Do., 12.10.2017

1. Bundesliga: Lübbecke leistet Melsungen erbitterten Widerstand Trotz 19:22 auf gutem Weg

Marko Bagaric sorgte aus der Distanz für Gefahr und hielt den TuS mit seinen Toren vor der Pause im Spiel.

Marko Bagaric sorgte aus der Distanz für Gefahr und hielt den TuS mit seinen Toren vor der Pause im Spiel. Foto: Oliver Schwabe

Von Volker Krusche

Lübbecke (WB). Der Mühlenkreis ist für die MT Melsungen ein gutes Pflaster. Elf Tage nach dem Sieg in der Mindener Kampa-Halle entführte man auch am Donnerstagabend die Punkte aus der Merkur-Arena, besiegte dabei den lange gleichwertigen TuS N-Lübbecke 22:19 (12:11).

Gäste-Trainer Michael Roth hatte seine Mannen – die auch ohne Stars wie die Müller-Brüder immer noch ein mit Topspielern gespicktes Team bilden –  nach dem Lübbecker Coup in Leipzig und dem generellen Hammer-Auftaktprogramm des TuS gewarnt. Und nicht umsonst hatte man in den letzten zehn Jahren in der Merkur-Arena nur ein einziges Mal gewinnen können.

Schwache Abschlüsse

Und auch diesmal deutete lange Zeit viel darauf hin, dass es so bleiben könnte, denn die Hausherren setzten der individuellen Stärke der Gäste den in Leipzig erweckten Kampfgeist und ein hohes Maß an Spieldisziplin entgegen. Hätte sich der TuS im Abschluss nicht selbst bestraft, die Mannen von Aaron Ziercke wären selbst mit einem guten Polster in die Pause gegangen. Nicht weniger als sieben Mal standen sie beim Wurf mutterseelenallein vor MT-Torhüter Johan Sjöstrand, fanden durch schwache Abschlüsse in ihm aber ihren Meister.

Die Partie begann sehr ausgeglichen, ehe sich die geballte Kraft des Julius Kühn und die mit hohem Tempo gepaarten technischen Fähigkeiten von Linkshänder Dener Jaanimaa, der vor dem Wechsel schon siebenmal traf, durchsetzten und Melsungen nach dem 6:6 eine 9:6-Führung bescherten. Anschließend aber leisteten sich die Gäste unnötige Ballverluste, die die Lübbecker sofort wieder auf den Plan riefen. Beim 8:9 durch einen weiteren Bagaric-Knaller war der TuS nach 20 Minuten wieder dran, ließ sich, obwohl der Gast stets nachlegte, nicht mehr abschütteln und kam durch einen Zetterman-Konter zwei Minuten vor dem Pausenpfiff beim 11:11 zum Ausgleich.

Auch, weil die aggressive Abwehr die Melsunger nun vor größerer Probleme stellte und Ballverluste hervorrief. Ein nicht anerkanntes Schade-Tor verhinderte den Gleichstand zur Pause.

Dumme Zeitstrafen

Nach dem Wechsel spielten den Nordhessen einige Ballverluste gleich in die Karten, so dass statt des möglichen Ausgleichs aus Sicht des TuS schnell ein Drei-Tore-Rückstand (11:14) zu buche stand. Melsungen, dass nun auf Schneider und Lemke im Rückraum setzte, brauchte nur auf die Fehler der Lübbecker zu warten. Und die kamen. Aber auch die Gäste spielten nicht fehlerfrei, so dass der TuS beim 13:15 wieder hoffen durfte. Dann aber kassierten Peter Tatai (Meckern) und Nils Torbrügge (übermotiviert) dumme Zeitstrafen, die ihnen anschließend das Bankdasein einbrachten. Die Entscheidung war die Unterzahl aber noch nicht. Zierckes Mannen kämpften riesig und überstanden diese Phase mit 1:2 sehr gut. Und als Luka Rakovic das 15:17 (46.) gelang, war immer noch Hoffnung auf die neuerliche Überraschung da. Schwache Würfe und Anspiele des ausgelaugten Pontus Zetterman und des nun kräftig »streuenden« Marko Bagaric ließen Melsungen beim 21:15 (54.) aber auf die Siegerstraße einbiegen. Ein großer Fight des weiter sieglosen Schlusslichtes wurde nicht belohnt. Allerdings scheint der TuS auf einem guten Weg, denn ein Topteam wie Melsungen musste sich mächtig strecken.

Übrigens: In der spielfreien Zeit Ende des Monats kommt es am Freitag, 27. Oktober, um 19 Uhr in Wagenfeld zum (Testspiel-)Derby zwischen dem TuS und GWD.

Statistik

TuS N-Lübbecke : Tatai (9 Paraden), Birlehm (ab 43., 2 P.); Genz (1), Kaleb, Bechtloff (n.e.), Grabaczyk, Gierak (2), Bagaric (5), Gruszka (2/1), Rakovic (1), Torbrügge, Schade, Zetterman (3), Remer (5/1)

MT Melsungen : Sjöstrand (10 Paraden), Simic (ab 42., 5/1 P.); Maric (2), Kühn (3), Lemke (1), Golla, Reichmann (5/3), Mikkelsen, Danner, P. Müller, Boomhouwer, Schneider, Allendorf (2/1), Jaanimaa (9), Haenen

Schiedsrichter : Peter Behrens und Marc Fasthoff (Wuppertal/Neuss)

Zuschauer : 1.348

Torfolge : 0:1, 2:1, 2:2, 3:2, 3:3, 3:4, 4:4, 4:5, 5:5 (12.), 5:8 (15.), 6:8, 6:9, 8:9 (21.), 8:10, 9:10, 9:11, 11:11 (28.), 11:12 – 11:14 (37.), 12:14, 12:15, 13:15, 13:17 (44.), 15:17, 15:21 (54.), 16:21, 16:22, 19:22

Siebenmeter : 3/2:5/4 (Gruszka scheitert an Simic – Reichmann wirft vorbei)

Strafminuten : 8:6 (Torbrügge 32./44., Grabarczyk 37., Tatai 43. – Golla 18., Jaanimaa 41., Schneider 59.)

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