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Sa., 26.12.2015

Paderborns Präsident Finke rechnet auch mit dem Abgang von López Vier Neue sollen kommen

Einziger Einsatz in Liga zwei: Rafa López (Bildmitte) war beim 0:6-Untergang gegen Sandhausen dabei. Rechts schiebt auch SCP-Spieler Moritz Stoppelkamp Frust.

Einziger Einsatz in Liga zwei: Rafa López (Bildmitte) war beim 0:6-Untergang gegen Sandhausen dabei. Rechts schiebt auch SCP-Spieler Moritz Stoppelkamp Frust. Foto: Oliver Schwabe

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Ein Linksverteidiger, einer fürs Abwehrzentrum, ein offensiver Mittelfeldspieler und ein Stürmer – so liest sich der sportliche Wunschzettel von Paderborns Präsident Wilfried Finke.

Der 64-Jährige weiß aber auch: »Verpflichtungen in der Winterpause sind immer schwierig. Darüber muss man sich im Klaren sein.« Die nach den Suspendierungen von Daniel Brückner, Mahir Saglik und Srdjan Lakic freien Positionen beim Fußball-Zweitligisten SC Paderborn müssen neu besetzt werden, einen weiteren Platz im Kader wird wohl Rafa López frei machen.

»Ich rechne nicht mehr mit ihm«, sagt Finke. Der Spanier, nach dem Erstliga-Aufstieg 2014 vom FC Getafe gekommen und 16-mal in der Bundesliga im Einsatz, hatte sich im November einen Sehnenabriss im Oberschenkel zugezogen und wird eigentlich zum Trainingsauftakt am 8. Januar in Paderborn zurückerwartet. Doch Finke ist da sehr skeptisch: »Er  könnte  uns sportlich sicher helfen, weil er ein guter Fußballer ist. Aber López hat schon im Sommer seine Familie nach Spanien zurückgeschickt. Das macht niemand, der sich mit unserem Verein identifiziert und die 2. Liga annimmt.«

Der 30-jährige López, dessen Vertrag zum 30. Juni 2016 ohnehin ausläuft, wollte den SCP schon nach dem Abstieg sofort verlassen, fand aber keinen Klub. In der 2. Liga stand er nur beim 0:6 gegen Sandhausen auf dem Platz, unter Trainer Stefan Effenberg hat der Innenverteidiger daher noch keine Minute gespielt.

Wie die personelle Nachfolgereglung aussehen soll, ist für die Verantwortlichen beim SCP klar. »Wir brauchen Spieler, die uns mehr oder weniger auf Knopfdruck weiterhelfen«, sagt Effenberg. Finke formuliert es so: »Wir brauchen Spieler mit Zweitligaerfahrung. Sie müssen auch vom Lebensalter Erfahrung mitbringen. Für junge Leute, die erst über einige Monate einen Reifeprozess durchlaufen müssen, haben wir jetzt keine Zeit.« Warum das so ist, zeigt  der bloße  Blick auf die Tabelle.

Investieren dürfen Effenberg und Manager Michael Born mindestens 1,5 Millionen Euro, so viel hat der schuldenfreie SCP angespart. Doch bei den Transfers, die auch schon  ein  Vorgriff auf die neue Saison sein sollen, braucht der Verein auch ein glückliches Händchen. »Wir haben bei den Wintertransfers nicht die besten Erfahrungen gemacht«, sagt Finke und denkt da auch an Lakic.

Den wollte vor einem Jahr unbedingt Ex-Trainer André Breitenreiter und entschied sich gegen eine attraktive Alternative: Guido Burgstaller, der aktuell den 1. FC Nürnberg mit neun Saisontoren in den Zweitliga-Aufstiegskampf schießt, stand   nach Informationen dieser Zeitung  auch auf der SCP-Liste  und war sich  bereits mit Manager Michael Born einig. Doch  Paderborns Aufstiegstrainer entschied  sich anders und der Wechsel platzte.

Sollte der SCP den Klassenerhalt schaffen, will SCP-Boss Finke übrigens die Einkaufspolitik seines Vereins wieder korrigieren. »Wir haben nach dem Erstligaaufstieg   leider den Weg der Tugend etwas verlassen  müssen. In Zukunft werden wir uns aber wieder vermehrt in der 3. Liga bedienen«, kündigt Finke an. Was an der Zielsetzung für die Serie 2016/2017 nichts ändert, Finkes Marschroute ist da klar: Den Kader nochmals verstärken und oben angreifen.

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