Sa., 30.09.2017

TuS N-Lübbecke: Auftritt gegen Magdeburg bereitet mit Blick auf die Zukunft Sorgen Auf der Suche nach Leidenschaft

Ein »Tooor« des TuS N-Lübbecke bekommt Trainer Aaron Ziercke zu selten zu sehen.

Ein »Tooor« des TuS N-Lübbecke bekommt Trainer Aaron Ziercke zu selten zu sehen. Foto: Oliver Schwabe

Von Marc Schmedtlevin

Lübbecke (WB). Die Mienen werden finsterer, der Ton wird rauer. Beim TuS N-Lübbecke ist längst Katerstimmung eingekehrt. Die jüngste 20:31-Klatsche gegen den SC Magdeburg deckte die derzeitigen Schwächen schonungslos auf und wirft für die Zukunft einige Fragen auf.

Sieben Spiele, sieben Niederlage – so lautet die aktuelle Bilanz. Sie ist eine Enttäuschung, doch bei einem Blick auf das Auftaktprogramm keine Sensation. Es ist auch nicht primär die Punktzahl, die in Lübbecke derzeit für schlechte Laune sorgt, sondern vielmehr der Auftritt der Mannschaft. 25 Minuten lang konnte der TuS gegen Magdeburg zwar keine Glanzleistung hinlegen, aber immerhin noch mithalten. Es folgte ein kaum erklärbarer Einbruch. »Wir leisten uns kurz vor der Pause drei haarsträubende Fehler, laden den Gegner zum Tempospiel ein und schmeißen das Spiel so komplett weg«, sagte Aaron Ziercke.

In der Pause hatte der TuS-Trainer die Probleme deutlich angesprochen, von einer Steigerung nach dem Wechsel war aber nichts zu erkennen. »Wir haben überhaupt nicht mehr auf unseren Pfad zurückgefunden«, schimpfte Ziercke, den besonders ein ganz entscheidender Aspekt ärgerte: »Wir ergeben uns dann einfach, glauben nicht an unsere Chance. Stattdessen spielen wir vorne kopf- und mutlos und probieren wilde Sachen aus.« Diesen Vorwurf nahm auch Teammanager Zlatko Feric auf: »Es stellt sich die Frage, ob die letzte Konsequenz da war. Wir müssen die Ursachen dafür finden.«

Spieler äußern Selbstkritik

Die Spieler verschließen sich vor den offenkundigen Problemen nicht. Sie gingen gleich in der Halle in die Analyse und gaben sich selbstkritisch. »Die Fehler und Gegentore vor der Pause waren der Genickbruch. Danach fehlte uns die Mentalität. Wenn man unten steht, fehlt einem natürlich das Selbstvertrauen und natürlich ist unser Programm nicht leicht. Doch das können nicht immer die Gründe sein, wir müssen solche Spiele auch einmal knapper verlieren«, sagte Kreisläufer Moritz Schade. »Wir spielen nach dem Rückstand komplett ideenlos. 20 Treffer sind in dieser Liga einfach viel zu wenig. So werden wir kein Spiel gewinnen können«, fügte Torhüter Joel Birlehm hinzu.

Die nächsten Gegner heißen Leipzig und Melsungen. Teams, die nicht die Kragenweite der Lübbecker haben dürften. Doch dann folgen Duelle mit direkten Konkurrenten wie Ludwigshafen, Gummersbach, Stuttgart oder Hüttenberg. »Wir müssen bald da sein, wenn es darauf ankommt«, sagte Schade. Genau in diesen Partien wird es nicht nur auf Spielkunst, sondern speziell auf Tugenden wie Leidenschaft und Mut ankommen. Bei der aktuellen Form und vor allem der Körpersprache muss aber bezweifelt werden, dass die Lübbecker dann in der Lage sind, den Schalter umzulegen und dem dann vorhandenen Druck standzuhalten. Es wird aber gewiss notwendig sein, wenn der Traum von einer weiteren Erstliga-Saison nicht schnell in weite Ferne rücken soll.

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