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Di., 28.02.2017

Westfalenpokal: Paderborn gewinnt gegen den Regionalligisten vor 789 Zuschauern 1:0 Heidinger schießt SCP gegen Verl ins Halbfinale

Foto: Besim Mazhiqi

Paderborn  (WB). Drittligist SC Paderborn steht mit viel Mühe im Halbfinale des Westfalenpokals: Am Abend schlug der SCP im OWL-Derby den Regionalligisten SC Verl mit 1:0 (0:0). Für die Elf von Trainer Stefan Emmerling war es der erste Heimsieg in diesem Jahr. Den sahen aber nur ganz wenige: 789 Zuschauer kamen in die Benteler-Arena.

Auf vier Positionen hatte Emmerling seine Elf geändert. Besonders bemerkenswert: Torhüter Michael Ratajczak feierte seine Pflichtspielpremiere. Der Winter-Neuzugang stand für Lukas Kruse im Tor. Außerdem blieben Christian Strohdiek (Schwindelgefühle), Ben Zolinski und Marc Vucinovic (beide auf der Bank) draußen. Dafür spielten Tim Sebastian, Sebastian Heidinger und Roope Riski.

Die Hausherren waren spielbestimmend, aber nicht zwingend genug. Robin Krauße (12.), Sven Michel (22.) und Zlatko Dedic (31./43.) hatten Möglichkeiten, doch dafür gab es nichts Zählbares.  Die Verler Gäste spielten sehr defensiv, standen in der Hintermannschaft allerdings auch gut. In der Offensive waren die SCVer aber viel zu harmlos.

Heidinger steht richtig

Nach der Pause brach Sebastian Heidinger den Bann. Nach einem Schuss von Krauße, den der Verler Keeper Jarno Peters noch abwehren konnte, stand »Heidi« goldrichtig und netzte ein. Riski (64./72.) und Michel (73.) hatten weitere Gelegenheiten, die Führung auszubauen. Sie nutzen keine und das hätte sich fast gerächt: Nach einem Schuss des eingewechselten Gianluca Marzullo (76.) konnte Ratajczak nur mit einem Fußabwehr den Ausgleich verhindern.

Christian Bickel (83.) traf nach einem Konter aus kurzer Distanz nur die Latte, das musste eigentlich die Entscheidung sein. Da hatten die Verler Glück. Am Ende blieb ein Paderborner Arbeitssieg gegen einen Nachbarn aus Verl, der nie aufgab.

Statistik

SC Paderborn: Ratajczak - Heidinger, Boeder, Sebastian, Herzenbruch – Piossek (58. Bickel), Krauße (78. Schonlau), Kruska, Michel – Dedic (73. van der Biezen), Riski

SC Verl: Peters - Choroba, Schmidt, Kalinowski (73. Veselinovic), Großeschallau - Strifler – Geißler (67. Marzullo), Schröder - Rasp (63. Schaal), Kaminski - Maier Schiedsrichter: Fabian Maibaum (Hagen)

Zuschauer: 789

Tore: 1:0 Heidinger (56.)

Gelbe Karten: Riski - Strifler, Schröder, Choroba

Kommentare

Denkfehler der "Eperten"

Der erste Denkfehler der "Experten" wurde jedenfalls widerlegt. Bei halbierten Eintrittspreisen kamen die wenigsten Zuschauer aller Zeiten in die Benteler-Arena. Zuschauer kommen einzig wegen des Erfolgs!


Ich zitiere mal aus Studien: "Es kommt oft vor, dass wir unser Wissen überschätzen. Das betrifft besonders Ökonomen. Besonders auffällig sind die vielen Großprojekte von der Oper in Sydney bis zum BER. Fazit: seien Sie allen Vorhersagen gegenüber skeptisch, besonders wenn sie von sogenannten Experten stammen.“
Es wurden an der Uni Berkeley 82000 Vorhersagen von 300 Experten ausgewertet: Das Ergebnis lautete, ein Zufallsgenerator ist genauso verlässlich!

Auch Ursache und Wirkung werden oft verwechselt: Weil schöne Models Werbung für Kosmetik machen, glauben viele Frauen, mit Kosmetik würden sie zu Models. Ist eine Uni deshalb so berühmt, weil sie so gute Ausbildung macht oder weil sie es schafft, die besten Studenten zu rekrutieren?! Auch wurden einst Läuse für gesundheitsfördernd gehalten, weil sie nur bei gesunden Leuten nisteten. Es wird also ein Auswahlkriterium mit dem Ergebnis verwechselt.

Wenn Millionen von Menschen eine Dummheit behaupten, wird sie deswegen nicht zur Wahrheit. Der Mensch hat aber den Herdentrieb in den Genen. So entstehen Blasen und Panik an den Börsen oder auch Kleidermoden. Das ist auch der Grund, warum in amerikanischen TV-Serien Lachkonserven eingespielt werden. Und was ist das für ein Qualitätsmerkmal, wenn eine Firma damit wirbt, ihr Produkt sei das meistverkaufte?!


Der Vater aller Denkfehler ist die Interpretation neuer Informationen im Sinn bestehender Theorien. Gegenteiliges wird ausgefiltert. So werden Anzeichen des Erfolgs gefeiert und Rückschläge als „unvorhersehbare Spezialfälle“ abgetan. Man kann immer für zwei gegenteilige Theorien Belege finden. Verstärkt wird alles durch das Umgeben mit Gleichgesinnten.


Personen taumeln eigentlich nur von Situation zu Situation. Es ist also eine langfristige Planung nur möglich, wenn man sich nicht von aktuellen Situationen leiten lässt und in Aktionismus verfällt. Warum bleiben Torhüter beim Elfmeter nie stehen? Weil es besser aussieht, wen man "handelt". Und die Leute fordern "Führer" ja auch zum Handeln auf ("Trainer raus").

