Di., 18.10.2016

Paderborns U 21-Kapitän Hendrik Brauer im Interview »Wir müssen mutiger sein«

Der Kapitän in seinem Element. Seit Beginn dieser Saison ist Hendrik Brauer Spielführer der U 21 des SC Paderborn. Trotz Tabellenplatz 17 ist er vom Klassenerhalt überzeugt.

Der Kapitän in seinem Element. Seit Beginn dieser Saison ist Hendrik Brauer Spielführer der U 21 des SC Paderborn. Trotz Tabellenplatz 17 ist er vom Klassenerhalt überzeugt. Foto: Agentur Klick

Paderborn(WB). Zum ersten Mal in dieser Saison steht die U 21 des SC Paderborn in der Oberliga auf einem Abstiegsplatz. Kapitän HendrikBrauer(20) ist dennoch vom Klassenerhalt überzeugt, wie er im Gespräch mit Redakteur PeterKlutebekräftigt.

Herr Brauer, Ihr Trainer Christoph Müller hat nach dem 0:0 am Sonntag gegen Rheine gesagt, die Großchance der Gäste in der Nachspielzeit sei ihm nicht unbekannt vorgekommen. Haben auch Sie an das Heimspiel zuvor gegen Beckum gedacht, als das 0:1 Sekunden vor Schluss gefallen war?

Hendrik Brauer: Ganz ehrlich? Ja. Mir ging im Kopf herum, mist, jetzt passiert uns das schon wieder. Aber wir haben es diesmal konsequenter verteidigt und es dadurch dem Schützen schwerer gemacht. Also haben wir uns diesbezüglich verbessert und diesmal den einen Punkt behalten.

 

Unmittelbar nach dem Abpfiff haben Sie lange mit Co-Trainer Christopher John über das Remis diskutiert und wirkten nicht gerade glücklich.

Brauer: Ich habe das Spiel zuhause nochmal sehr gründlich reflektiert und kann mit etwas Abstand sagen, dass ich zufrieden bin. Wir haben nach vier Niederlagen in Folge gegen den Tabellenvierten kein Gegentor kassiert und einen Punkt geholt. Rheine ist schließlich keine Gurkentruppe. Ich bin Verteidiger und da ist es immer gut, wenn man zu Null spielt. Das hat gut getan und ich kann mit breiter Brust in die neue Woche gehen.

 

Wie beurteilen Sie das Abschneiden in den ersten zehn Spielen insgesamt?

Brauer: Wir stehen unterm Strich, damit kann ich, können wir nicht zufrieden sein. Ich gucke auch momentan noch gar nicht in die Regionalliga, wer dort unten steht, wodurch sich die Anzahl der Absteiger in unserer Liga erhöhen könnte. Das ist noch viel zu früh und es ist doch viel schöner, am Ende sagen zu können, wir haben es geschafft, weil wir eine geile Leistung gezeigt haben.

 

Bis zum fünften Spieltag hatte der SCP nur ein Mal verloren. Wie erklären Sie sich die Erfolglosigkeit danach?

Brauer: Die ersten fünf Spiele waren aus meiner Sicht vollkommen in Ordnung. Es soll keine Ausrede sein, aber man darf nicht vergessen, dass wir eine sehr junge Mannschaft haben. Ich glaube weiter an uns, denn es ist ja nicht so, dass wir die Spiele sang- und klanglos mit 0:5 verlieren. Gegen Beckum kassieren wir das 0:1 kurz vor Schluss, beim Aufstiegsfavoriten Hamm führen wir mit 1:0 und verlieren dann in Unterzahl. Mit Elf gegen Elf hätten wir dort auf jeden Fall etwas geholt. Es ist noch nichts verloren.

 

Es hakt vor allem in der Offensive. Der SCP hat erst sechsmal getroffen, weniger Tore hat in der Liga keiner erzielt. Woran liegt das?

Brauer: Ich sage immer, wir schießen zusammen ins Tor und zusammen übers Tor. Was ich damit meine, ist, dass wir noch mehr zusammenwachsen müssen. Uns fehlt der letzte Pass, da brauchst du Überzeugung, Selbstbewusstsein und vor allem Mut. Wir müssen mutiger sein, das ist das Wichtigste. Das gilt nicht nur für die Stürmer, da muss ich als Abwehrspieler vielleicht auch etwas gewagter nach vorne spielen.

 

In der Vorsaison waren Sie nur Ergänzungsspieler, jetzt sind Sie Kapitän und gesetzt. Wie erleben Sie Ihre neue Rolle?

Brauer: Ich gebe immer Vollgas, egal, ob mit Binde oder ohne. Ich bin mir schon bewusst, dass ich jetzt noch mehr Präsenz zeigen und die Mannschaft in schwierigen Phasen führen muss. Ich möchte der Erste auf dem Platz sein, der das Ruder herumreißt.

 

Was macht Sie optimistisch, dass die Mannschaft den Klassenerhalt schafft?

Brauer: Fakt ist, dass wir fußballerisch gut genug sind. Wenn wir zusammenhalten, werden wir genug Punkte sammeln, damit es reicht. Dann bleiben wir drin.

Inwiefern belastet die negative Entwicklung bei den Profis Sie und Ihre Mannschaft. Im Sommer wurde ja sogar über eine Abmeldung spekuliert?

Brauer: Das habe ich auch mitbekommen. Ich wünsche mir natürlich, dass die Profis erfolgreich sind, aber für mich steht meine Mannschaft absolut im Vordergrund. Jeder sollte sich erstmal um sich kümmern.

 

In der Vorbereitung waren Sie mit den Profis im Trainingslager, in der Jugend kickten Sie einst für Borussia Dortmund. Ist der Traum von der großen Fußballer-Karriere geplatzt?

Brauer: Nein, das ist nach wie vor mein Ziel. Erst vergangene Woche habe ich wieder dreimal mit den Profis trainiert. Im Endeffekt ist es entscheidend, welche Leistung ich bringe. Davon wird auch abhängen, wie es nach dieser Saison weitergeht. Dann läuft mein Vertrag aus.

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