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Mi., 17.12.2014

Königsblau kommt: Paderborns Trainer André Breitenreiter geht in die Offensive »Erstmals einen Großen schlagen«

Trainer André Breitenreiter geht davon aus, dass es seine Mannschaft heute mit dem FC Schalke 04 aufnehmen kann.

Trainer André Breitenreiter geht davon aus, dass es seine Mannschaft heute mit dem FC Schalke 04 aufnehmen kann. Foto: Oliver Schwabe

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Schluss mit Breitenreiters Bescheidenheit: Vor dem letzten Heimspiel des Jahres geht Paderborns Trainer in die Offensive: »Wir wollen erstmals einen Großen schlagen.« Gegner ist heute Abend (20 Uhr) Schalke 04.

Was der Champions-League-Teilnehmer auch in dieser Saison für eine Rolle spielt, ist Breitenreiter nicht entgangen. Er selbst zählt die Königsblauen zu den Top-5-Klubs in Deutschland und für ihn gehört der Traditionsclub als Achtelfinalist der Champions League auch zu Europas Elite. Die Doppel-Spitze Huntelaar/Choupo-Moting bekommt vom Paderborner sogar das Prädikat »Weltklasse«. Doch das alles zählt in den 90 Minuten nur bedingt, zumal der SCP zuhause antreten kann.

Da gab's in diesem Jahr saisonübergreifend nur zwei Niederlagen (1:2 gegen Düsseldorf und Gladbach), aber schon zehn Siege. Die Benteler-Arena ist zu einem Bollwerk geworden – auch weil die Fans so gut mitziehen und für eine besondere Atmosphäre sorgen. Für Breitenreiter spielen die für eine Erstligastätte ungewöhnlichen Maße ebenfalls eine Rolle: »Wir haben das kleinste Stadion, damit kommen viele nicht zurecht. Und mit unserem Platz auch nicht.«

Doch auch die Geschichte der laufenden Saison macht Breitenreiter mutiger: »Wir haben in Leverkusen und Wolfsburg gepunktet, gegen Dortmund beeindruckt und gegen Mönchengladbach knapp vor einem Punktgewinn gestanden.« Diese Bilanz ist in der Tat für einen Neuling außergewöhnlich gut, die will sich der 41-Jährige deshalb auch unter keinen Umständen kleinreden lassen. Kommentare, die erste Hälfte in Wolfsburg (1:1) sei nicht bundesligatauglich gewesen, nimmt er gelassen: »Leverkusen oder Mönchengladbach hätten auch lieber bundesligauntauglich gespielt und dafür etwas mitgenommen.« Das schafften beide nicht, Borussia verlor 0:1, Bayer ging sogar mit 1:4 unter.

Dass das Remis in Wolfsburg letztlich doch sehr glücklich war, lässt Breitenreiter zwar gelten, die Ursache sieht er aber nicht bei Schiri Manuel Gräfe. Der hatte in drei sehr kniffligen Szenen gegen die Gastgeber entschieden, doch auch mit zwei Tagen Abstand änderte Paderborns Fußballlehrer seine Sicht auf die Dinge nicht: »Wir haben glücklich einen Punkt geholt, weil unser Torhüter Lukas Kruse einen außergewöhnlichen Tag hatte.« Aber zumindest mit dem Unparteiischen schloss Breitenreiter seinen Frieden. Beide gaben sich schon vor dem Spiel die Hand, nach der Partie lobte der Coach die Leistung des Berliners sogar: »Er hat sich nicht beeinflussen lassen und konsequent seine Linie durchgezogen.«

Hellwach muss auch seine Mannschaft heute sein. In den vergangenen fünf Spielen lief sie immer einem Rückstand hinterher. Den aufzuholen dürfte gegen Gäste, die mit einem Angriff dieser Qualität anreisen, schwer werden.

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