Fr., 15.09.2017

1. Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke verliert 17:23 gegen Wetzlar Das Warten geht weiter

Nicht die nötige Durchschlagskraft: Lukasz Gierak (links) und der TuS-Angriff erzielen zu wenige Treffer.

Nicht die nötige Durchschlagskraft: Lukasz Gierak (links) und der TuS-Angriff erzielen zu wenige Treffer. Foto: Oliver Schwabe

Von Marc Schmedtlevin

Lübbecke (WB). Sie sollen einfach nicht gelingen, die ersten Punkte in der 1. Bundesliga. Der TuS N-Lübbecke hat Donnerstagabend auch die fünfte Partie der Saison verloren. 17:23 (9:11) hieß es am Ende gegen die HSG Wetzlar.

Genau so enttäuschend wie das Ergebnis war auch die Besucherzahl in der Merkur-Arena. Nur 1331 Fans sahen das Spiel, das sich allerdings auch nicht gerade als Handball-Leckerbissen herausstellen sollte. Beide Mannschaften leisteten sich gerade in der ersten Halbzeit viele Fehlwürfe und auch Abspielfehler. Deswegen musste final festgehalten werden: Da war mehr drin für den TuS.

Es ging aus Sicht der Gastgeber erst einmal gut los. Treffer von Tim Remer, Rene

Leere Blicke: Die TuS-Spieler um Jens Bechtloff (von links), Marko Bagaric und Jo Gerrit Genz mussten die nächste Pleite hinnehmen. Foto: Oliver Schwabe

Gruszka und Nils Torbrügge – zwei davon per Gegenstoß – sorgten nach vier Minuten für eine 3:1-Führung. Erstmals in dieser Saison lagen die Lübbecker in einer Partie mit zwei Toren Differenz in Führung. Damit schienen sie allerdings gar nicht zurechtzukommen. In den nächsten neun Minuten sollte der TuS komplett ohne eigenen Treffer bleiben. Der Gast nutzte diese Schwächephase erst einmal aus. Einfache Tore aus dem Rückraum sowie über den Kreis verschafften der HSG eine 7:3-Führung (12.).

Kein zufriedenstellender Auftritt

Trainer Aaron Ziercke musste reagieren. Er nahm eine Auszeit und wechselte kurz danach Moritz Schade und Ante Kaleb für Nils Torbrügge und den wirkungslosen Marko Bagaric ein. Der Kroate blieb genau so wie Lukasz Gierak ohne Tor. Daraufhin ließ sich der TuS aber nicht komplett abschütteln, schob sich langsam wieder auf zwei Tore heran. Zufrieden konnten die Gastgeber mit ihrem Auftritt aber immer nicht sein. Sie ließen den Ball häufig an der gegnerischen Abwehr entlang zirkulieren, doch die entscheidende Lücke für freie Abschlüsse tat sich nur selten auf. Und wenn die Bälle doch auf das HSG-Tor durchkamen, war immer wieder Keeper Benjamin Buric auf dem Posten. Bezeichnend ein Abschluss von Tim Remer, der in Minute 22 freigespielt scheiterte.

Erst mit der Hereinnahme von Jo Gerrit Genz gewann das TuS-Spiel ein wenig an Gefahr. Der Linkshänder war es, der sich in der Schlussphase der ersten Hälfte auch einmal die Würfe aus der Distanz nahm und zwei Mal erfolgreich war – unter anderem zum 9:10 (30.). Bitter nur, dass mit dem Ertönen der Schlusssirene Alexander Hermann Wetzlar wieder ein Zwei-Tore-Polster verschaffte.

TuS läuft Rückstand in der zweiten Halbzeit durchgehend hinterher

Genau diesem Rückstand lief der TuS in der zweiten Halbzeit durchgehend hinterher. Da half es auch nicht, dass Peter Tatai gleich nach Wiederbeginn einen Siebenmeter parierte. Es war nicht der nötige Weckruf, denn in Minute 36 kassierten Moritz Schade und Marko Bagaric in kürzester Zeit zwei Zeitstrafen. Kurios: Im Unterzahlspiel Vier gegen Sechs gelang Tim Remer ein Treffer. Dieser änderte allerdings nichts daran, dass der TuS die Unterzahl verlor und die Gäste wieder Stück für Stück davonzogen. Beim Stand von 17:11 (42.) war der Vorsprung der HSG auf sechs Treffer angewachsen. Dies lag auch daran, dass sich bei den Hausherren weiterhin Schwächen im Abschluss

Für kurze Zeit ein Lichtblick: Jo Gerrit Genz hat für zwei einfache Tore gesorgt. In Hälfte zwei blieb aber auch er wieder torlos. Foto: Oliver Schwabe

einschlichen.

Vorübergehend kam dann aber doch noch einmal Hoffnung auf. Wetzlar spulte weiterhin das eigene Programm herunter, die TuS-Abwehr machte nun aber für ein paar Minuten hinten dicht und zwang den Gegner unter drohendem Zeitspiel zu Fehlwürfen. Lübbecke schloss auf 15:17 auf (49.). Doch dann das immer wiederkehrende Lied: Wenn der TuS in dieser Saison die Chance zum Anschluss hat, werden wieder Würfe vergeben. So auch dieses Mal – vor allem über die Außenpositionen und bei zwei Siebenmetern. So setzte sich die HSG, die keinesfalls das Optimum abrief, wieder ab und dieses Mal war es auch vorentscheidend.

Statistik

TuS N-Lübbecke - HSG Wetzlar 17:23 (9:11)

TuS N-Lübbecke : Tatai (11 Paraden), Birlehm (ab 53., 2 Paraden) – Genz (2), Kaleb (1), Bechtloff (2), Grabarczyk, Gierak, Bagaric, Gruszka (1), Rakovic (n.e.), Torbrügge (2), Schade (1), Zetterman (3/3), Remer (5/1)

HSG Wetzlar: Buric (15 Paraden), Weber (n.e.), Klimpke (bei einem Siebenmeter) – Hermann (5), Kneer, Bjornsen (4/1), Pöter (2), Ferraz (1), Volentics, Holst (1/1), Kraft, Forsell Schefvert, Kvist, Lindskog (1), Cavor (2), Kohlbacher (5)

Schiedsrichter : Colin Hartmann / Stefan Schneider

Zuschauer : 1331

Torfolge : 0:1, 3:1, 3:7, 4:7, 4:8, 6:8, 6:10, 9:10, 9:11 (Halbzeit) – 9:12, 10:12, 10:13, 11:13, 11:17, 15:17, 15:20, 16:20, 16:21, 17:21, 17:23.

Siebenmeter : 6/4 – 3/2 (Zetterman trifft den Pfostren, 55.; Remer trifft die Latte, 60. – Bjornsen scheitert an Tatai, 36.)

Zeitstrafen : 3:2 (Grabarczyk, 6.; Schade und Bagaric, 36. – Lindskog, 43.; Ferraz, 58.)

 

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