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Do., 09.03.2017

Mit Verwunderung reagiert der Präsident des SC Paderborn auf die Aussage der Stadt Paderborn Finke sieht sich nicht als Bittsteller

Bürgermeister Michael Dreier sprach am Montag bei der SCP-Hauptversammlung ein Grußwort; links SCP-Präsident Wilfried Finke.

Bürgermeister Michael Dreier sprach am Montag bei der SCP-Hauptversammlung ein Grußwort; links SCP-Präsident Wilfried Finke. Foto: Besim Mazhiqi

Paderborn (WB/MR). Mit Verwunderung hat Wilfried Finke, Präsident des SC Paderborn, auf die Aussage der Stadt Paderborn reagiert, dem klammen Drittligisten finanziell nicht helfen zu wollen: »Wir haben doch noch gar nicht gesagt, was wir wollen.«

Welche Unterstützung er von der Stadt erwartet, ließ der 65-Jährige auch am Mittwoch offen: »Ich habe aber genaue Vorstellungen, was man vereinbaren könnte, ohne den Steuerzahler direkt zur Kasse zu bitten.«

Finke stellte auch klar, dass sich der SCP in den Gesprächen mit der Stadt nicht als Bittsteller sehe, sondern als Verhandlungspartner auf Augenhöhe: »Wir haben zwischen 2012 und 2016 17,1 Millionen Euro Steuern gezahlt und sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, kein Zuschussbetrieb.«

Kommentare

Will man Profisport in Paderborn?

Ich glaube nicht, dass es um die Frage geht, ob wir hier in Paderborn Profisport haben wollen.

Die Antwort ist nämlich ganz einfach. Wir haben ihn schon.

Der SCP betreibt ihn, unsere Squasher (Europameister, x-fache Deutsche Meister), die Dolphins, die Baskets, der LC, die Sportschützen aus Elsen und viele mehr sind im Profisport sehr erfolgreich unterwegs. Also stellt sich diese Frage überhaupt nicht. Paderborn ist eine Sportstadt mit einer sehr vielfältigen Profilandschaft.

Letztlich geht es doch nur um die eine Frage: Wer bekommt wieviel Geld und vor allem von wem.
Ganz losgelöst von der weiteren Frage, die sich stellen kann: Wofür eigentlich?

Die sportliche Infrastruktur kann sich mittlerweile im Fußballbereich sehen lassen. Ist ja auch gut so. Gute Bedingungen müssen nunmal sein um Profisport ausüben zu können.

Leider betrifft das nicht alle Sportarten. Der SCP ist gut mit der Infrastruktur bedient. Die Sportlerinnen und Sportler des LC und unsere Squasher haben mit mit dem Ahornsportpark ebenfalls ideale Bedingungen. Eine gute Basis haben die Dolphins mit der ehem. "Wohnung" des SCP auch vorgefunden. Elsen hat einen prima modernen Schießstand. Und auch die anderen Sportstätten in Paderborn sind soweit ok auch wenn nicht immer allererste Sahne.

Eine Ausnahme ist die Maspernhalle, hier steht sicher eine Sanierung an oder es gibt zukünftig vielleicht ein Konzept für eine bezahlbare Multifunktionshalle, die auch anderweitig genutzt werden kann. Gut ok, man kann sagen, die ProA spielt ja nicht in der ersten Liga und damit ist das, was da ist ausreichend um die Auflagen zu erfüllen. Jep, im Moment vielleicht. Was ist, wenn ein Aufstieg ansteht oder sich die Auflagen ändern? Jeder weiß doch wie erfinderisch diese Gremien im Hinblick auf die Gestaltung von Auflagen sind. Sei es beim Fußball, Basketball etc. In diesem Jahr wäre das Erreichen der Play-Offs schon ein Sahnehäubchen auf der gesamten Saison. Ein Aufstieg stellt sich in diesem Jahr allerdings höchstens in der Theorie, zukünftig ist das nicht ausgeschlossen. Ebensowenig beim SCP, der kann Absteigen, muss aber nicht. Wird sich zeigen. Und selbst wenn, na und? Der TUS ist damals auch in der Versenkung verschwunden und brauchte eine ganze Zeit um sich zu erholen. Auch das gelang. Bei so einer Sache gibt es immer einen Macher und Mitzieher. In der freien Wirtschaft ist das vollkommen losgelöst, da entscheidet jeder selbst wieviel er gibt. Kommt ja aus dem eigenen Portomonae.

Bei Städten und Gemeinden sieht die Welt etwas anders aus. Jeder hat in den Medien gelesen welche Städte, welche Fußballvereine in Krisensituationen finanziell unterstützen. Da die Liste lang ist, könnte man meinen die Stadt Paderborn wäre die einzige Stadt, die es nicht machen würde. Weit gefehlt, das ist kein Einzelfall (einfach mal Google fragen!). Und wenn man mal die Sportlandschaften in den Städten vergleicht, ist Paderborn die vielfältigste! Also ist das für mich kein Wunder, dass in anderen Städten so stark unterstützt wird. Zumindest was der rechtliche Rahmen für eine Kommune so zulässt. Sicher gibt es die ein oder andere Stellschraube an der hier in PB noch getickt werden kann, 2,5 - 3 Mio. kommen da aber auch nicht zusammen.

