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Di., 15.11.2016

Am Freitag ist Gerichtstermin: Es geht um viel Geld Effenberg-Assistent verklagt SC Paderborn

Knapp fünf Monate beim SCP im Dienst: Trainer Stefan Effenberg und sein Assistent Sören Osterland.

Knapp fünf Monate beim SCP im Dienst: Trainer Stefan Effenberg und sein Assistent Sören Osterland. Foto: Oliver Schwabe

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Die Ehe zwischen Stefan Effenberg und dem SC Paderborn hielt nicht einmal fünf Monate, jetzt holt den Drittligisten die unrühmliche Vergangenheit ein: Effenbergs Assistent Sören Osterland hat den Verein verklagt.

Ein Gütetermin im September endete ergebnislos, am Freitag treffen sich beide Parteien vor dem Paderborner Arbeitsgericht.

Es geht um viel Geld. Osterland, der nach 13 sieglosen Spielen in Folge am 3. März gemeinsam mit Effenberg gehen musste, glaubt sich an den SCP gebunden: »Ich sehe den SC Paderborn weiterhin als meinen Arbeitgeber.« Eine ganz andere Sicht auf die Dinge hat Paderborns Präsident Martin Hornberger. »Wenn in einem Vertrag nichts von 3. Liga steht, kann er auch nicht für die 3. Liga gültig sein. Davon gehe ich aus, genau das wird jetzt vom Gericht überprüft«, sagt der 55-Jährige, der juristisch von Rechtsanwalt Dr. Rüdiger Völkel (auch stellvertretender SCP-Aufsichtsratsvorsitzender) vertreten wird.

Sollte Osterland Recht bekommen, müsste der SCP weitere zwölf Gehälter (bis 30. Juni 2017) zahlen. Das Einkommen des 30-Jährigen soll nach unbestätigten Meldungen bei 8500 Euro pro Monat liegen. Nach der Steuernachzahlung an das Finanzamt in Höhe von knapp einer Million Euro wäre das ein weiterer empfindlicher Tiefschlag für den finanziell ohnehin klammen Klub.

Gleicher Ort, gleiches Thema: Am 26. Januar 2017 wird sich das Paderborner Arbeitsgericht auch mit dem »Fall Rob Reekers« beschäftigen müssen. Der Co-Trainer von Markus Gellhaus, bereits am 6. Oktober 2015 geschasst, klagt ebenfalls auf Gehaltsnachzahlungen. Der 50-Jährige ist auch überzeugt davon, dass sein Vertrag beim SCP für die 3. Liga gilt.

Den Vorsitz in der öffentlichen Verhandlung vor der 3. Kammer hat am Freitag (Beginn: 11.15 Uhr) Richterin Andrea Rakow. Sollte sie der Argumentation von Osterland folgen, wäre der Fußballlehrer allerdings nicht abgeneigt, für sein Geld auch wieder für den SCP zu arbeiten. Angeblich soll ihm der Verein bereits im März 2016 angeboten haben, als NLZ-Leiter einzusteigen. Das Angebot soll er nach Informationen dieser Zeitung aber abgelehnt haben. Dazu Osterland: »Es gab Gespräche, die sind aber nie intensiv geführt worden. Im Abstiegskampf hatte der Verein sicher andere Sorgen, als sich mit meiner Person zu befassen.« Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben – so sieht es Osterland: »Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen und habe kein Problem mit den handelnden Personen. Zwischen uns steht nur diese einzige Frage, deshalb war und bin ich gesprächsbereit.«

Insider schätzen die Chancen von Osterland und Reekers allerdings als sehr gering ein. Gute Aussichten, noch Geld vom SCP zu bekommen, soll aber einer haben, der kaum gespielt hat: Der dauerverletzte Spanier Rafa Lopez hatte vor Vertragsabschluss im August 2014 Sonderzahlungen ausgehandelt. Da der Innenverteidiger aber monatelang kein Gehalt, sondern nur Krankengeld bezog, wurden die vereinbarten Gelder vom Verein einbehalten. Juristisch sei das Vorgehen zumindest zweifelhaft, einen Gerichtstermin gibt es aber noch nicht.

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