Der Ärger der »heulenden« Wölfe richtete sich nach dem verpassten Aufstieg auch stark in Richtung Lübbecke. Der Vorwurf: Das schon seit Wochen als Aufsteiger und Meister feststehende TuS-Team soll in der Woche vor dem Duell mit dem TV Hüttenberg die Trainingseinheiten gegen ein paar Feier-Tage auf der Urlaubsinsel Mallorca eingetauscht haben. »Das haben mir meine Spieler gesagt. Wenn das stimmt, dann kann ich es nicht nachvollziehen«, sagte Obinger der »Süddeutschen Zeitung«. Auch Bad Schwartaus Chef Michael Friedrichs äußerte sich gegenüber den »Lübecker Nachrichten« zu den Spekulationen, die in Bezug auf den TuS N-Lübbecke in der Halle die Runde machten: »Wenn das stimmt, ist das eine Frechheit.«

Die sportlich so dominante Saison des TuS N-Lübbecke, der zuvor andere Spitzenmannschaften wie Bietigheim oder Ludwigshafen-Friesenheim auch zu Gunsten Rimpars besiegt hatte, bekam so in der öffentlichen Wahrnehmung schnell ein paar Flecken. Deswegen ließ Trainer Aaron Ziercke die Vorwürfe auch nicht im Raum stehen. »Es ist eine Frechheit von Rimpar, so etwas zu behaupten. Sie schieben uns jetzt den schwarzen Peter zu, obwohl sie selbst ihr Spiel verloren haben. Deswegen steigen sie nicht auf. Sich jetzt einen anderen Grund aus den Fingern zu saugen, ist uns gegenüber ziemlich mies und vor allem völlig haltlos«, sagte er dem WESTFALEN-BLATT und schob gleich noch hinterher: »Das zeigt mir, dass es sich um ganz schlechte Verlierer handelt.«

Mannschaftskasse ausgezahlt

Zeitlich bedingt habe es beim TuS N-L in dieser Saison keinen gemeinsamen Ausflug gegeben. Die Ersparnisse aus der Mannschaftskasse seien bereits wieder an die Spieler ausgezahlt worden. »Fakt ist jedenfalls, dass es keine Fahrt nach Mallorca gegeben hat. Punkt«, erklärte Ziercke.

Ganz ähnlich klangen die Ausführungen von Kassenwart Nils Torbrügge vor ein paar Wochen. Schon da verwies der Kreisläufer darauf, dass es in diesem Jahr keine Mannschaftsfahrt geben werde. Nur ein gemeinsamer Grillabend sei als Ausklang der erfolgreichen Saison mit der Rückkehr in die 1. Bundesliga geplant gewesen. Zu diesem Grillabend soll es in der vergangenen Woche gekommen sein.

Feier in Würzburg

Aus Lübbecker Sicht dürften die Anfeindungen aus Rimpar doch recht überraschend gekommen sein. Das Verhältnis zwischen beiden Mannschaften galt als intakt. Nach dem TuS-Erfolg beim TV Neuhausen, mit dem Ende April der Aufstieg vorzeitig perfekt gemacht wurde, machte der TuS-Tross auf der Heimreise Halt in Würzburg. An den dortigen Feierlichkeiten sollen auch Spieler der Wölfe teilgenommen haben.

Die Lübbecker werden sich nach dem überraschenden Nachspiel auf ihren jetzt erlaubten Urlaub fokussieren – dann gerne unter, aber nicht auf der Palme.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4927283?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2447933%2F2352979%2F4850251%2F