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So., 24.01.2016

Nick Proschwitz entblößt sich im Hotel vor einer Frau – SCP-Präsident spricht von »untragbarem Verhalten« – Stürmer muss wohl gehen Eklat im Trainingslager

Nick Proschwitz beim Training in Belek.

Nick Proschwitz beim Training in Belek. Foto: Oliver Schwabe

Von Jens Brinkmeier, Elmar Neumann und Thomas F. Starke

Belek (WB). Im Trainingslager des SC Paderborn ist es zu einem Eklat gekommen. Nick Proschwitz hat in Belek/Türkei buchstäblich die Hosen heruntergelassen. 

Offenbar alkoholisiert entblößte sich der Stürmer des Fußball-Zweitligisten in der Nacht zu Sonntag in einer Bar des Fünf-Sterne-Mannschaftshotels »Regnum Carya«. Vor einer Mitarbeiterin der Firma »Match IQ«, die für den SCP und Arminia Bielefeld das Trainingslager an der türkischen Riviera organisiert hat, zeigte der 29-Jährige Sonntagfrüh gegen 0.30 Uhr seine Männlichkeit. 

Die Angelegenheit ereignete sich vor einer nicht unerheblichen Anzahl von Zeugen, darunter auch den Redakteuren dieser Zeitung, in der Sportsbar im Untergeschoss des Hotels. Danach ging die Party einiger SCP-Profis weiter.

Sonntagmorgen ist der Zweitliga-Kader planmäßig zurück nach Paderborn geflogen, wo das Team am frühen Nachmittag landete.

Eine Entscheidung über die Zukunft von Nick Proschwitz sei laut einem Bericht der Bild-Zeitung bereits gefallen. Demnach habe sich der Klub von dem Spieler getrennt. Eine Bestätigung steht aber noch aus. Schon am Sonntagabend hatte SCP-Präsident Wilfried Finke betont: »Das ist ein untragbares Verhalten, das ihn im Grunde disqualifiziert, das Trikot des SCP zu tragen.« Der Vereinsboss wolle auch arbeitsrechtliche Erkundigungen einholen und kündigte für Montag eine Reaktion des Vereins an.

Bereits nach dem SCP-Mannschaftsabend am vergangenen Mittwoch hatten Gerüchte die Runde gemacht, dass Paderborner Spieler über die Stränge geschlagen haben sollen. Sogar von Urinieren an öffentlichen Orten im Hotel war die Rede. Angeblich wurde bis sechs Uhr morgens gefeiert, Blumenkübel sollen in einen Pool geworfen worden und einige Spieler sollen grölend über die Flure gelaufen sein. Gerüchte, die der Nobelherberge, in der im November noch der G20-Gipfel mit Angela Merkel, Barack Obama und weiteren hochrangigen Politikern stattfand, nicht geschmeckt haben.

Am Tag danach ist es deshalb nach Informationen dieser Zeitung zu einem Krisengespräch von Hotelmanagement, »Match IQ« und SCP gekommen.

Proschwitz spielt seit Sommer wieder beim SCP, für den er bereits in der Saison 2011/12 am Ball war. Dazwischen versuchte sich der Angreifer bei vier Vereinen in England. In der aktuellen Spielzeit erzielte er in 19 Spielen fünf Tore für Paderborn.

Kommentare

Und das sind Repräsentanten für PADERBORN !

Unglaublich dieses Verhalten.
Nach Silvester und der Belästigung vieler Frauen in Deutschland, diskutieren wir in Deutschland das Frauenbild der muslimischen Männer.
Aber welches Frauenbild haben teilweise unsere Männer ?
Und wie wird dieses Vorgehen jetzt in der Türkei bewertet ?
Wir wollen ja soviel besser und moderner sein.
Wie heisst es so schön: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht .....

Der SCP muss den Spieler rausschmeissen. Jemand, der so handelt, kann keinen Verein und keine Stadt vertreten, schon gar nicht im Ausland ! Ich schäme mich mit und möchte mich bei den Angestellten im Hotel und den anderen Gästen der Party entschuldigen.

Komisch, mich überrascht es nicht!

Vielleicht verstehen jetzt die Letzten, warum Charakter und sportlicher Ehrgeiz mindestens so wichtig sind wie die pure "individuelle Qualität".

