Do., 03.08.2017

Mit Beginn des Sparkassen-Cups ändert sich die Trainingslagerarbeit Fehler sehen, Fehler abstellen

Team A gegen Team B: Hier verteidigen im Trainingslager in Rotenburg (von links) Kenji Hövels, Tim Remer und Lukasz Gierak gegen ihre Lübbecker Mitspieler Pontus Zetterman, Jens Bechtloff und Nils Torbrügge (alle mit grünem Leibchen)

Team A gegen Team B: Hier verteidigen im Trainingslager in Rotenburg (von links) Kenji Hövels, Tim Remer und Lukasz Gierak gegen ihre Lübbecker Mitspieler Pontus Zetterman, Jens Bechtloff und Nils Torbrügge (alle mit grünem Leibchen) Foto: Torsten Appel

Von Volker Krusche

Rotenburg/Lübbecke (WB). Um sechs Uhr ist die Nacht vorbei. Zumindest für die Spieler von Handball-Bundesligist TuS N-Lübbecke. Denn eine Stunde später bittet Trainer Aaron Ziercke schon zum Frühstückslauf, der ersten von mehreren täglichen Einheiten während des Trainingslagers in Rotenburg an der Fulda.

Nach dem Frühstück um acht Uhr bricht das Team um Viertel vor Zehn in Richtung Halle oder Kraftraum auf, wo Kraft- und Ausdauertraining, aber auch handballspezifische Aufgaben auf die inzwischen 15 Spieler – inklusive Jan Wesemann von LiT NSM – warten. 15 – nicht 16? Ja, obwohl gestern auch die beiden Junioren-Nationalspieler Joel Birlehm und Moritz Schade von TuS-Geschäftsführer Torsten Appel in die im Vergleich zu Lübbecke etwa halb so große nordhessische Kleinstadt gebracht wurden, fehlt immer noch ein Akteur. Allerdings wird der auch in den Tagen von Rotenburg nicht mehr eingreifen können. »Ramon Tauabo hat sich im Training eine noch nicht endgültig diagnostizierte Schulterverletzung zugezogen und ist deshalb nicht dabei. Er ist krankgeschrieben und wird auch beim Spielothek-Cup ausfallen«, erklärt Trainer Aaron Ziercke.

Belastungstaktung war sehr hoch

Der hat den Tagesablauf seit gestern mit Beginn der Vorrunden-Spiele beim 20. Sparkassen-Cup in Gensungen geändert, denn die Nachmittags-Einheit, die bislang von 17 bis 19 Uhr auf dem Programm stand, weicht nun den anstehenden Partien. Gestern ging es gegen Zweitliga-Aufsteiger GSV Eintracht Baunatal, heute folgt um 20 Uhr das Aufeinandertreffen mit dem polnischen Vertreter von Meble Wojcik Elblag. Zum Abschluss steht dann am Freitag (20 Uhr) das Duell mit dem favorisierten Liga-Konkurrenten MT Melsungen auf dem Programm. Nur als Gruppensieger oder bester Zweitplatzierter erreicht der TuS die Halbfinals am Samstag in Melsungen. Das Endspiel findet dann am Sonntag, um 16 Uhr in Rotenburg in unmittelbarer Nähe zum Hotel statt.

Die Belastungstaktung, wie sie Trainer Ziercke bezeichnet, sei in den zurückliegenden Tagen sehr hoch gewesen. »Fit ist hier keiner, allerdings bis auf Ramon alle gesund. Man merkt den Spielern die Müdigkeit deutlich an.« Alles andere wäre aber auch nicht gut.