Ergo: Sponsoren und Wirtschaft. Der Pool ist ja nicht gerade klein und vielleicht findet sich ja auch noch wirklich der ein oder andere, der mit einem namhaften Betrag dabei ist. Wobei auch hier Kleinvieh auf einem Haufen ganz schön n viel Mist machen kann, Herr Volkmann.

Fans oder einfach nur private Unterstützer: Bei über 300.000 EW im Kreis Paderborn gibt jeder nen 10er und schwupp ist der SCP gerettet. Machen die Höxteraner mit, wirds noch weniger für jeden. Von daher ist die Idee von Herrn Finke aus 29,50 pro Sitzplatz 5,- EUR zu machen gar nicht mal so schlecht. Nur müsste hier jeder bereit sein, diese 5,- EUR einfach mal so zu geben. Tun nicht weh, bringen den SCP aber weiter.

Crowd-Funding wäre auch ein Ansatz: 3.000.000 einstellen, gut bewerben und schauen was passiert.
Das Web ist groß!

Also: es bringt überhaupt nix irgend jemandem die Schuld zuzuweisen. Fehler sind gemacht worden, jetzt sind Problemlösungen gefragt. Die sportliche und finanzielle Situation des SCP ist wie sie ist. Zeit zurückdrehen geht nicht. Zukunft gestalten schon!
Bin mir sicher, dass auch das Präsidium an der neuen Gestaltung arbeiten wird. Denn neben der finanziellen Situation muss vielleicht auch an der ein oder anderen Baustelle im Verein gearbeitet werden.
Wo? Das weiß die Vereinsführung ganz sicher selbst am besten.

P.S.: Meckern befeit auch nicht wirklich.







Verplant

Um die Frage des Chefplaners zu beantworten: Nein, wir wollen keinen Profisportverein in Paderborn, außer er finanziert sich selbst.
Im Übrigen sei auch anstandshalber erwähnt, das die 17 Mio Steuerzahlungen nicht an die Stadt Paderborn geflossen sind. Das allermeiste davon ist sicherlich Lohnsteuer gewesen für überbezahlte Profis (Lakic, Kirch, Effenberg) und Lohnsteuer wird nicht an die Kommune abgeführt. Der Gewerbesteuerbetrag für Paderborn dürfte wohl im lediglich mittleren 6-stelligen Betrag liegen.
Noch eine kurze Anmerkung sei gestattet: Städtische Betriebe erhalten keine Spenden oder Almosen vom SCP sondern sie werden für Leistungen bezahlt, die sie im Auftrag des SCP erledigen. Wenn man z.B. einen Gärtner beschäftigt, dann schenkt man ihm ja sein Gehalt auch nicht, sondern es ist der Lohn für eine erbrachte Leistung.

Lösungen statt Schuldige suchen!

Kommen wir doch mal zu den Tatsachen zurück. Ja, die Stadt hat Verantwortung für das Geld der Steuerzahler. Richtig ist aber auch, dass a) die Stadt keine Steuern, Abgaben, Pachten etc. mehr vom SCP bekommt, wenn sie ihn pleite gehen lässt, und b) alle anderen Städte in Deutschland ihren Fußballverein unterstützen. Das kann man für falsch halten, aber Herr Finke hat Recht, wenn er sagt, dass man auf Dauer mit so einem Wettbewerbsnachteil keinen Profifußball haben kann. Punkt!

Kommen wir zu dem Punkt der angeblich so umfangreichen Mildtätigkeit der Stadt gegenüber des Vereins. Die Stadt wurde vom OVG Münster abgestraft, ihre Dummheit beim mangelhaften Bebauungsplan auszubügeln. Wenn nun die Stadt sagt: „Wir haben für den SCP genug investieren müssen“, dann ist das so, als wenn sie nun sagen würde: „Wir tun nie wieder was für den Schwimmsport, weil wegen unserer Dämlichkeit das Freibad zu teuer geworden ist!“ Punkt!

Was das TNLZ betrifft, so ging es doch damals fast mehr um Erpressung. Die Stadt hat damals gesagt: „Entweder so oder gar nicht.“ Und Tatsache ist, dass die Stadt
- zwei Nachwuchsplätze FÜR ALLE Paderborner Vereine gebaut hat, die der SCP ALLEINE unterhalten muss, und
- zwei Profiplätze, für die man teure Pacht kassiert und trotzdem auf Ewigkeit im Besitz bleibt. Es sind also nicht die Plätze des SCP! Es sind die der Stadt!

Wenn das Hilfe sein soll, dann will ich nicht sehen, wie das aussieht, wenn die Stadt nicht hilft.

Tatsache ist, dass durch die Fehlplanungen der Stadt dem Verein Millionen Kosten beim Stadion entstanden sind. Und Tatsache ist, dass die städtischen Betriebe vom SCP profitieren.

Es geht am Ende doch gar nicht darum, dass die Stadt den Verein alleine retten soll. Es geht jetzt auch nicht um irgendwelche Schuldfragen. Es geht schlicht um die Frage: Will man Profisport in einer „Sportstadt“ oder nicht?

Und da kann es eben nicht sein, dass tolle Politiker wenige Stunden nach ihrem angeblichen Bekenntnis zum SCP jede wie auch immer geartete Hilfe im Vorfeld ablehnen. Wenn Politik nur verwalten aber nicht helfen kann, dann ist sie überflüssig!

3 Kommentare

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