Schon als der Name Proschwitz hier vor 12 Monaten ins Spiel gebracht wurde, habe ich von "Katastrophe" gesprochen. Ein Mann, der in seiner ganzen Karriere 4 gute Monate hatte und sich seit dem für den Größten hält, was sich auch im Gehalt widerspiegelt. Nein! Nein! Der Transfer war für mich von Anfang an der größte Fehler der letzten 15 Jahre.

Und dann muss man leider sagen, dass der Trainer nicht nur solche Eskapaden verhindern kann (war ja wohl nicht der einzige Vorfall), Effe steht ja eher für die Philosophie: "So was gehört auch mal dazu!"

Es muss sich endlich der Gedanke durchsetzen, dass es nur über ein funktionierendes Kollektiv geht. Und daher müssen wir nun endlich auf die jungen, hungrigen bauen, die wollen und sich auf den Sport konzentrieren.

Die Legionäre und arroganten Geldsäcke, die hier nur die Hand aufhalten, müssen sofort von der Mannschaft getrennt werden, damit sie den Rest nicht weiter versauen.

Schade, ich habe es den ganzen Sommer warnend wiederholt: lasst die Finger von solchen Leuten. Das ist rausgeworfenes Geld und schadet am Ende noch.

Dafür wurde ich dann noch von Besserwissern beschimpft!

Vom Trainer inspiriert?

Da haben sich die Paderborner Spieler wohl von den Exzessen ihres Trainers inspirieren lassen. Hat Effe womöglich sogar mitgezecht? Das kann den Verantwortlichen ja wohl kaum entgangen sein, wenn die Spieler das Hotel auf den Kopf stellen ...

Charakter- Fragen

Offensichtlich reicht es bei diesem Haufen noch nicht einmal für einen Mannschaftsabend ohne aus dem Rahmen zu fallen.
Vielleicht fällt es den Verantwortlichen ja doch noch auf, bei Spielerverpflichtungen auf deren Charakter zu achten. Vereine, die weniger auf Rosen gebettet sind, schauen sich mögliche neue Spieler auch abseits des Rasens an, um da die Zahl der Fehlgriffe zu minimieren. Prosch-Witz bedient das Klischee des Fußballers, was viele seiner Kollegen nicht verdient haben. Ich erwarte, daß er nicht merh für Paderborn spielen darf!

Alkohol und Sport vertragen sich weniger gut, damit wirds nichts mit Klassenerhalt.

Sozialstunden

Da sollte Herr Born doch dem Proschwitz ein paar Sozialstunden aufbrummen, eine Geldstrafe wirkt doch nicht. Geld haben die Spieler doch genug. Dem FCP wünsche ich dann den Aufstieg - in die 3te Liga. Wie dumm müssen die Spieler eigentlich sein. Aber Paderborn vernebelt eben das Gehirn.

„Helden geben niemals auf“ steht ganz vorne auf der Homepage des SCP. Nach den Vorfällen von Belek sollte man sich überlegen, dieses Motto umzuformulieren: „Dummköpfe wissen nicht, wann es reicht“. Die Sympathien, die sich Paderborn in der letzten Saison unter Breitenreiter (verdient) erspielt hat, sind in dieser Saison bei vielen komplett verbraucht worden, speziell nach der Verpflichtung von Effenberg.
Aber auch die Vereinsführung sollte sich hinterfragen. Ist es wirklich notwendig gewesen, mit einem Zweitligateam, das mit einer unterirdischen Tordifferenz auf dem 16. Tabellenplatz gegen das Durchgereichtwerden in untere Ligen kämpft, in so ein Luxus-Trainingslager zu ziehen?
Leistungsmäßig hätten sie sich bestenfalls ein kleines Hotel oder eine Pension verdient, und im Nachhinein hätte sogar eine Jugendherberge oder ein Campingplatz ausgereicht.
Das einzige, was mir zu diesem größenwahnsinnigen und spätpubertären Verhalten einfällt, ist ein Zitat von Max Liebermann: "Ich kann nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte."

Unglaublich

Was für ein Sauhaufen! Und nicht nur Proschwitz! Ich bin geschockt darüber, was aus dem SCP geworden ist. Versuche meine Dauerkarte los zu werden, was mir aber wohl nicht gelingt....

9 Kommentare

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