Handballerische Prioritäten gesetzt

Inzwischen werden verstärkt handballerische Prioritäten gesetzt. »Die sind aber auch nicht ohne. Ob das Zwei-gegen-Zwei oder Würfe mit Belastung, die Intensität ist sehr hoch. Wir arbeiten aber auch an spieltaktischen Dingen, nachdem die Abwehrarbeit bislang im Vordergrund stand.« Für die Spiele hat die Mannschaft entsprechende Vorgaben mit auf den Weg bekommen. »Ich will ein schnelles Umschaltspiel aus der Abwehr heraus sehen. Das gilt auch für die Schnelle Mitte.« Und vorn gelte es die unterschiedlich möglichen Formationen einzuspielen. »Dafür sind die Spiele natürlich die beste Gelegenheit, denn in den folgenden Einheiten kann man das zuvor Erkannte gut korrigieren.«

Die Tatsache, dass es beim Turnier Tag für Tag gegen schwerere Gegner gehe, sei daher eigentlich optimal. »Wir müssen uns dadurch immer wieder auf andere Voraussetzungen einstellen. Was gegen Baunatal in Sachen Tempospiel gefordert war, muss gegen Melsungen noch lange nicht klappen. Da ist womöglich verstärkt der aufgebaute Angriff gefordert.«

Der Spaß spielt im Trainingslager des TuS N-Lübbecke eine wichtige Rolle. »Angesichts der starken Belastung muss auch ausreichend Gelegenheit dazu sein, dass die Jungs mal allen Grund zum Lachen haben«, hebt Trainer Aaron Ziercke hervor.

Dazu beitragen sollen nicht nur eingeschobene Aktionen wie der Besuch des Freibades oder die Runde Beachvolleyball, auch die täglichen zehn Minuten, in denen die Spieler den kleinen mit dem großen Ball tauschen dürfen, sorgt für strahlende Gesichter und lockere Sprüche.

Spaßfaktor vor dem ersten Spiel hoch

Gestern allerdings war der Spaßfaktor kaum noch zu überbieten, denn nachdem im Vorfeld bereits Nils Torbrügge durch Coach Ziercke als Nachfolger des als Spieler ausgeschiedenen Nikola Blazicko zum Kapitän bestimmt – eine Entscheidung, die innerhalb des Teams aber auch keinerlei Gegenwind auslöste –, und nach dem Mittagsessen am Mittwoch der neue Mannschaftsrat gewählt wurde, galt es weitere Posten innerhalb des heimischen Bundesligisten zu vergeben. Und das dabei Alter nicht vor der Zuteilung eines Amtes schützt, bekam Jens Bechtloff, mit heute 31 Jahren ältester deutscher Spieler, vor einem Jahr zu spüren, als ihn seine Mitspieler zum Kassenwart wählten.

Vom Wasser- bis zum Leibchenwart

Das allerdings rief den Kollegen noch kein Lächeln ins Gesicht. Wohl aber die Besetzung anderer Posten, die nicht nur so sehr geliebt werden. Je nach Menge der zu vergebenden Ämter werden die entsprechende Anzahl der jüngsten Spieler ausgewählt. Der Älteste der Jüngsten darf dann als Erster eine der zu besetzenden Positionen auswählen, »wobei einfach klingenden Posten nicht unbedingt die einfachsten sind. Die haben es oftmals in sich«, wie Aaron Ziercke verriet. Der Jüngste muss am Ende das Amt übernehmen, das noch übrig geblieben ist. Dabei geht es unter anderem um den Wasserwart, der bei allen Gelegenheiten die Getränkekiste zu schleppen hat, oder den Leibchenwart, der die »Überzieher« nicht nur ständig parat halten, sondern auch die heimische Waschgänge sauber halten muss. Über weitere Ämter, die bei den Kollegen besagtes Schmunzeln hervorrufen, wurde indes nichts bekannt.

Betroffen dürften gestern die Youngster Nils Torbrügge (25, falls er als Kapitän nicht ausschied, sonst René Gruszka, 27), Ante Kaleb, Kenji Hövels und Ramon Tauabo (alle 24), Pontus Zetterman (23), Jo Gerrit Genz (22) sowie die Junioren-Nationalspieler Moritz Schade (21) und Joel Birlehm (20) gewesen sein.

 

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