Man kann nur sehr wenig wirklich beeinflussen. Aber wir haben die Illusion, es zu können. Und das macht uns vieles erträglicher. Dabei sollte man sich auf die wenigen Dinge konzentrieren, die man wirklich beeinflussen kann.

Manchmal ist weniger mehr.

Auswahl an Möglichkeiten gilt als Messlatte des Fortschritts und des Wettbewerbs. Sie kann aber auch Lebensqualität vernichten! In einem Experiment wurden in einem Supermarkt 24 Sorten Konfitüre zum Probieren gegeben. Als man das selbe mit 6 Sorte machte, kauften die Leute 10 Mal mehr! Die Kunden konnten sich vorher einfach nicht entscheiden. Auch werden Entscheidungen schlechter.

So ist es z. B. im Sport, dass es schlechte Phasen gibt. Aber das alles pendelt sich alleine wieder zur Mitte ein. Das führt dazu, dass man bestimmten Maßnahmen eine Verbesserung zuschreibt, die auch so gekommen wäre. Andersherum schwankt man eben auch vom Höhepunkt zur Mitte. Das führt zu dem Trugschluss, dass z. B. Lob schädlich gewesen sein könnte. Beides ist natürlich Quatsch. Genauso Beispiele von "erfolgreichen" Trainerwechseln.

Was beweist ein Satz wie „Er hat jeden Tag drei Schachteln geraucht und ist doch 100 geworden“? - Nichts! Man nimmt aber gerne lieber falsche Lösungen als gar keine zu Rate. So ist die Angst vor Flugzeugabstürzen größer als vor Krebs.

Man muss nur alles oft genug wiederholen – dann wird es geglaubt. Warum interessieren die Aufsichtsräte die Quartalszahlen, aber weniger Schachzüge der Konkurrenz, Mitarbeitermotivation oder geändertes Kundenverhalten?!

Dass diese "revolutionäre" Idee von "Ruhe bewahren", die eigentlich jeder Unfallforscher seit Ewigkeiten kennt, belächelt wird, ist wieder Ergebnis des oben beschriebenen Herdentriebs, der dazu führt, dass die "Das haben wir schon immer so gemacht"-Kästchendenkerei nicht durchbrochen wird.

Dank an das WB

Vielen Dank für Ihren Artikel heute in der Papierausgabe zum Thema St. Pauli. Dort wird der Aufschwung der Hamburger mit dem Festhalten am Trainer und den eigesparten Abfindungen, die in den Kader fließen konnten, begründet. Das branchenübliche Trainerwechseln wurde damit als falsches Mittel deklariert.

Natürlich gibt es Trainerwechsel, die einen (zeitlich begrenzten) Aufschwung - oft ein Strohfeuer - mit sich bringen. In wie weit dafür aber der neue Trainer verantwortlich ist, bleibt unklar. Typische Formschwankungen, psychologische Aspekte oder einfach Glück liegen da oft näher.

In Paderborn hat man 6 Trainer in 1,5 Jahren in die Verantwortung gehoben.

Man kann über Gellhaus denken, was man will. Natürlich gibt es immer noch bessere Trainer. Ob die zu dem Zeitpunkt für bezahlbare Kosten zu haben ist, steht auf einem anderen Blatt.

Mit der Trümmertruppe der Saison 15/16 war einfach kein Blumentopf zu gewinnen. Die Zusammenstellung war einfach falsch.

Gellhaus passte aber ins Konzept als junger Trainer mit zugleich riesiger Erfahrung. Und natürlich disqualifiziert die Tatsache, dass jemand zuvor als Co gearbeitet hat, nicht für die Arbeit als Cheftrainer. Es gibt sogar Mathematiklehrer, die mehrfach die CL als Trainer gewonnen haben. Ich schätze, da hat man als Co-Trainer doch mehr Vorqualifikation.

Trainerwechsel IN EINER LAUFENDEN SAISON sind einfach schädlich und ein Ausdruck von Panik und Aktionismus in einer Vereinsführung. Die Ruhe zu bewahren, kann nicht nur helfen, es ist auch viel kostengünstiger, wie St. Pauli beweist.

Ich denke da an den ehemaligen Nokia-Chef, der mal sagte: "Ob wir hätten mehr tun können? - Ja klar! Ob es gereicht hätte - ich weiß es nicht!" Es gibt also keine Garantien! Dass hinterher alle schlauer sind, muss man eben akzeptieren! Dafür trägt man die Verantwortung!!!

Ich hätte also niemals Effe geholt. Als er dann aber nun mal da war, musste man mit ihm durchziehen. Da aber kam das Fehlen seiner Trainerlizenz zu Tage.

Da konnte man aber nicht wieder zwei Wochen mit einer Trainersuche verbringen und hatte in René Müller jemanden, der wie Gellhaus Stallgeruch hatte und ohne jede Vertragsverhandlungen übernommen hat.

Das ist Größe und Vereinsdienlichkeit. Dafür wurde er von machen absolut mies behandelt!!!

Ich hoffe, es kommt nun endlich zu einer Kontinuität, denn wir brauchen den schnellen Erfolg gegen die Insolvenz. Und da kann man nicht erst wieder ein halbes Jahr verbringen, mit neuen Trainern und Spielern eine Mannschaft zu formen.

Also: 4-5 neue Spieler im Sommer. Dann muss gut sein.

Und bis dahin muss nun schleunigst der Abstiegskampf angenommen werden, bevor wieder von "hohen Zielen" fabuliert wird.

2 Kommentare

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