So., 05.11.2017

1. Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke unterliegt den Füchsen Berlin mit 21:29 32 Minuten ohne Rückraum-Tor

Jens Bechtloff war auffälligster Spieler im Lübbecker Angriff. Dabei traf er nicht nur von Außen, sondern auch vom Kreis.

Jens Bechtloff war auffälligster Spieler im Lübbecker Angriff. Dabei traf er nicht nur von Außen, sondern auch vom Kreis. Foto: Jens Göbel

Von Volker Krusche

Lübbecke (WB). Am Ende war Aaron Ziercke nicht zufrieden. »Wir haben leichtfertig ein besseres Ergebnis vergeben«, ärgerte sich der Coach des TuS N-Lübbecke. Nach einem 21:26 und guten Chancen zum Verkürzen unterlag seine Mannen noch klar mit 21:19 (9:11) gegen Bundesliga-Spitzenreiter Füchse Berlin.

Mit Blick auf die nun folgenden Wochen der »Wahrheit und Klarheit« durften die 1653 Zuschauer in der Merkur-Arena zwei wichtige Erkenntnisse aus dem vorerst letzten Spiel gegen eine Mannschaft aus der Top-Ten gewonnen haben: Mit der im ersten Abschnitt gezeigten Defensivleistung sollte man die kommenden Kellergegner einfangen können. Allerdings stand diesem positiven Fazit auch ein völlig negatives gegenüber. Nach 32 Minuten hatte noch nicht ein einziger Wurf aus des Lübbecker Rückraums den Weg ins Berliner Tor gefunden. Am Ende war es magere fünf. Allerdings bei 30 Angriffsaktionen der fünf Kandidaten in der zweiten Reihe, was eine unterirdische Quote von nicht einmal 17 Prozent ausmacht. Damit kann kein Spiel gewonnen werden. Ob Marko Bagaric, der aufgrund einer Bauchmuskelzerrung erst am Freitag wieder ins Training eingestiegen war und aus allen Rohren ballerte, sich aber allein zehn Fahrtkarten und zwei technische Fehler erlaubte, der erfahrene Lukasz Gierak (ein Tor, vier Fehlwürfe und zwei Ballverluste), Jo Gerrit Genz (ein Tor, zwei Ballverluste) oder Pontus Zetterman und Ante Kaleb, die gänzlich ohne Erfolg aus der Distanz blieben – entweder wurde der Ball nach entsprechenden Auslösehandlungen bei einem Spieler »ausgebremst« oder aber es wurden falsche Entscheidungen getroffen. Das jedenfalls war mitentscheidend dafür, dass es zur Pause nicht knapper als nur 9:11 hieß.

Peter Tatai hält den TuS mit seinen Paraden im Spiel

Dass es ohne Tim Remer und Kenji Hövels, für die Rene Glöckner aus der Reserve auf der Bank saß, überhaupt so eng blieb, lag an einer überwiegend starken Abwehr der Lübbecker, hinter der mit Peter Tatai ein in den ersten 30 Minuten überragender Keeper stand, die allerdings mit einem stark fehlerbehafteten Berliner Angriff auch relativ leichtes Spiel hatte. Das soll ihre gute Leistung allerdings nicht schmälern.

»Bis auf den fehlenden Druck aus dem Rückraum können wir auf diese erste Halbzeit durchaus aufbauen«, resümierte Tim Remer. Allerdings wusste auch er, dass es nicht gerade ein Feuerwerk der Offensivreihen war, was da am Sonntag geboten wurde. Zwar führte der TuS 3:2, sah sich danach aber stets im Hintertreffen. Bis zum 3:3 der Füchse nach 13 Minuten hatten sich die Gastgeber in einer hektischen Anfangsphase schon acht Fehlwürfe und einen technischen Fehler erlaubt. Und hätte Tatai im Tor bis zum 5:5 nicht schon acht Paraden gezeigt, das Ergebnis hätte zu diesem Zeitpunkt schon deutlichere Formen angenommen. Allerdings fighteten die Mannen von Aaron Ziercke um jeden Ball, belohnten sich durch schwache Abschlüsse aber nicht dafür. Beim 11:7 waren die Füchse erstmals davongezogen. Ihre hohe Fehlerquote erlaubte Lübbecke bis zum Pausenpfiff aber den Anschluss zum 9:11.

Füchse lösen sich schnell auf 17:11

Nach dem Wechsel klingelte es dann sehr schnell recht häufig im TuS-Kasten. Nach sechs Minuten war Berlin auf 17:11 enteilt und hatte die Weichen endgültig auf Sieg gestellt. Insbesondere den überragenden Petar Nenadic (9) bekam man überhaupt nicht in den Griff. Allerdings wirkte der Tabellenführer nach der Torgala beim 38:32 am Donnerstag in Göppingen irgendwie gehemmt. Oder er war phasenweise nicht mit den Gedanken bei der Sache, wie auch der Ex-Lübbecker Drago Vukovic befand: »Irgendwie spukte bei uns die Tatsache, dass der Erste beim Letzten spielt, im Kopf herum.«

Lübbecke kam dadurch zwar nicht für etwas Zählbares in Frage, wohl aber für ein sehr achtbares Ergebnis. Denn das hätte es nach dem 21:26, vier Minuten vor Schluss, werden können, zumal die Gäste die Angebote auf dem Tablett servierten. Doch statt sie anzunehmen, leistete man sich ebenfalls Ballverluste, die Berlin mit Kontern zum 29:21 bestrafte.

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