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Di., 15.09.2015

Nur in der Abstiegssaison 2007/2008 ist der SC Paderborn noch schlechter gestartet Eine Krise – viele Gründe

Süleyman Koc (links) hat sich mit seinem Verbleib arrangiert, spielt aber auch noch nicht in Topform.

Süleyman Koc (links) hat sich mit seinem Verbleib arrangiert, spielt aber auch noch nicht in Topform. Foto: Oliver Schwabe

Von Elmar Neumann

Paderborn (WB). Nach vier Niederlagen in Folge spitzt sich die Lage beim SC Paderborn weiter zu. Die Gründe für die Krise des Ex-Erstligisten sind unterschiedlichster Natur.

Die Situation
Der  Absteiger ist gleich bis in die Kellerregionen  durchgereicht worden. Drei Punkte aus sechs Spielen sind das eine, das Torverhältnis (3:13) lässt auf viele weitere  Probleme schließen. Nur München (2) hat weniger Treffer  erzielt, nur Nürnberg (15) noch mehr kassiert. Einen schwächeren Start hat der SC Paderborn lediglich  in der Saison 2007/2008 hingelegt. Damals  war es nach sechs Partien noch ein Punkt weniger. Das Torverhältnis lautete 0:6. Am Ende der Spielzeit stieg Paderborn in die 3. Liga ab.
 
Die Psyche
Beim Pokalspiel in Lübeck und in  Düsseldorf verwandelte der SCP ein 0:1  in ein 2:1. Mittlerweile kommt jeder Rück- einem K.o.-Schlag gleich. »Wir lassen uns zu leicht  aus der Bahn werfen«, sagt Marcel Ndjeng. Der stellvertretende Kapitän meint vor allem die Gegentore, die einen Rückstand bedeuten. Doch das Derby gegen Bielefeld hat gezeigt: Auch ein Ausgleich trifft sein Team wie der Schlag.

Das Standardproblem
Der SCP hat ein Standardprogramm entwickelt, das Trainer Markus Gellhaus gar nicht gefallen kann. Zwei Freistöße, ein Elfmeter, ein Eckball – vier der jüngsten fünf Gegentore resultierten aus ruhenden Bällen. Bitterer als diese Tatsache  ist, dass sowohl der Strafstoß  in Kaiserslautern als auch der  Freistoß in Leipzig (jeweils das 0:1) allemal zu vermeiden gewesen wären. Auf dem Betzenberg war es Moritz Stoppelkamp, der ein völlig unnötiges Foul begang, in Leipzig Niklas Hoheneder. »Da müssen wir uns viel, viel  cleverer verhalten«, sagt Manager Michael Born.

Der Abschied des Kapitäns
Je häufiger der SCP verliert, desto deutlicher wird auch, dass unter den vielen Abgängen ein Abschied ganz besonders schmerzt: Mit Uwe Hünemeier hat die Mannschaft nicht nur ihren Kapitän, sondern vor allem ihren Abwehrchef verloren. Während »Hüne« mit Brighton und bereits vier Punkten Vorsprung Englands 2. Liga anführt, wird er in Paderborn als Stabilisator vermisst. Da Rafa López und Deutschlands 2. Liga keine Freunde mehr werden, heißt es zu warten, bis sich die neue Innenverteidigung mit Niklas Hoheneder und Hauke Wahl eingespielt hat.

Die Außenbahnen
Ein Zweitligist, der auf den Außenbahnen über Süleyman Koc und Moritz Stoppelkamp in Bestform verfügen kann, wäre zu beneiden – wenn das Duo sein Potenzial auch ausschöpfte. Das aber ist nicht der Fall. Beide wären liebend gerne in der 1. Liga geblieben, beide müssen sich damit abfinden, derzeit in den Niederungen der 2. Liga zu spielen. Zwar hat bei Koc (»Wir müssen dankbar sein, hier spielen zu dürfen«) ein Umdenken stattgefunden, aber in den Leistungen spiegelt sich das noch nicht wider. Stoppelkamp vermittelt in den wenigen besseren Phasen den Eindruck, als spiele er aus Trotz und nicht aus Lust am Fußball gut. Umso überraschender ist, dass Idir Ouali aus dem Raster gefallen ist. Beim Sieg in Düsseldorf noch Paderborns Bester, ist er seit dem Sandhausen-Debakel außen vor und stand zuletzt zweimal gar nicht mehr im Kader.

Die Aussichten
Der Krisengipfel gegen Karlsruhe am Samstag (13 Uhr, Benteler-Arena) ist von immenser Bedeutung. Für das Team und den Trainer. Die Aussage von KSC-Präsident Ingo Wellenreuther hätte auch ein SCP-Verantwortlicher treffen können: »Was wir jetzt brauchen, ist ein Schweinespiel, bei dem die Fetzen fliegen und das wir gewinnen.«

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