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Sa., 20.09.2014

2:0 gegen Hannover 96 Mit 80-Meter-Schuss an die Spitze

Paderborns Torschütze Moritz Stoppelkamp und der Hannoveraner Hiroki Sakai kämpfen um den Ball.

Paderborns Torschütze Moritz Stoppelkamp und der Hannoveraner Hiroki Sakai kämpfen um den Ball. Foto: Oliver Krato/dpa

Paderborn (dpa/WB). Neuling SC Paderborn sorgt weiter für Furore in der Fußball-Bundesliga.

Das Team von Trainer Andre Breitenreiter feierte am Samstag mit dem 2:0 (0:0) gegen Hannover 96 im dritten Anlauf den ersten Heimsieg der Clubgeschichte im Oberhaus, bleibt weiter ungeschlagen und übernahm mit acht Punkten sogar die Tabellenführung.

Helden des Tages waren einmal mehr Elias Kachunga (71.), der sein drittes Tor erzielte, und der Ex-Hannoveraner Moritz Stoppelkamp mit einem Schuss aus gut 80 Metern ins leere Tor (90.+3). Paderborn sammelte aus vier Spielen bereits acht Punkte. Hannover verpasste einen Club-Startrekord und hat nach der ersten Niederlage weiter sieben Zähler auf dem Konto. 

Dienstag bei den Bayern

Für Paderborn folgen nun spektakuläre Aufgaben. Am Dienstag steht der Auftritt in der Allianz-Arena bei Doublesieger Bayern München an, am kommenden Samstag folgt das Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach. Hannover spielt am Mittwoch gegen den zweiten Aufsteiger 1. FC Köln und reist am kommenden Samstag zum VfB Stuttgart.

Die beiden Trainer Andre Breitenreiter und Tayfun Korkut bauten ihre Teams auf jeweils einer Position um: Bei Paderborn rückte Michael Heinloth für Marvin Bakalorz in die Anfangsformation, bei Hannover Ceyhun Gülselam für Leon Andreasen. Die 15 000 Zuschauern in der erstmals ausverkauften Benteler-Arena sahen eine unterhaltsame Anfangsphase, in der beide Teams modernen Fußball boten. Ein bisschen Pressing, ein bisschen Gegenpressing und schnelle Ballpassagen. Die reifere Spielanlage zeigten die Gäste.

Zunächst kaum Möglichkeiten

Chancen waren allerdings Mangelware. Nach nicht einmal zwei Minuten prüfte Mario Vrancic Gäste-Keeper Ron-Robert Zieler, der dann noch einmal gegen Süleyman Koc auf dem Posten war (42.). Die beste Chance für Hannover hatte Leonardo Bittencourt, der mit einer Direktabnahme an Lukas Kruse scheiterte (23.).

Am Spielgeschehen änderte sich in der zweiten Halbzeit wenig. Korkut brachte bei Hannover Andreasen. Beide Mannschaften gingen engagiert zu Werke. Aber zündende Ideen hatten Seltenheitswert. Kopfbälle von Hannovers Joselu (61.) und Paderborns Koc (65.) verfehlten ihr Ziel.

Dann aber schäumten die Emotionen über: Kapitän Uwe Hünemeier setzte sich bei einem Kopfball-Duell auf der rechten Seite durch und spielte auf Kachunga, der ins kurze Eck traf.

Stoppelkamps ganz langer Ball

 Kachunga (77.) und Stoppelkamp (78.) hatten wenig später das 2:0 auf dem Fuß, das Stoppelkamp in der Nachspielzeit mit einem kuriosen Treffer gelang. Als Zieler sein Tor verlassen hatte, traf der frühere Hannoveraner mit seinem Schlag aus der Abwehr optimal und beförderte den Ball ins leere Gehäuse. Die Entfernung: mehr als 80 Meter. Hinterher sagte der Kunstschütze, er habe gar nicht gewusst, dass er so weit schießen kann.

Kommentare

@Block P

So ist es! Alleine das historische Tor, die Tabelle und die Vorfreude auf jedes Spiel ist weit mehr, als andere haben. Dafür sollte man sehr, sehr dankbar sein!

