Sa., 16.09.2017

TuS N-Lübbecke: deutliche Worte nach der Pleite gegen Wetzlar Die erste Bruchlandung

Nur die Sonne lacht beim TuS N-Lübbecke. Tim Remer und die Kollegen haben die erste Bruchlandung hinter sich.

Nur die Sonne lacht beim TuS N-Lübbecke. Tim Remer und die Kollegen haben die erste Bruchlandung hinter sich. Foto: Oliver Schwabe

Von Marc Schmedtlevin

Lübbecke (WB). Jetzt ist der Fehlstart komplett. Handball-Erstligist TuS N-Lübbecke wartet auch nach dem fünften Spieltag noch auf den ersten Punkt. Vor allem im Angriff und auch bei der Einstellung offenbarte der Aufsteiger beim 17:23 gegen die HSG Wetzlar Probleme. Deswegen kippt langsam auch die Stimmung.

Die Eingewöhnungszeit im Handball-Oberhaus dürfte spätestens seit Donnerstagabend für beendet erklärt sein. Nachdem die Spieler und Verantwortlichen des TuS N-Lübbecke in den Vorwochen in der Regel noch auf das schwere Auftaktprogramm verweisen konnten – und auch durften – ist nun der erste Tiefpunkt erreicht. Die überraschend deutliche Heimpleite gegen Wetzlar brachte einfach zu viele Schwächen ans Tageslicht. »Ich hatte vorher eigentlich ein gutes Gefühl habe mir Chancen ausgerechnet. Deswegen sitzt der Stachel dieses Mal auch sehr tief«, sagte TuS-Trainer Aaron Ziercke.

Auch Kreisläufer Nils Torbrügge bezeichnete die Partie im Nachhinein als »wichtig«. Deswegen tat der Kapitän auch alles für einen Einsatz, lief trotz eines Faserrisses in der Bauchmuskulatur auf. »Das ist meine Rolle, ich wollte unbedingt vorangehen«, erklärte Torbrügge nach dem Spiel. Ein Beispiel an Leidenschaft, die einige seiner Kollegen allerdings in der Halle vermissen ließen. Das war auch Torbrügge aufgefallen: »Es hat an manchen Stellen der letzte Einsatz gefehlt. Im Kollektiv sind wir in diesem Punkt nicht auf 100 Prozent gekommen. Das ist aber gerade in den Spielen, in denen etwas gehen kann, notwendig.«

Ziercke vermisst den Mut

Der teilweise fehlende Einsatz machte sich logischerweise in den zahlreichen Zweikämpfen bemerkbar – sowohl in der Abwehr als auch im Angriff. »Die haben wir insgesamt zu selten gewonnen«, bemängelte Ziercke, dem im Spiel seiner Mannschaft noch etwas ganz Entscheidendes fehlte: der Mut. Immer wieder ließen die Lübbecker den Ball quer vor der Wetzlarer Abwehr herlaufen, ohne die HSG damit unter Druck zu setzen. »Wir waren nicht mutig genug, um Lücken zu reißen. Wir sind reihenweise an unseren Chancen vorbeigelaufen«, sagte Ziercke.

Gerade einmal 17 Treffer brachte der TuS in der eigenen Halle vor einer bedenklichen Kulisse zustande. Eindeutig zu wenig, um in der ersten Liga bestehen zu können. »Mit dieser Zahl wirst du kein Spiel gewinnen können. Unsere Fehlerquote ist einfach viel zu hoch«, machte Torbrügge deutlich. »Wir brauchen nicht drumherum zu reden. Es ist offensichtlich, wo der Schuh bei uns drückt«, ergänzte Ziercke. Die Rückraumspieler Lukasz Gierak, Marko Bagaric, Ante Kaleb und Pontus Zetterman erzielten gegen Wetzlar zusammen ein mageres Törchen aus dem Spiel heraus. Die Frage, an welcher Stelle der Trainer in den nächsten Tagen ansetzen wird, erübrigt sich bei dieser Statistik.

Programm bleibt schwer

Klar ist, dass die Lübbecker aufgrund der Niederlagenserie über kein Selbstvertrauen verfügen können. Besserung ist allerdings auch nicht in Sicht. Die nächsten Gegner heißen Rhein-Neckar Löwen, SC Magdeburg, SC DHfK Leipzig und MT Melsungen. Vier Partien, in denen der TuS als klarer Außenseiter gehandelt wird. »Ein Programm mit viel Raum für Überraschungen«, sagte auch Ziercke und fügte hinzu: »Wir müssen aber auch an diese Überraschung glauben.«

Zu befürchten ist also, dass die Lübbecker mit 0:18 Punkten in die Saison einsteigen. Schlechte Aussichten, die Kapitän Torbrügge aber nicht überbewertet wissen will: »Ich hoffe, dass jetzt erst einmal alle die Ruhe bewahren.« Eine Hoffnung, nachdem der Fehlstart komplett ist.

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