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Mi., 29.07.2015

Absteiger hat die teuersten Dauerkarten der 2. Liga – Arminia erhebt Topzuschläge Paderborns Preise bleiben erstklassig

Der SC Paderborn hofft auf eine stets gut gefüllte Arena. Die Karten sind allerdings nicht billig.

Der SC Paderborn hofft auf eine stets gut gefüllte Arena. Die Karten sind allerdings nicht billig. Foto: Thomas F. Starke

Von Jens Brinkmeier

Bielefeld (WB). In der Zweitligatabelle belegt der SC Paderborn nach dem ersten Spieltag Platz zwölf, Arminia Bielefeld ist Neunter. Bei den Dauerkartenpreisen ist Absteiger SCP allerdings ganz vorne.

Die Fanseite uebersteiger.de hat die Dauerkartenpreise der 18 Teams des Fußball-Unterhauses  verglichen. Anhand der Preise für die Stehplätze sowie die günstigsten und teuersten Sitzplätze (jeweils ohne Ermäßigung und Mitgliederrabatt) ergibt sich eine fiktive Gesamtsumme für die Platzierung. Hier liegt Paderborn vorne.

Ticketpreise spiegeln sportliche Ambitionen

Der SCP hat auch die teuersten Stehplatzdauerkarten (238 Euro) und die teuersten Sitzplatzdauerkarten (459 Euro) in der günstigsten Kategorie. Lediglich bei den Sitzplatzdauerkarten (595 Euro) in der teuersten Kategorie gibt es mit Fortuna Düsseldorf (690 Euro) und Union Berlin (600 Euro) zwei Vereine, die mehr Geld verlangen.

»Preislich bewegen wir uns da, wo wir sportlich hinwollen«, hatte Gesamtgeschäftsführer Martin Hornberger bereits erklärt. Und: »Um vorne mitspielen zu können, benötigen wir entsprechende Einnahmen.« Gegenüber der Zweitligaspielzeit 2013/14 sind die verglichenen Kategorien beim SCP um etwa 50 Prozent teurer geworden. Man sei nicht mehr derselbe Zweitligist wie vor dem Aufstieg, hatte Hornberger erklärt.

Auch in der abgelaufenen Erstligasaison hatte der SCP die teuersten Karten der Liga im Angebot. Denselben Weg geht jetzt Aufsteiger SV Darmstadt 98, der in der Bundesliga auf Platz eins vor Schalke 04  liegt. Mit den aktuellen Preisen für Steh- und günstigste Sitzplätze wird  Paderborn auch im Vergleich mit den Erstligisten nur von Darmstadt übertroffen. SCP-Präsident Wilfried Finke hat nach Boykottdrohungen der Fans immerhin versprochen, dass es in den nächsten beiden Spielzeiten keine Preiserhöhungen gibt, sofern sein  Klub  zweitklassig bleibt.

Arminia liegt mit Preisen im Mittelfeld

In der 2. Liga bietet RB Leipzig, von Red Bull mit Geld versorgt, die im Vergleich günstigsten Dauerkarten an. Aufsteiger Arminia liegt mit seinen Dauerkartenpreisen im Mittelfeld. Besonderheit beim DSC: Bei bis zu fünf Heimspielen erhebt der Klub einen Topzuschlag. Erstmals ist dies bei der Partie gegen Eintracht Braunschweig (21. August) der Fall. Der Vorverkauf für dieses Spiel sowie für die Partien gegen den 1. FC Heidenheim (12. September) und den VfL Bochum (22. September) startet heute, Karten gibt es auch beim WESTFALEN-BLATT. Der Sitzplatz gegen Braunschweig kostet vier Euro mehr als gegen Heidenheim und Bochum.

Arminia hat mehr als 8600 Dauerkarten verkauft, Paderborn nähert sich der 6000er-Marke – trotz der teuren Tickets. Ein Grund: Häufig sind die Dauerkartenkäufer Vereinsmitglieder, und diese erhalten die Tickets zu den ermäßigten Preisen. Dann kostet eine Stehplatzdauerkarte 204 Euro. Bei Arminia ist diese Kategorie für 150 Euro erhältlich.

Ein Pfund, mit dem die Paderborner wuchern können, ist die hohe Zahl der Stehplätze in ihrem Stadion (9200 von 15.000 Plätzen insgesamt). Nur in drei Zweitligastadien gibt es prozentual mehr Stehplätze (Berlin, Frankfurt und Sandhausen). Zudem verweisen die Verantwortlichen auf die »beste Sicht von allen Plätzen«.

Kommentare

Zahlenverdreherei

Es ist doch einfach Zahlenverdreherei, wenn man sich hier eine heraus pickt (DK-Preis) und alle anderen verschweigt (Einzelpreis, Durchschnittspreis, Rabatte, Gesamteinnahme etc.). In einigen dieser Punkte wäre der SCP schließlich ganz unten in der Tabelle.

Ich erinnere mal daran, dass die Fußball-Republik jahrzehntelang gegen die Versitzplatzung sturmgelaufen ist. Schließlich haben die Vereine dadurch trotz geringeren Stadionkapazitäten viel höhere Einnahmen generiert. Da hieß es immer "Kommerzialisierung zu Lasten des kleinen Fans".

Wenn nun Vereine wie der SCP oder Union auf einen großen Stehplatzanteil zu Gunsten der Fans bauen, dann sinkt der Durchschnittspreis und die Gesamteinnahme. Dass man dann nicht wie bei Vereinen, bei denen Geld keine Rolle spielt, Karten für 10,- verkaufen kann, sollte man doch einsehen können!

Und wenn man die Stehplatzpreise der letzten Saison betrachtet, so waren HSV, Leverkusen, S04, BVB etc. teurer als wir. Und wenn man in München 10,- für nen PKW und 25,- für nen Bus zahlen muss beim Parken, dann kann man das eben auch nicht unterschlagen!

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