Die Hauptpriorität, schuldenfrei zu werden, ist aber das Wichtigste. Man muss wissen, dass der SCP bisher jedes Jahr ein Bürgschaft von Herrn Finke benötigte und man einen hohen Batzen an Zinsen jedes Jahr zu zahlen hatte. Das hat Mittel gebunden, die nun frei sind. Dagegen kostet der Betrieb eines Trainingsgeländes in Zukunft ähnlich viel wie die Zinsen zuvor! Wenn man aber nun endlich Eigenkapital erwirbt (z. B. Trainingsgelände) auch durch eine Ausgliederung in eine GmbH, dann ist man in Zukunft auch kreditwürdig, denn unsere bisherigen Schulden hatten wir schließlich nicht bei Banken sondern bei Sponsoren, die den SCP seit über 15 Jahren wirtschaftlich gesund gemacht haben, obwohl ihre richtige Politik auf viel Gegenwind gestoßen ist. Wie oft wurden hier die Herren Born oder Finke oder die Personalpolitik zerrissen?! Wie oft haben manche Spezialisten nach Trainerabgängen von Dotchev, Luhukay oder Roger Schmidt Köpfe gefordert?! Wie oft wurden gleichzeitig Luhukay, Schubert, Schmidt und Breitenreiter zunächst als Billiglösung bezeichnet?! Wie oft wurden unbekannte Neuzugänge wie Meha, Bertels, Vrancic, Ziegler, Kara, Proschwitz etc. als Beleg für den bevorstehenden Abstieg gewertet?!

Alleine die erfreuliche Mitgliederentwicklung, die TV-Geld-Steigerung in der Fünfjahreswertung, die sich nachhaltig auswirkt, höheres Zuschauerinteresse, Fanartikelverkäufe und Sponsoreneinnahmen machen uns auf Dauer konkurrenzfähiger, wenn man im Etat der Musik nicht mehr völlig hinterher läuft. So könnte man sicher auch in der 2. Liga einen 8-Mio.-Etat für die Profiabteilung stemmen. Das hat die Führungsriege unter Herrn Finke mit Auge, Verstand und unendlichen Einsatz geschafft, obwohl sie kaum öffentliche Fürsprecher hatten! Ein maroder Amateurverein mit einem Stamm von 2 000 Zuschauern ohne Stadion hat sich zu dem entwickelt, was er heute ist. Und die Entwicklung geht weiter (Trainingsgelände etc.). Mit der Vereinsführung und einem kompetenten Wirtschaftsrat und breiter sportlicher Kompetenz (Breitenreiter, Krösche, Müller, Born, Finke) sind wir nun nicht mehr völlig abhängig von einer Person! Und das ist wahrscheinlich die größte Leistung!!!

Es zeigt sich auch, dass nun kurzfristig mal auf Faninteressen reagiert werden kann (Auswärtsblockumbau, zusätzliche Zugänge der Nord etc.), was schließlich alles Geld kostet. Da beweist die Geschäftsstelle erneut gute Arbeit, die ebenfalls selten Anerkennung findet!

Die Chance auf den Klassenerhalt, die schließlich auch der Trainer gefordert hat, kostet natürlich Geld. Die Leute, die das einsehen und höhere Preise mittragen, haben ihren Anteil am Erfolg! Da darf sich jeder als Teil der SCP-Geschichte sehen - nicht nur durch die Mitgliedschaft, die die Mitbestimmung der Zukunftsausrichtung ermöglicht!

Stolz auf das gesamte Team

Was für ein Samstagnachmittig in der Arena.
Tolles Spiel vom SCP, gekrönt mit dem Hammertor.
Ich freue mich schon auf die nächsten Partien. Klar, es wird auch Niederlagen geben. Aber jeder Punkt ist für den als Abstiegskanditaten Nr. 1 gehandelten SCP ein Erfolg.

Krassester Außenseiter aller Zeiten

Aufgrund von Budget, Erfahrung, Trainigsbedingungen etc. sind und bleiben wir klarer Außenseiter und der Klassenerhalt wäre eine erneute Sensation.

Und doch erweisen sich die Prognosen über wöchentliche Klatschen und die Stimmen nach manchen Testspielen als völlig voreilig und falsch - mal wieder wie jedes Jahr!

Dienstagmorgen gehts nach München. Und auch dort wäre eine knappe Niederlage schon ein Erfolg. Aber auch dort wird unser Trainer eine Strategie haben, die es den Seppels schwer machen wird, uns erst mal zu knacken!

Sollte am Ende der Klassenerhalt gelingen, wären wir auf Jahre saniert. Der Weg, des Vorstands, es zu versuchen, indem man den Etat verdreifacht hat, ist absolut richtig! Nur so ist Eigenkapitalaufstockung, Stadionausbau, TV-Geld-Tabellen-Aufstieg mehr als nur ein Traum! Und die Zuschauer und Sponsoren, die den Weg mitgehen, tragen ihren großen Anteil dazu bei! Dafür danke!

Ein Tor aus 82 Metern, das ist selbst dem Rekordmeister FC Bayern München
noch nicht gelungen. Sie bleiben auch Tabellenführer, weil der BVB leider
oder aus unserer Sicht glücklicherweise sein Spiel verloren hat.
Daumen hoch - gefällt uns.

4 Kommentare

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